Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schavan: "Jeder Jugendliche bekommt eine faire Chance"

28.04.2010
Berufsbildungsbericht 2010: Ausbildungsmarkt bleibt trotz Krise relativ stabil / Neues BMBF-Programm soll 60.000 Schüler auf dem Weg in die Ausbildung unterstützen

"Jeder Jugendliche hat zum Beginn seines Arbeitslebens eine faire Chance verdient. Aus diesem Grund werden wir die vielfältigen Initiativen, die Jugendliche in Ausbildung bringen, effektiver gestalten und intensivieren", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Berufsbildungsberichtes 2010.

So richtet sich ein neues Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) speziell an Hauptschüler ab der 7. Klasse. "Wir wollen für diese Jugendlichen betreuende Bildungsketten schaffen - startend mit einer individuellen Potenzialanalyse in der 7. Klasse über den Ausbau gezielter Berufsorientierung bis hinein in die Berufsausbildung", sagte Schavan. Für das Programm werden in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit bundesweit 3200 haupt- und ehrenamtliche Berufseinstiegsbegleiter eingesetzt, die bis zu 60.000 Hauptschülern eine ganzheitliche und mehrjährige, kontinuierliche Betreuung ermöglichen sollen.

"Wir werden das Potential dieser jungen Menschen fördern und entfalten", betonte die Ministerin. Das Berufsorientierungsprogramm des BMBF, das seit 2008 bereits 82.000 Jugendliche erreicht hat und ihnen geholfen hat, den Weg in die richtige Ausbildung zu finden, wird als Bestandteil der neuen Initiative "Bildungsketten" fortgesetzt.

Der Berufsbildungsbericht 2010 zeigt, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Ausbildungsmarkt relativ stabil geblieben ist. "Das verantwortungsvolle Handeln der Sozialpartner, gerade in der Krise, zahlt sich damit aus", betonte Schavan. Zwar ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf 566.004 Verträge zurückgegangen, die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen ist im gleichen Zeitraum aber aufgrund des demografischen Wandels um 8,8 Prozent auf 575.607 junge Menschen gesunken. Die seit 2006 zu beobachtende Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt hat sich damit fortgesetzt. Ende September 2009 übertraf zum zweiten Mal in Folge die Anzahl der noch unbesetzten Ausbildungsplätze (17.225) die Zahl der noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerber (9.603). "Die konjunkturelle Entwicklung ist auch in diesem Jahr eine Hausforderung für den Ausbildungsmarkt", betonte Schavan. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) weist in einer Prognose für das laufende Jahr einen Rückgang an Ausbildungsstellen auf 563.000 aus. Das wären 20.200 Angebote weniger als 2009.

"Ich appelliere daher weiterhin an die Unternehmen, in ihren Ausbildungsanstrengungen nicht nachzulassen, um für die Zeit nach der Krise, wenn die Auftragsbücher wieder voll sind, genügend gut qualifizierte Fachkräfte zu haben", sagte Schavan. Was jetzt zu einer vorübergehenden Entlastung am Ausbildungsmarkt führt, kann in den kommenden Jahren zu einem ernsthaften Nachwuchsproblem werden. Schon jetzt herrscht in einigen Regionen Bewerbermangel, Betriebe können ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. "Der demografische Wandel eröffnet neue Chancen der Ausbildung für alle", sagte die Ministerin.

Schavan weiter: "Wir wollen in dieser Legislaturperiode neue Maßstäbe bei der strukturellen und qualitativen Verbesserung des beruflichen Aus- und Weiterbildungssystem setzen." Denn das duale System ist das Flaggschiff des deutschen Bildungssystems. Dies gilt es zu erhalten und auszubauen, unter anderem durch eine bessere Verzahnung von beruflicher Aus- und Fortbildung, durch die Anerkennung von im Ausland erworbener Qualifikationen und den Aufbau einer ganzheitlichen Weiterbildungsstrategie mit Ländern, Sozialpartnern und weiteren relevanten Akteuren.

Wie erstmals 2009 wird auch der Berufsbildungsbericht 2010 durch einen Datenreport zum Berufsbildungsbericht ergänzt, der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) herausgegeben und zeitgleich mit dem Berufsbildungsbericht der Bundesregierung im Internet veröffentlicht wird sowie später ebenfalls als Print-Publikation zur Verfügung steht. Der Berufsbildungsbericht 2010 ist abrufbar unter http://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php, der Datenreport des BIBB zum Berufsbildungsbericht 2010 unter http://www.bibb.de/datenreport.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/datenreport
http://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie