Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprache im Alltag entwickeln: Uni und Landkreis Hildesheim entwickeln Sprachförderkonzept für Kitas

10.08.2012
„Sprachbildung und Sprachförderung müssen stärker in den Alltag von Kindern integriert werden“, fordert Dr. Ann-Katrin Bockmann vom Institut für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim.
Im Landkreis Hildesheim beschreiten Sprachförderkräfte, ErzieherInnen, Kita-Leitungen und Sozialpädagogen einen neuen Weg. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Hildesheim und dem Jugendamt des Landkreises wurde ein Konzept für die Sprachbildung und -förderung im Landkreis Hildesheim entwickelt. 600 Erzieher sollen bis 2015 fortgebildet werden. 110 Krippen und Kindertageseinrichtungen können in Studientagen ihre pädagogischen Fachkräfte weiterbilden.

Das Projekt „Kea – Kinder entwickeln alltagsintegriert Sprache“ läuft von 2011 bis 2015. Ziel ist es, Erzieher strukturiert und flächendeckend fort- und weiterzubilden, um die Sprachförderung und -bildung im Alltag in Kindertageseinrichtungen zu stärken. Etwa 600 Erzieher sollen bis 2015 erreicht werden. Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen zunächst mit rund 190.000 Euro gefördert.

Die rund 110 Krippen und Kindertageseinrichtungen im Landkreis Hildesheim können im Rahmen von themenbezogenen Studientagen ihre pädagogischen Fachkräfte als Team vor Ort und praxisnah weiterbilden. Die Themen erstrecken sich von Basiseinheiten zu Sprachbildung (Sprachkultur, -vorbild, Sprache als Querschnittsaufgabe), Sprachentwicklung und Sprachstörungen, bis zu vertiefenden Einheiten zu Elternarbeit sowie Umgang mit Mehrsprachigkeit. Studierende der Pädagogischen Psychologie (Master) haben jüngst einen Studientag Sprachförderung in Hildesheim und Hannover in Berufsbildenden Schulen für Sozialassistenten durchgeführt.

„Die Fachkräfte können sich zudem intensiv im Heidelberger Interaktionstraining – ein wissenschaftlich erprobtes Konzept zur alltagsintegrierten Sprachförderung – ausbilden lassen. Bis Ende des Jahres werden 70 Erzieherinnen aus 45 Kitas dieses Angebot nutzen“, so Ann-Katrin Bockmann von der Universität Hildesheim. Sie begleitet die Umsetzung von „Kea“ wissenschaftlich.
Darüber hinaus werden seit Januar 2012 Fachkräfte als Multiplikatoren ausgebildet. „Sie sollen die Erzieherinnen bei ihrer Arbeit praxisnah mit ihrem zusätzlichen Fachwissen unterstützen, zum Beispiel durch regelmäßige Telefonsprechstunden oder mit hilfreichen Materialsammlungen“, so Christina Gerlach-Sufin, Fachberaterin vom Landkreis Hildesheim. Zu den Inhalten der Ausbildung zählen Gesprächsführung, Mehrsprachigkeit, Elternarbeit, Umgang mit Kindern mit besonderem Förderbedarf und Diagnostik.

Anlass für das neue flächendeckende Sprachförderkonzept ist eine im Mai 2011 in Kraft getretene Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich (Erlass des MK vom 2.5.2011) des Landes Niedersachsen sowie eine ebenfalls vom Land Niedersachsen im Juni 2011 veröffentlichte Handlungsempfehlung zur Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich.

„Sprachbildung und Sprachförderung müssen stärker in den Alltag von Kindern integriert und Fachkräfte im herausfordernden Kitaalltag dabei unterstützt werden, wie sie Situationen im Alltag nutzen können, die sich für das Erlernen von Sprache eignen“, sagt Dr. Ann-Katrin Bockmann. „Die Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas sind durch steigende Anforderungen der Politik und Praxis (Dokumentation, Elternarbeit, Schutzauftrag, Orientierungsplan) stark gefordert und stoßen zum Teil an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Neben Sprache sollen sie Vorläuferfertigkeiten für die Schule, die sozial emotionale Entwicklung, motorische Kompetenzen und Alltagsfertigkeiten individuell fördern und hierbei auch die Kinder mit besonderem Förderbedarf entsprechend unterstützen. Die frühe Begleitung von Kindern mit Migrationshintergrund und Mehrsprachigkeit sowie die Integration von verhaltensschwierigen Kindern wird als eine besondere Herausforderung empfunden.“

Nach der Durchführung eines Fachtages im Mai 2012 sowie der Multiplikatorenausbildung und der bisherigen Studientagsangebote werden Studientage zu weiteren Themen und Fortbildungseinheiten entwickelt, die bisherigen Maßnahmen evaluiert und fortlaufend nach den Rückmeldungen der Praxis ergänzt und überarbeitet.

KONTAKT:
Dr. Ann-Katrin Bockmann
Projektverantwortung
Institut für Psychologie
Stiftung Universität Hildesheim
Telefon: 05121.883-490 (oder Pressestelle -102)
E-Mail: Bockmann[at]uni-hildesheim.de

Christina Gerlach-Sufin
Projektverantwortung
Fachdienst 405
Landkreis Hildesheim
Telefon: 05121.309.4751
E-Mail: Christina.Gerlach-Sufin[at]landkreishildesheim.de

Isa Lange | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hildesheim.de
http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=psychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz