Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stolz auf Vielfalt? CHE Consult untersucht Diversity-Regelungen für Hochschulen in den Nachbarstaaten

07.07.2009
In einem globalisierten Bildungsmarkt wird die Gesellschaft zunehmend heterogener - ihre Diversität steigt.

Das hat Auswirkungen auf die Studierendenschaft, deren Zusammensetzung schon heute eine weitaus größere Vielfalt aufweist als noch vor 20 Jahren. Noch längst zeigen aber die Hochschulen kein so buntes und heterogenes Bild wie die Gesellschaft insgesamt. Eine nun erschienene Studie zum Thema Diversity Management geht der Frage nach den unterschiedlichen Regelungen und Bedingungen in den Nachbarstaaten Deutschlands nach.

Die Studie zum Thema Diversity Management geht der Frage nach den unterschiedlichen Regelungen und Bedingungen in den Nachbarstaaten Deutschlands in zwei Hinsichten nach: Mit Blick auf die hohe Zahl an Abiturienten/-innen interessierte die Autor/-innen, in welchen Ländern insbesondere deutsche Studierende als Zielgruppe wahrgenommen werden. Ferner zeigt die Publikation zahlreiche Beispiele guter Praxis auf, die für deutsche Hochschulen nützlich sein können.

Die Befunde reihen sich in das Schwerpunktthema Diversity Management ein, welches das CHE in den kommenden Jahren als zentralen Steuerungsansatz für Hochschulen versteht. Mit diesem Ansatz sollen die Hochschulen angemessen auf die zunehmende Vielfalt hinsichtlich der sozialen, ökonomischen, geschlechtsspezifischen, kulturellen oder religiösen Zusammensetzung der Studierendenschaft reagieren können und dabei die Studienerfolgsquoten steigern können. Mit dem Konzept verbindet sich die Idee, dass Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Bereicherung im Hochschulalltag verstanden wird.

Diversität, so zeigen die Ergebnisse, wird in allen Ländern sehr unterschiedlich verstanden und mit sehr verschiedenen Akzenten belegt. So weichen rechtliche Regelungen und deren Umsetzung im europäischen Raum sehr stark voneinander ab und spiegeln sich in den vorzufindenden Praktiken wider.

Der Hauptfokus der Europäischen Union liegt dabei noch stets auf dem Aspekt der Geschlechter-Gleichbehandlung. Dies ist insofern erstaunlich, als die EU-Programme einen viel weitergehenden Anspruch erheben und so etwa auch lebenslanges Lernen oder die Unterstützung kultureller Diversität betonen.

Manche Staaten haben bestimmte Aspekte besonders stark in den Fokus genommen so z.B. die Tschechische Republik die Studierenden mit Behinderungen oder Frankreich mit einem Schwerpunkt bei der Anti-Diskriminierung. Bisweilen sind diese Regelungen aber noch nicht weitgehend implementiert.

Andere Staaten hingegen verstehen Vielfalt generell als eine ihrer Stärken. Hierzu gehören beispielsweise Dänemark, die Schweiz oder die Niederlande; dort findet sich ein strukturiertes System, das auch die Hochschulen umfasst, während andere Staaten eher durch eine zurückhaltende Diversitätspolitik auffallen, wie dies etwa in Polen der Fall ist.

Bemerkenswert ist, dass keines der Länder deutsche Studierende als besondere Zielgruppe ins Auge gefasst hat, was aufgrund der geographischen Nähe zu erwarten wäre. In den Grenzregionen, z.B. an den grenznahen niederländischen Universitäten, gibt es zwar aktive Rekrutierungsbemühungen um deutsche Abiturienten/-innen, landesweite Trends oder gar Strategien ließen sich aber nicht finden.

Fazit: Die deutschen Hochschulen und Ministerien können in einzelnen Handlungsfeldern des Diversity Managements von ihren Nachbarländern lernen. Die Nachbarstaaten wiederum haben noch viel Potential, gelte es, deutsche Studierende zu gewinnen - was in den kommenden Jahren aufgrund des zu erwartenden Studierendenhochs sicher eine interessante Option wäre und später wegen des demographischen Wandels im je eigenen Land ein vielversprechendes Konzept sein dürfte.

Kontakt: Uwe Brandenburg
05241 21179 71
Uwe.Brandenburg@che-consult.de

Britta Hoffmann-Kobert | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise