Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Passau leitet internationales Konsortium zur crossmedialen Journalistenausbildung

16.08.2012
Der Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft der Universität Passau koordiniert das internationale Bildungsprojekt „Crossmedia und Qualitätsjournalismus“, durch das Universitäten in der Ukraine und Moldawien ihre Journalismus-Studiengänge bis 2015 reformieren können. Kernidee des mit geplant 1,25 Mio. Euro geförderten TEMPUS IV-Projekts ist die Modernisierung der universitären Journalistenausbildung.

In den beteiligten Partnerländern Deutschland, Österreich, Rumänien, Moldawien und Ukraine werden Hochschulabsolventen ausgebildet, die unter den Bedingungen zunehmender Digitalisierung und dem Zwang zur Mehrkanalausspielung in Print, Audio, TV, Internet und mobilen Diensten auch künftig journalistische Qualitätskriterien erfüllen.

Dafür hat der Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft im Rahmen des Studiengangs „Medien und Kommunikation“ an der Universität Passau seit 2008 mehrkanalige, crossmediale Lehrmodule in seiner Lehrredaktion entwickelt und erprobt, die ab Frühjahr 2013 im neu errichteten „Zentrum für Medien und Kommunikation“ (ZMK) zum Einsatz kommen.

„Die technischen und sozialen Kompetenzen im Umgang mit crossmedialer Redaktionssoftware, aber auch mit innovativer Redaktionsorganisation werden nun vor allem in die so genannten Drittstaaten Ukraine und Moldawien exportiert“, erläutert Projektmanager Ralph Kendlbacher, der das Projekt am Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft von Prof. Dr. Ralf Hohlfeld operativ leiten wird. „Diese Staaten sollen nach der Grundidee des EU-Programms TEMPUS IV vom Transfer der curricularen Innovationen profitieren“, betont Hohlfeld, der angesichts der politischen Situation dringenden Handlungsbedarf sieht.

Wegen der nur bedingt freien Presse in den als wenig stabil geltenden Demokratien Ukraine und Moldawien, ist eine wissenschaftlich fundierte Journalistik, die die öffentlichen Aufgabe der Medien reflektiert, von großer Bedeutung. Deshalb wird im EU-Projekt „Crossmedia und Qualitätsjournalismus“ ein Lehrplan für einen Masterstudiengang „Qualitätsjournalismus“ nach Bologna-Richtlinien und Ideen im Rahmen der Lissabon-Strategie zur digitalen Agenda der EU entwickelt, der sowohl die handwerklichen crossmedialen Anforderungen als auch die normativen Grundlagen einer freien Presse berücksichtigt.

Damit wirkt der Know-how-Transfer zum einen positiv in die Zivilgesellschaft der Partnerstaaten hinein, zum anderen sollen allen Studierenden Qualifikationen und Kompetenzen vermittelt werden, um auf dem nationalen und internationalen Arbeitsmarkt zu bestehen. Das innovative crossmediale Master-Curriculum wird auf der Basis wissenschaftlicher Forschung weiterentwickelt, evaluiert und schließlich in der letzten Projektphase an den beteiligten Universitäten implementiert. „Mit diesem forschungsgestützten Bildungsprojekt kommen wir unserem Ziel ein großes Stück näher, ein europäisches Netzwerk für Qualitätsjournalismus zu schaffen“, freut sich Projektkoordinator Prof. Dr. Ralf Hohlfeld.

Dieses Netzwerk besteht neben den antragstellenden Universitäten schon jetzt aus dreizehn kooperierenden Projektpartnern der Medienwirtschaft und Zivilgesellschaft, die gewonnen werden konnten, um den Prozess der Lehrplanentwicklung zu begleiten und zu evaluieren. Zu den Medienpartnern zählen u. a. der „Bayerische Rundfunk“ und „Die Presse“, Wien. Im Anschluss an ein so genanntes Teach-the-Teacher-Programm, das crossmediales Know-how am projekteigenen Zentrum im rumänischen Sibiu/Hermannstadt schrittweise weitervermitteln soll, werden zudem mit den Kooperationspartnern zahlreiche internationale Konferenzen und Workshops in allen beteiligten Ländern durchgeführt.

Die Laufzeit des Bildungsprojekts „Crossmedia und Qualitätsjournalismus. Innovationen für eine universitäre Journalistenausbildung in der vernetzten Gesellschaft“ beträgt drei Jahre, Start ist im Herbst 2012. Neben den EU-Universitäten in Passau, Wien und Sibiu (Hermannstadt/Rumänien) sind am Projekt „Crossmedia und Qualitätsjournalismus“ sechs Universitäten in der Ukraine und drei Universitäten in Moldawien beteiligt.

Ziel von Tempus ist es, durch gemeinsame Projekte mit den europäischen Nachbarn die Modernisierung des dortigen Hochschulwesens voranzubringen. Die Auswahlentscheidungen hat die europäische Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) in Brüssel getroffen. In der fünften Auswahlrunde wurden von 676 eingereichten Anträgen 108 bewilligt, darunter 13 deutsche Anträge. Das EU-Projekt der Universität Passau ist das insgesamt zweitgrößte aller 108 eingereichten Projekte. Es ist das einzige sozialwissenschaftliche und das einzige bayerische TEMPUS Projekt im aktuellen 5. Call.

Kontakt: Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft,
Universität Passau,
Prof. Dr. Ralf Hohlfeld
ralf.hohlfeld@uni-passau.de
ralph.kendlbacher@uni-passau.de
kommunikation@uni-passau.de (Pressestelle der Universität Passau)

Katrina Jordan | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-passau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie