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Schavan: "Verantwortungsvoller Umgang mit Nanotechnologie nötig"

23.10.2009
Im Hinblick auf die derzeitige Diskussion über die Nanotechnologie steckt Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Grenzen ab: "Der verantwortungsvolle Umgang mit der Nanotechnologie hat für mich oberste Priorität. Hierzu gehört, Risiken ernst zu nehmen, aber Chancen nicht zu vertun", so Schavan.

Das BMBF fokussiere deshalb bewusst seine Forschungsförderung in der Nanotechnologie auf Anwendungsgebiete, die einen erheblichen Nutzen für die Menschen erwarten lassen, z.B. im Bereich der Umwelttechnologien, aber insbesondere auch im Bereich der Medizin.

Hier würden Wirkungen und Nebenwirkungen, wie bei Arzneimitteln und Therapien üblich, sorgfältig in einem geordneten Prozess gegeneinander abgewogen. Schavan: "Was diese Bereiche angeht, sehe ich keine Probleme. Skepsis ist aber bei Lebensmitteln und Kosmetika durchaus angebracht."

In diesen Feldern fördere das BMBF deshalb keine Anwendungsforschung, sondern allein Sicherheits- und Risikoforschung. Insbesondere müsse hier die Aufnahme von Nanopartikeln durch den Menschen und deren Langzeitwirkungen weiter untersucht werden.

Zu einer ernsten Diskussion über Chancen und Risiken gehört auch deutlich zu machen, dass gegenwärtig bei den meisten gebräuchlichen Anwendungen der Nanotechnologie eine Freisetzung von Nanopartikeln während des gesamten Lebenszyklus der Produkte auszuschließen oder äußerst unwahrscheinlich sind. Bekannte Beispiele sind hier die Elektronik und die Optoelektronik. Die Forschungsförderung dieser Anwendungsbereiche hat im BMBF ein großes Gewicht.

Völlig unabhängig von der Förderung einzelner Anwendungsbereiche und der begleitenden Risikoforschung fördert das BMBF seit Jahren Arbeiten zu Auswirkungen von Nanopartikeln und Nanomaterialien auf Mensch und Umwelt, die u.a. in die Arbeiten des UBA eingeflossen sind. Einbezogen sind hier auch Nanopartikel, die seit Jahrzehnten genutzt werden. So wurden mit NanoCare umfangreiche Datensätze ermittelt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Dies wird in deutlich größerem Maße fortgesetzt: mit neuen Projekten, zusätzlichen Fragestellungen und einer Erweiterung der Informationsplattform.

Die Bundesregierung hat in dieser Legislaturperiode zu Chancen und Risiken eine entsprechende ressortübergreifende Strategie entwickelt, die sie mit Nachdruck auf EU-Ebene einbringt und auch international vertritt.

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