Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steigende Nachfrage für neue Verbundforschung

20.04.2009
Hohes Interesse für Medizin- und Kommunikationstechnologien

Die Anfang 2008 gestartete neue Verbund- und Technologieförderung des Landes trifft in Mecklenburg-Vorpommern auf eine steigende Nachfrage. Darüber informierte heute der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Jürgen Seidel, auf der 4. Landesstrategiekonferenz Wissenschaft und Wirtschaft in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

"Klares Ziel für den neuen Kurs sind zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Wir wollen jungen Familien im Land Perspektiven aufzeigen, hierzu gehören attraktive und wissensbasierte Jobs in Mecklenburg-Vorpommern", betonte Seidel. Im Rahmen der Verbundforschung wurden 21 Projekte mit 92 Anträgen und einem Zuschussvolumen in Höhe von 25,8 Mio. Euro an Unternehmen und Forschungseinrichtungen in M-V ausgereicht. Die Mittel aus den Europäischen Fonds EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und ESF (Europäischer Sozialfonds) flossen vorrangig in die Biomedizintechnik (37 %) sowie die Informations- und Telekommunikationstechnologien (23 %).

"Wir werben im gesamten Land für die Verbundforschung. Von entscheidender Bedeutung ist, dass das Potenzial und bereits vorhandene Know-how der Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen auch im Land bleibt. Mit unserer Neuausrichtung der Verbundforschung geben wir die dafür nötigen Anreize, Forschung und Entwicklung im Praxisverbund mit kleinen und mittelständischen Firmen in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen", so Seidel weiter.

Der Wirtschaftsminister nutzte die 4. Strategiekonferenz (erste Konferenz: Rostock, Zweite: Neubrandenburg, Dritte: Wismar), um gemeinsam mit den beteiligten Partnern zwei neue Verbundprojekte vorzustellen und Fördermittelzusagen in Höhe von 700.000 Euro zu überreichen. Im Mittelpunkt stehen zwei eHealth-Projekte in der Präventivmedizin und Dermatologie. Hierbei handelt es sich um eine Systemlösung zur Analyse des Gesundheitszustandes und sich entwickelnder Gesundheitsgefährdungen wie Stress und ungenügende Fitness sowie eine moderne telemedizinische Lösung für die Nachsorge von Patienten mit schweren Hauterkrankungen. Projektpartner sind das Institut für Präventivmedizin der Universität Rostock, die Universitätshautklinik Greifswald und das Neubrandenburger Unternehmen Infokom GmbH. "Gesunderhaltung des Menschen ist eines der großen Themen des 21. Jahrhunderts. Die Anwendung telemedizinischer Technik trägt dazu bei, die Effizienz des Gesundheitswesens zu erhöhen", unterstrich Seidel.

Telemedizin von der Prävention bis zur Nachsorge

Mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologien werden immer mehr intelligente Lösungen für eine individuelle Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Nachsorge entwickelt. Das Institut für Präventivmedizin der Universität Rostock (www.ipm.uni-rostock.de), das Institut für Automatisierungstechnik Rostock (www.iat.uni-rostock.de) und die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH Neubrandenburg (www.infokom.de) arbeiten an einem Geräte- und Übertragungssystem, mit dem die Beanspruchung im täglichen Leben bei Bewegung, aber auch bei Stresszuständen erfasst wird. Durch neue Sensorsysteme kann die Veränderung der Leistungsfähigkeit anhand von kardiovaskulären Parametern, also Herz- und Gefäßeigenschaften, und der Lungenfunktion überwacht werden. Die Informationen werden in Echtzeit und kabellos an ein mobiles Endgerät mit einem Mikrocomputer gesendet und von dort aus an eine Datenbank weitergeleitet. Über diese wird die Auswertung der einzelnen Aktivitäten mittels eines Verfahrens der Modellbildung und der künstlichen Intelligenz vorgenommen und bei Bedarf eine Rückmeldung für notwendige Maßnahmen gegeben.

Hauptzielgruppen sind chronisch kranke Patienten, die ständig unter medizinischer Kontrolle bleiben sollten. In die Umsetzung fließen die langjährigen Erfahrungen des Instituts für Präventivmedizin unter der Leitung der Privatdozentin Dr. Regina Stoll ein. Das Institut beschäftigt sich mit der individuellen Leistungsdiagnostik, tätigkeitsspezifischen Belastungs- und Beanspruchungsreaktionen, Mensch-Maschine-Interaktionen sowie präventivmedizinischen Strategien für Risikogruppen.

