Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schavan: "Jetzt beginnt die Dekade der Forschung!"

03.02.2010
Ministerin stellt neues Rahmenprogramm des BMBF vor / Zwei Milliarden Euro für Forschung für nachhaltige Entwicklung bis 2015

Die Ergebnisse der Klimaverhandlungen in Kopenhagen waren ernüchternd - der Einsatz der Bundesregierung im Kampf gegen den Klimawandel und für die Stärkung einer weltweit nachhaltigen Entwicklung ist deshalb noch wichtiger geworden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ergreift nun die Initiative und startet das neue Rahmenprogramm "Forschung für nachhaltige Entwicklungen". Deutlich mehr als 2 Milliarden Euro stellt das Ministerium bis zum Jahr 2015 dafür bereit.

"Wir gehen auf zahlreiche Partner überall auf der Welt zu, um mit ihnen gemeinsam nach technologisch überzeugenden Lösungen zu suchen, die uns allen helfen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan jetzt in Berlin bei einem öffentlichen Fachgespräch mit hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

"Die Zeit drängt: Im kommenden Jahrzehnt wird sich entscheiden, ob und wie wir die globalen Herausforderungen meistern werden", so Schavan. "Klimawandel und Wasserknappheit, Bedrohung der biologischen Vielfalt sowie die Versorgung mit Rohstoffen und mit Energie stellen die Menschheit vor Aufgaben von bisher nicht gekanntem Ausmaß. Hier müssen wir schnell geeignete Strategien und Instrumentarien entwickeln. Ich bin sicher: Jetzt beginnt die Dekade der Forschung!"

Das neue Rahmenprogramm umfasst ein breites Forschungsspektrum: Verbesserte Energieeffizienz und höhere Rohstoffproduktivität werden zentrale Themen sein. Diese Arbeiten sollen dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen. Gleichzeitig unterstützt das Ministerium solche Wissenschaftler, die Anpassungsstrategien gegen die Auswirkungen des Klimawandels entwickeln. Das BMBF baut außerdem weitere Forschungsinfrastrukturen auf, die helfen sollen, das System Erde weiter zu untersuchen. Hierbei geht es auch darum, den Klimawandel noch besser zu verstehen. Ein weiterer Schwerpunkt des Rahmenprogramms sind internationale Forschungskooperationen - vor allem mit Schwellen- und Entwicklungsländern.

"Deutschland ist bereits ein Technologie- und Marktführer in den Bereichen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel", sagte Ministerin Schavan. "Auch beim nachhaltigen Ressourcenmanagement sowie bei innovativen Umwelt- und Energietechnologien hat Deutschland weltweit eine Spitzenposition. Mit dem neuen Rahmenprogramm wollen wir diese Position stärken und weiter ausbauen. Nachhaltigkeitspolitik ist deshalb immer auch Innovationspolitik!"

Drei neue Förderlinien verdeutlichen stellvertretend die neue Förderpolitik des BMBF:
Kooperationen auf Augenhöhe mit Entwicklungsländern
Afrika wird besonders stark vom Klimawandel betroffen sein. Wissenschaftler aus Deutschland werden deshalb verstärkt auf ihre Kollegen in Afrika zugehen. Das Ziel: Afrikanische Staaten sollen besser in die Lage versetzt werden, selbst im Kampf gegen den Klimawandel und für mehr Nachhaltigkeit erfolgreich zu sein. Das BMBF wird in den nächsten Jahren so genannte Afrika Kompetenzzentren aufbauen, die tragfähige Forschungsstrukturen in verschiedenen Regionen Afrikas schaffen. Das Ministerium stellt hierfür in den nächsten Jahren 95 Millionen Euro Fördermittel bis bereit.
Schwellenländer im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung abholen
Das BMBF will mehr Forschungskooperationen mit Schwellenländern ermöglichen. Dies soll die gemeinsamen Anstrengungen stärken, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Hier startet das Ministerium eine neue Forschungsinitiative, die sich vor allem an die "BRICS-Staaten" (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) richtet. Allein für diese Initiative stellt das BMBF 60 Millionen Euro zur Verfügung.
Das System Erde besser verstehen
Forscher wollen die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Land, Ozean, Biosphäre, Atmosphäre und den Eismassen noch besser nachvollziehen können. Ziel ist es letztlich, den Klimawandel noch besser zu verstehen - und geeignete Anpassungsstrategien zu entwickeln. Das BMBF wird dafür unter anderem die Grundlagenforschung durch neue Infrastrukturen und Großgeräte stärken und enger mit der anwendungsorientierten Forschung verzahnen. Allein für die Erneuerung der deutschen Forschungsflotte wird das BMBF 650 Millionen Euro in den nächsten sechs Jahren aufwenden.

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2776.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Vom Feld in die Schule: Aktuelle Forschung zu moderner Landwirtschaft für den Unterricht
23.01.2017 | Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie