Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Staatspräsident Sarkozy startet nationale Strategie zur Forschung und Innovation

16.02.2009
Am 22. Januar 2009 gab Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy den offiziellen Startschuss für die nationale Strategie zur Forschung und Innovation (SNRI) [1].

Im Laufe des Jahres 2009 sollen verschiedene Maßnahmen getroffen werden, um die Zusammenarbeit der vier tragenden Hauptakteure der Strategie – öffentliche Forschungseinrichtungen, Universitäten, Forschungsförderer und Unternehmen – zu verstärken.

Die Reform der bedeutendsten Forschungseinrichtungen, wie des CNRS, mit einer Neugestaltung zur Gründung von thematischen Instituten, wurde bereits ziemlich weit vorangetrieben. Zudem soll die Schaffung eines nationalen Instituts für Lebenswissenschaften und Gesundheit zum Leitbild der Gestaltung der neuen Strategie werden.

Schließlich soll die neue Organisation zur Abschaffung der sogenannten "Unités Mixtes de Recherche" (gemischte Forschungsgruppen) führen, in denen die öffentlichen Forschungseinrichtungen und die Universitäten bisher zusammenarbeiteten, deren Ansatz aber mittlerweile überholt ist.

Des Weiteren soll die neue Strategie auch zu einer Überarbeitung des Patentierungssystems führen. Angestrebt wird eine Vereinfachung der Miteigentümerschaft von Patenten, die von mehreren Forschungseinrichtungen gemeinsam eingereicht werden. Das aktuelle System hemmt den Transfer in die Industrie erheblich.

Wünschenswert wäre die Schaffung einer Struktur des privaten Rechts in jedem großen Forschungscluster, die für die Patentenverwaltung zuständig ist. Dort sollten die Fragen der Patentierung durch Experten aus diesem Bereich bearbeitet werden, was bisher nicht unbedingt der Fall ist. Die Einrichtung, die die Forschungsarbeiten durchführt, sollte auch alleiniger Eigentümer des Patents werden und dies allein nutzen dürfen.

Ein weiterer Punkt der Strategie ist die Reform der französischen Forschungsagentur (ANR). Unter anderem soll mehr Freiraum für riskante Projekte von Spitzenforschern gewährleistet werden. Des Weiteren sollen die Modalitäten des Zugangs zu steuerlichen Forschungsförderungsmoglichkeiten überarbeitet werden. In erster Linie sollten junge innovative Unternehmen von diesen Änderungen profitieren.

Im Rahmen der neuen Strategie wird der oberste Rat für Forschung und Technologie (HCST) eine neue Rolle einnehmen: er wird dem Premierminister und nicht mehr dem Präsidenten unterstellt und wird über zusätzliche Mittel verfügen, um an der Umsetzung der SNRI effizienter mitwirken zu können.

Die Leitlinien, die die Ziele für die kommenden vier Jahre festlegen, sollen im Mai 2009 vom Ministerkabinett beschlossen werden. Bis dahin soll zwischen den Forschungsakteuren ein breitangelegter offener Dialog zu diesem Thema stattfinden. Neun Arbeitsgruppen, bestehend aus Wissenschaftlern, Unternehmern, Abgeordneten und anderen Interessenvertretern, werden Zwischenberichte vorlegen, die Online auf die Internetseite des Ministeriums gestellt werden, damit die interessierten Bürger sie bewerten und mit Anregungen bereichern konnen.

[1] Siehe auch Wissenschaft-Frankreich Nr. 148 und 149

Kontakt:
Redakteurin:
Claire Nicolas
E-mail: claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

| Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie