Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rachel: "Arbeitsmodelle für die Zukunft entwickeln"

10.08.2009
Internationales Kolleg an Humboldt-Universität zu Berlin wird gefördert / BMBF unterstützt Sozial- und Geisteswissenschaften mit 50 Millionen Euro

Arbeit ist die Grundlage für gesellschaftlichen Wohlstand und die Lebensqualität des Einzelnen, im jedoch Lebenslauf ist auch ein angemessener Platz für Phasen des Lernens und der Sorge für die Familie notwendig. Die Auffassungen, welche Rolle Arbeit im Lebenslauf haben sollte, sind im Vergleich der Kulturen sehr unterschiedlich.

Ein Blick auf die Unterschiede in anderen Weltregionen und Epochen kann hilfreich sein, um Modelle für die eigene Zukunft zu entwickeln. "Es ist wichtig, die Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Lebenslauf vergleichend und mit Blick auf andere Regionen der Welt zu untersuchen", sagte am Montag in Berlin Thomas Rachel (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Rachel überreichte dort einen Bewilligungsbescheid an Prof. Dr. Andreas Eckert, den Leiter des internationalen Kollegs "Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive". Das BMBF fördert das an der Humboldt-Universität Berlin angesiedelte Kolleg für zunächst sechs Jahre mit annähernd zehn Millionen Euro.

An internationalen Kollegs beteiligen sich herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt. "Die Kollegs bilden den Kern der BMBF-Initiative 'Freiraum für die Geisteswissenschaften' und nehmen eine Initiative des Wissenschaftsrates auf", sagte Rachel. Im Jahr 2007, dem Jahr der Geisteswissenschaften, wurden die Kollegs erstmals ausgeschrieben und stehen für eine Neuorientierung in der Förderung des BMBF. In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt des BMBF klar auf natur- und ingenieurwissenschaftlicher Forschungsförderung. Für das Jahr 2009 sind für Sozial- und Geisteswissenschaften mehr als 50 Millionen Euro vorgesehen, 2005 waren es nur knapp zehn Millionen Euro. Ziel der Förderinitiative 'Freiraum für die Geisteswissenschaften' ist es, deutsche geisteswissenschaftliche Forschung nachhaltig zu stärken, international besser sichtbar zu machen und vor allem interdisziplinäre und anwendungsorientierte Forschung voranzutreiben. "Für die Internationalisierung der geisteswissenschaftlichen Forschung sind die Kollegs Vorreiter", sagte Rachel. Sie konfrontieren ihre Arbeit systematisch mit anderen Wissenskulturen und prüfen so eigene Methoden und Selbstverständlichkeiten.

Die Geschichte der Arbeit wurde bisher meist unter europäischen Gesichtspunkten untersucht, wohingegen dieses Kolleg den Blick auch auf andere Regionen der Welt richtet und vergleichend andere Gesellschaften einbezieht. Dazu analysieren die Forscher unter der Leitung eines Afrikawissenschaftlers, wie sich Arbeit und Lebenslauf wechselseitig beeinflussten, wie sich die Vorstellungen von Arbeit und Lebensläufen entwickelten und welchen Normen die Biographien unterlagen. Sie fragen, wie Lebensläufe in verschiedenen Gesellschaften periodisiert werden und wie sehr persönliche Lebenschancen von der Arbeit abhängen. Ein weiteres Thema besteht darin, wie sich das Verhältnis von Arbeit und sozialer Gerechtigkeit zwischen den Generationen entwickelt hat. Aufgrund dieser globalen Perspektive soll das Kolleg wesentlich zur Überwindung des Eurozentrismus beitragen.

Weitere Informationen über die Forschungsförderung des BMBF in den Geisteswissenschaften finden Sie unter http://www.bmbf.de/de/10567.php

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/de/10567.php
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Regensburger Forscher entwickeln weltweit einzigartiges Online-Mentoring-System
10.01.2018 | Universität Regensburg

nachricht Neues Virtual Reality-Labs für Medizinstudierende: Lernen mit Cyber-Herz und virtuellem Darm
10.01.2018 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics