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"Vom Transfercafé zurück in die Zukunft“ – Mainz. Stadt der Wissenschaft 2011

05.11.2010
Gut sieben Monate sind vergangen, seit die Mainzer Delegation in Berlin den Titel „Stadt der Wissenschaft 2011“ erhielt und sich gegen die Konkurrenzstädte Bielefeld und Chemnitz erfolgreich durchsetzte.

Nun gaben der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel, die rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Doris Ahnen sowie Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch als Sprecher der Mainzer Wissenschaftsallianz den aktuellen Projektstand bekannt.

„Wir haben in den vergangenen Monaten und Tagen in den Arbeitskreisen und -gremien hart an der Konkretisierung der Projektvorschläge aus der Bewerbung und auch neuer Ideen gearbeitet. Dazu waren wir auch auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen und ich kann mitteilen, dass wir die 500.000 Euro-Marke geknackt haben“, freut sich Jens Beutel über das große Engagement und den positiven Zuspruch aus der Wirtschaft: „Unser Dank gilt hier im besonderen Maße unseren mehr als 25 Sponsoren, die es uns durch ihre Unterstützung ermöglicht haben, von den 330 angemeldeten Einzelprojekten etwa 320 auch umzusetzen.“

Neben den von der Landeshauptstadt eingeworbenen Sponsorenmitteln und dem Preisgeld des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft in Höhe von 250.000 Euro werden die Projekte im Rahmen „Stadt der Wissenschaft 2011“ mit 250.000 Euro durch die Landeshauptstadt Mainz, 400.000 Euro durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur sowie 720.000 Euro durch die MAINZER WISSENSCHAFTALLIANZ unterstützt.

Der OB weiter: „Der offizielle Startschuss in das Jahr „Mainz – Stadt der Wissenschaft 2011“ fällt am 16. Januar 2011 mit der „Baustellenparty“, bei der im Neubau Chemie auf dem Unicampus, im neuen Gebäude der Fachhochschule Mainz, im Naturhistorischen Museum sowie an vielen weiteren Wissens-Orten ein interessantes Programm und Führungen geboten werden.“ Die Bandbreite der Projekte im Jahr der Wissenschaft reiche von Sonderausstellungen, Führungen, Vorträgen, Lesungen über Workshops, Experimentierangebote, Inszenierungen bis hin zu Studien und neuen Anlaufstellen.

„Der Titel Stadt der Wissenschaft spiegelt in idealer Weise die Dynamik wider, die wir seit einiger Zeit in der Mainzer Wissenschafts- und Forschungslandschaft erleben: seien es die Neugründungen von Forschungsinstituten wie dem Institut für Molekulare Biologie, dem Helmholtz-Institut oder dem Zentrum für Transnationale Onkologie oder seien es die umfangreichen Baumaßnahmen auf dem Campus der Universität und an der Fachhochschule. Die Aufbruchstimmung zeigt sich auch in zahlreichen neuen Kooperationen und Netzwerken, durch die Mainz bundesweit auch künftig als Stadt der Wissenschaft wahrgenommen werden wird“, betont Bildungs- und Wissenschaftsministerin Doris Ahnen.

„Ich freue mich natürlich auch darüber, dass das Programm zur Wissenschaftsstadt viele Angebote für Kinder und Jugendliche geplant hat. Mit Aktivitäten wie dem ‚Haus der kleinen Forscher’, der ‚Kinder-Uni’ mit unterschiedlichsten Themen oder Kinderworkshops wird eine Brücke gebaut, um möglichst früh Interesse für wissenschaftliche Themen zu wecken“, so Ahnen. Ein weiterer Schwerpunkt im Programm liege im Bereich Bildung. So werde mit finanzieller Förderung des Landes eine ‚Transferstelle Bildung’ eröffnet, die u. a. kommunale Akteure mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenbringt, um aus stadtteil- oder schulbezogenen Problemstellungen ganz konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Auf diese Weise könnten wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar auf die Bildungspraxis übertragen werden und umgekehrt praktische Fragestellungen in Forschung, Lehre und Weiterbildung zurückfließen.

Eine neue Plattform zum Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird das Transfercafé im Proviantmagazin sein, das ab März 2011 das Potenzial der Hochschulen bei den Mainzer Unternehmen bekannter machen soll. Die Unternehmen sind eingeladen, die Arbeitsgebiete der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennen zu lernen und bei Unternehmensstammtischen mit Transferbeauftragten der Hochschulen ins Gespräch zu kommen. Ergänzend werden in einer täglich verfügbaren Installation Best-Practice-Beispiele von erfolgreichen Unternehmenskooperationen vorgestellt.

Wissenschaftskommunikation hat in Mainz eine jahrzehntelange Tradition. Vom Wissenschaftssommer, Wissenschaftsmarkt und den Langen Nächten über die KinderUni, die Grüne Schule und dem NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler bis hin zur Night of the Profs: Die Liste der Formate ist lang, das älteste, die „Universität im Rathaus“, gibt es seit 30 Jahren. „Diese Aktivitäten haben wir für 2011 konzeptionell weiterentwickelt, doch nicht nur das“, erklärte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Sprecher der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, „wir wollen das Wissen, das in den Mainzer Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen generiert wird, zum Nutzen der Stadt und der Bevölkerung in die ‚Wissenspraxis‘ überführen – im Sinne einer nachhaltigen, wissensbasierten Stadtentwicklung. Hierzu legen wir zunächst einmal notwendige Strukturen und richten Vernetzungs- und Transferstellen für die Bereiche Bildung und Wirtschaft ein, die 2011 in konkreten Projekten und Studien Austausch ermöglichen und Expertise zur Verfügung stellen. Starke Träger einer neuen erfahr- und erlebbaren Wissenskultur sind zudem die Mainzer Museen, die – in Ausstellungen und mit Inszenierungen wie ,Zurück in die Zukunft’ – selbst zum Schaufenster der Wissenschaft werden bzw. Schauplätze des Wissens in der Innenstadt begehbar machen. Dabei haben Stadt und Wissenschaft stets ihr gemeinsames Ziel fest im Blick: Mainz soll noch stärker von den Forschungsleistungen vor Ort profitieren, als das bisher der Fall war.“

Eine Gesamtpräsentation der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ wird die Ausstellung SPEKTRALE sein: Warum sehen wir Farben? Wie gewinnt die Wissenschaft Erkenntnisse über Farbe? Wie setzen Künstlerinnen und Künstler Farbe ein, um Gefühle, neue Blickwinkel oder auch interessante Fragestellungen zu erzeugen? Diesen und vielen anderen Fragen geht die SPEKTRALE vom 14. Juli bis 14. August 2011 in der Rheingoldhalle nach und zeigt dabei anschaulich, dass bei den Themen Licht und Farbe Wissenschaft und Kunst ein unzertrennliches Paar sind.

Der Oberbürgermeister abschließend: „Alle diese Veranstaltungen und viele mehr werden in zwei Halbjahresplanern veröffentlicht, von denen der erste inhaltlich bereits steht und Anfang Dezember druckfrisch vorliegen wird.“

Hintergrund: Mainz – Stadt der Wissenschaft 2011

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft würdigt das besondere Engagement der Landeshauptstadt Mainz zur Förderung von Wissenschaft und deren Vernetzung mit Wirtschaft und Kultur. Er wird dabei unterstützt von der Deutschen Bank.

Stadt der Wissenschaft 2011 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landeshauptstadt Mainz zusammen mit den Mainzer Wissenschafts-, Forschungs- und Kultureinrichtungen sowie des rheinland-pfälzischen Landesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.emz2.de
http://www.uni-mainz.de/

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