Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB gründet Alfried Krupp-Schülerlabor für Geisteswissenschaften: Erste Einrichtung ihrer Art an deutschen Universitäten

17.09.2009
Wissen neu gewinnen und erleben: Teilhabe an aktueller Forschung

Als erste Hochschule in Deutschland gründet die Ruhr-Universität Bochum ein Schülerlabor für Geisteswissenschaften. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, unterstützt die Gründung des Schülerlabors mit 100.000 Euro. Das Rektorat der RUB verdoppelt diese Summe nach dem "Matching Fund"-Prinzip.

Zehn geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Fakultäten der RUB tragen das neue Schülerlabor - die beiden Theologien, Philosophie und Erziehungswissenschaft, die Geschichtswissenschaft, die Philologie, Jura sowie Wirtschafts-, Sozial-, Ostasien- und Sportwissenschaften. Sie bieten Projekte für Schulklassen an, die das gesamte Spektrum geisteswissenschaftlicher Fächer und Forschung an der RUB abdecken. Zur Gründung des geisteswissenschaftlichen Schülerlabors erscheint ein Interview mit Dr. Thomas Kempf, Mitglied des Vorstands der Krupp-Stiftung, in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "DIE ZEIT" (17.9.2009).

Ideale Ergänzung auf dem Campus

"Das Schülerlabor für Geisteswissenschaften vervollständigt das Profil der RUB", sagt Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler. "Gemeinsam mit dem erfolgreichen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Schülerlabor, das wir seit fünf Jahren haben und das sich einer hohen Nachfrage erfreut, können wir den Schulen im Ruhrgebiet und weit darüber hinaus ein Angebot machen, das nahezu die gesamte Fächer- und Themenvielfalt der Uni Bochum spiegelt."

"Die Förderung junger Menschen ist ein grundsätzliches Anliegen der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Mit dem Schülerlabor Geisteswissenschaften können nun Schüler auch für diese Wissenschaftsdisziplinen bereits während ihrer Schulzeit begeistert werden und sind dann besser vorbereitet für ihren Übergang von der Schule in das Studium", so Prof. Dr. h. c. mult. Berthold Beitz, Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Mit Neugier und Wissensdurst "anstecken"

Bis zu 2.500 Schüler pro Jahr können nach Ausbau des Schülerlabors die Möglichkeiten nutzen und auf dem Campus geisteswissenschaftliche Themen und Untersuchungsgegenstände kennenlernen, Entdeckungen und neue Lernerfahrungen machen. "Im Vergleich zum Schulunterricht geht es um eine andere, wissenschaftsnahe Form und ein anderes Erleben der Wissensgewinnung", sagt Prof. Dr. Helmut Pulte (Philosophie), unter dessen Federführung die RUB das "Alfried Krupp-Schülerlabor für Geisteswissenschaften" aufbaut. "Wir setzen darauf, dass die Beteiligung an der Forschung ansteckt, dass die Teilnahme an einem Projekt über den Tag hinaus wirkt. Ist die Neugier geweckt, spornt das zum Weitermachen an." So soll das Schülerlabor den Schulunterricht bereichern und zugleich dazu beitragen, noch mehr kluge Köpfe für ein entsprechendes Studium an der Ruhr-Universität zu gewinnen.

Kooperationen: Ein Fundus an Möglichkeiten

Die zahlreichen Bibliotheken, Archivbestände und Kunstsammlungen der RUB bieten beste Voraussetzungen, den Schülern den Umgang mit interessanten Originalen - Bücher, Urkunden und Handschriften, Bilder, Skulpturen und andere Artefakte - zu ermöglichen. Aktuelle geisteswissenschaftliche Forschung nutzt zudem das Internet oder computergestützte Planspiele. Auch hierzu wird es Angebote geben. Darüber hinaus sind Kooperationen mit umliegenden Museen und Archiven geplant sowie mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, zum Beispiel mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die seit 2006 das bundesweit erste geisteswissenschaftliche Schülerlabor unterhält.

In Zukunft eigene Räume

Erste Projekte haben sich bereits konkretisiert: So fand im vergangenen März die "Mathematische Spurensuche in Philosophie, Literatur und Kunst" erfolgreich als Pilotprojekt in den Räumen des Alfried Krupp-Schülerlabors statt. Für Februar 2010 laufen die Vorbereitungen zu einem großen fachübergreifenden Projekt "Ethik im Diskurs" mit 100 Schülern aus Hattingen, an dem sich unter anderem Philosophen, Rechtswissenschaftler und Biologen beteiligen. In der Startphase wird das Schülerlabor für Geisteswissenschaften die Räume und Infrastruktur des Alfried Krupp-Schülerlabors für Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der beteiligten Fakultäten nutzen. Mittelfristig ist geplant, eigene Räume zu beziehen, in denen mehrere Schülergruppen gleichzeitig arbeiten können.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Helmut Pulte, Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-22726, -28726 (Sekretariat), E-Mail: helmut.pulte@rub.de

Internet: http://www.rub.de/schuelerlabor

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/schuelerlabor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Projekt DISTELL erforscht digitale Hochschulbildung
26.01.2017 | Hochschule Esslingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neuer Mechanismus der Gen-Inaktivierung könnte vor Altern und Krebs schützen

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor

23.02.2017 | Energie und Elektrotechnik