Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schule allein ist manchen nicht genug

31.03.2011
Frühstudium ist Thema der neuesten "Beiträge zur Hochschulforschung"

Etwa 1700 Schüler pro Jahr nutzen die Möglichkeit des Frühstudiums - also bereits die Universität zu besuchen, während sie noch zur Schule gehen. Mehr als 50 Universitäten und zahlreiche Fachhochschulen bieten mittlerweile eine solche Möglichkeit an.

Die aktuelle Ausgabe der „Beiträge zur Hochschulforschung“ nimmt das zunehmende bildungspolitische Interesse an der Thematik zum Anlass, in vier Artikeln wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Frühstudium zu behandeln.

Frühstudium ist das Thema der gesamten Ausgabe 1/2011 der "Beiträge zur Hochschulforschung". Befragt nach ihren Motiven, geben die Schülerstudierenden an: ihre Interessen vertiefen zu können, die Abläufe und Anforderungen der Universität kennen zu lernen sowie eine bessere Studien- und Berufsorientierung zu bekommen. Viele berichten, dass sie sich in der Schule langweilen und mehr lernen möchten. "Das Frühstudium kann ein besonders wichtiges Instrument für die Motivation derjenigen (hoch)begabten Jugendlichen sein, die sich aufgrund von Langeweile aus dem Schulsystem absentieren", schreibt Claudia Solzbacher in der neuesten Ausgabe der "Beiträge zur Hochschulforschung". Im Jahr 2007 hat die Professorin für Schulpädagogik im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung die erste bundesweite Studie zum Thema durchgeführt. Mehr als 50 Universitäten und zahlreiche Fachhochschulen bieten mittlerweile ein Frühstudium an.

Ein Kritikpunkt der Wissenschaftlerin betrifft die Auswahl der Schülerstudierenden: "Es werden nicht die Falschen ausgesucht, aber auch

nicht alle, für die das Frühstudium geeignet oder wichtig sein könnte." Vernachlässigt würden Jugendliche aus sozial schwächeren Familien, Migranten, so genannte "Underachiever" (Minderleister, die in der Schule unter ihren Fähigkeiten bleiben) und Mädchen in den MINT-Fächern.

Mit den Faktoren, die zum Gelingen eines solchen Studiums beitragen, befassen sich Eva Stumpf, Richard Greiner und Wolfgang Schneider in ihrem Aufsatz. Basis ihrer empirischen Studie ist das Modell der Universität Würzburg, welches seit 2005 durch eine begabtenpsychologische Beratungsstelle betreut und wissenschaftlich begleitet wird. Dabei wird deutlich, dass neben den Rahmenbedingungen der Hochschule vor allem die Motivation und die aktive Unterstützung durch Familie und Schule wichtig sind.

Nicht jeder Schüler wohnt in der Nähe einer Hochschule. Auf das Problem langer und zeitintensiver Fahrstrecken sowie des Unterrichtsausfalls reagiert das Modell des mediengestützten Schülerstudiums an der Universität Rostock, welches Maria Neumann und Christoph Perleth in Ihrem Aufsatz vorstellen.

Als eine der ersten Universitäten hat die Universität Köln im Jahr 2000 im Rahmen des Projekts "Schüler an der Universität" begabten und leistungsstarken Schülern vor dem Abitur den Zugang zu Vorlesungen ermöglicht. Ulrich Halbritter, der Koordinator dieses Projekts, setzt sich in seinem Artikel insbesondere mit dem Selbstbild der Frühstudierenden und ihrer Wahrnehmung durch das Umfeld auseinander.

Die "Beiträge zur Hochschulforschung" sind eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Hochschulforschung im deutschen Sprachraum. Sie zeichnen sich durch hohe Qualitätsstandards, ein breites Themenspektrum und eine große Reichweite aus. Die Zeitschrift veröffentlicht quantitative und qualitative empirische Analysen, Vergleichsstudien und Überblicksartikel, die ein anonymes Peer Review-Verfahren durchlaufen haben.

Die Ausgabe 1/2011 kann entweder in gedruckter Form per E-Mail (sekretariat@ihf.bayern.de) beim IHF bestellt oder über die Homepage www.ihf.bayern.de als pdf-Datei herunter geladen werden.

Dr. Lydia Hartwig | idw
Weitere Informationen:
http://www.ihf.bayern.de

Weitere Berichte zu: Frühstudium Hochschulforschung Motivation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Regensburger Forscher entwickeln weltweit einzigartiges Online-Mentoring-System
10.01.2018 | Universität Regensburg

nachricht Neues Virtual Reality-Labs für Medizinstudierende: Lernen mit Cyber-Herz und virtuellem Darm
10.01.2018 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie