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Spielend die eigenen Emotionen kontrollieren

09.03.2010
Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen unter der Leitung von Prof. Manfred Spitzer und die Wehrfritz GmbH haben mit Unterstützung der Metzler-Stiftung das Spiel- und Lernprogramm "Fex" entwickelt, um die Selbstregulationsfähigkeit von Kindern zu fördern.

"Pädagogische Fachkräfte in Kindergärten und Grundschulen nehmen immer häufiger Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern wahr: Vielen Kindern fällt es schwer, sich unter Kontrolle zu haben. Sie schaffen es nicht, sich in eine Gruppe einzuordnen und reagieren oft unbeherrscht oder unangemessen.

Sie lassen sich leicht ablenken, wollen ihre Wünsche sofort erfüllt haben, zeigen wenig Ausdauer in ihrem Tun und sind schnell frustriert", erläutert Dr. Sabine Kubesch, Leiterin der Arbeitsgruppe "Exekutive Funktionen und Sport" am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm.

Für sie und ihr Team vom ZNL Anlass genug, um gemeinsam mit der Wehrfritz GmbH aus Bad Rodach und mit Unterstützung der Metzler-Stiftung das Spiel- und Lernprogramm "Fex" (Förderung exekutiver Funktionen) zu entwickeln, das erfolgreiches Lernen bei Kindern fördern und den kontrollierten Umgang mit Emotionen verbessern kann.

"Unter diesen so genannten exekutiven Funktionen fassen wir die kognitive Kontrolle von Verhalten und Aufmerksamkeit, die Selbstregulationsfähigkeit, das Arbeitsgedächtnis und die kognitive Flexibilität", verdeutlicht Dr. Kubesch und ergänzt: "Diese Aspekte stehen in einer engen Beziehung zur sprachlichen und mathematischen Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern. IQ mag wichtig für den Erfolg in der Schule sein, exekutive Funktionen sind aber noch wichtiger. Und: man kann sie trainieren."

Kinder aus einkommensschwächeren Familien hätten oftmals bereits beim Schuleintritt schwächer entwickelte exekutive Funktionen als Kinder aus Familien mit höherem Einkommen. Dieser Unterschied nehme mit jeder Klassenstufe zu. "Um die Bildungsgerechtigkeit aller Kinder zu wahren, ist es aus diesem Grund sehr wichtig, exekutive Funktionen bei Kindern frühzeitig, also bereits in Kindergarten und Grundschule, gezielt zu fördern", sagt Dr. Kubesch.

Die Wissenschaftlerin weist zudem darauf hin, dass "Fex" ein wichtiger Baustein sein kann, um antisozialem und delinquentem Verhalten von Kindern und Jugendlichen vorbeugen zu können. Bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS/ADHS) bietet ein gezieltes Training exekutiver Funktionen darüber hinaus die Möglichkeit eine zur medikamentösen Therapie alternativen oder ergänzenden Behandlung.

Weitere Informationen:
Die "Fex"-Spielesammlungen werden erstmals auf der Didacta in Köln vorgestellt. Dort hält Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Leiter des ZNL und Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III am Universitätsklinikum Ulm, am Dienstag, 16. März, um 13 Uhr einen Vortrag mit dem Titel "Selbstkontrolle - Gehirnforschung zu den Grundlagen des Lernens".

Im Anschluss laden wir Sie um 15 Uhr, ebenfalls auf der Didacta in Köln, Europasaal/CC Ost, zu einem Pressegespräch ein:

Selbstregulation in der Grundschule spielerisch fördern - ein Praxisprojekt

Anwesend werden Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (Universitätsklinikum Ulm), Michael Klaus (Metzler-Stiftung) und Bernd Kiesewetter (Wehrfritz GmbH) sein.

Bitte geben Sie unter der Faxnummer 069 210-44431 oder per E-Mail an Frau Lena Richter unter lrichter@metzler.com Bescheid, wenn Sie teilnehmen möchten. Vielen Dank.

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Sabine Kubesch (ZNL) unter der Rufnummer 0731 500-62006 gerne zur Verfügung. Die E-Mail-Adresse lautet: sabine.kubesch@znl-ulm.de

Jörg Portius | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

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