Gesundheitsbranche immer mehr durch e-health-Lösungen geprägt

Ein zweites Projekt befasst sich mit der technischen Umsetzung eines teledermatologischen mobilen Diagnose- bzw. Überwachungssystems. In der Praxis müssen Dermatologie-Patienten, beispielsweise mit offenen Beinen, oder auch mit chronischen Krankheiten häufig über einen langen Zeitraum Besuchstermine bei den jeweiligen Fach- und Hausärzten wahrnehmen. Dies ist neben der Kostenbelastung auch mit erheblichem Aufwand für die Patienten verbunden. Ein mobiles System zur Erfassung und Weiterleitung von patientengebundenen medizinischen Daten und Wundfotos an den behandelten Arzt soll es ermöglichen, die Fahrten deutlich zu reduzieren. Die Universitätshautklinik in Greifswald wird erstmals in einer Machbarkeitsstudie unter wissenschaftlicher Leitung ihres Direktors, Prof. Michael Jünger, untersuchen, inwiefern teledermatologische Prozesslösungen mit mobilen Endgeräten zum Heilungsprozess und Verbesserung der Abläufe für Patient und Arzt beitragen können (www.medizin.uni-greifswald.de/haut). Die Untersuchung schließt die telemedizinische Planung der Therapie zwischen zuweisendem Arzt und der Hautklinik zu Beginn des klinischen Behandlungspfades ein. In Frage kommen könnte dieses System später auch für die Beurteilung von Therapien bei autoimmun- oder allergisch bedingter Hauterkrankungen.

Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationsanwendungen erfolgt bei beiden Projekten durch die in Neubrandenburg ansässige Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH. Diese bietet kundenbezogene Komplettlösungen im IT-Bereich an, insbesondere Systemlösungen für Anwendungen auf dem Gesundheitssektor.

Netzwerkstrukturen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ausbauen

EHealth-Technologien haben längst die Medizin revolutioniert und wesentlich schneller gemacht. Elektronische und digitale Systemlösungen tragen darüber hinaus erheblich dazu bei, auch künftig eine flächendeckend anspruchsvolle Krankenversorgung zu sichern. "Mecklenburg-Vorpommern nimmt in der Telemedizin eine Vorreiterrolle ein", erklärte Seidel. Das spiegelt sich auch unmittelbar im Antragsverhalten in der Verbundforschung wider. Jeder zweite Antrag befasst sich mit zukunftsfähigen Ansätzen in der Biotechnologie und Medizintechnik.

Hier kommt die Neuausrichtung der Verbundforschung zum Tragen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten nur noch dann eine Unterstützung aus der Technologie- und Forschungsförderung, wenn sie zusammen mit einem Unternehmen des Landes neue Produkte entwickeln. "Das bedeutet konkret, Forschungs- und Entwicklungsförderung fließt nur dann, wenn es den Arbeitsplätzen im Land gut tut. Die Verbundförderung erleichtert es den klügsten Köpfen des Landes, gemeinsam mit regionalen Unternehmen innovative Produkte und Leistungen auf den Markt zu bringen." Der Minister appellierte an Forscher und Unternehmer, das Instrumentarium der landestypischen Verbundforschung noch stärker zu nutzen. "Bis 2013 steht dafür ein großzügiges Fördermittelbudget von insgesamt 155 Mio. Euro zur Verfügung."

Ansprechpartner
Universitätsklinikum
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten
Direktor: Prof. Dr. Michael Jünger
Fleischmannstraße 42 - 44, 17487 Greifswald
T +49 3834 86-67 70
E juenger@uni-greifswald.de
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit EU-Fonds
Kontakt Gunnar Bauer
Johannes-Stelling-Straße 14, 19053 Schwerin
T +49 385-588 50 73
M +49 175-22 87 513
E g.bauer@wm.mv-regierung.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.wm.mv-regierung.de
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

nachricht Roboter als Förderer frühkindlicher Bildung – Neues Forschungsprojekt an der Uni Paderborn
07.02.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics