Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Service Learning": Studien-Modul gestartet, Programm an Schulen evaluiert

29.10.2008
Das Thema "Service Learning" hat sowohl in der Lehre als auch in der Forschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) einen hohen Stellenwert.

Im entsprechenden Programm "Engagiert.Studiert!" können Bachelor-Studenten im Wintersemester ihre sozialen Kompetenzen weiter entwickeln. Zudem wurde u.a. an der MLU das Programm "Service Learning an Schulen in Sachsen-Anhalt" evaluiert. Mitautor des Ergebnisberichts ist Holger Backhaus-Maul von der Philosophischen Fakultät III der MLU.

Das von der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pädagogik der MLU organisierte Programm "Engagiert.Studiert!" basiert auf der Weiterentwicklung eines Pilotprojektes, welches im Wintersemester 2007/08 in Halle durchgeführt wurde.

Die am Projekt teilnehmenden Studierenden engagieren sich neben ihrem Studium in gemeinnützigen Einrichtungen und erhalten dafür im Rahmen ihrer Bachelor-Studiengänge Leistungspunkte im Bereich Allgemeine Schlüsselqualifikationen. Sie können dabei ihre für Berufstätigkeiten immer wichtiger werdenden sozialen Kompetenzen entfalten und weiterentwickeln.

Ergebnisbericht "Service Learning an Schulen in Sachsen-Anhalt"

Der Mitinitiator des Pilotprojekts sowie des Programms "Engagiert.Studiert!", Holger Backhaus-Maul vom Institut für Pädagogik der MLU, ist einer der Autoren des im Online-Magazin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) vorgestellten Ergebnisberichts der wissenschaftlichen Evaluation des Programms "Service Learning - Schule gestaltet Gemeinwesen" im Land Sachsen-Anhalt. Kooperationspartner des Projekts ist Dr. Karsten Speck von der Universität Potsdam. Das Programm beruht auf einer Kooperation der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und wird durch das Kultusministerium Sachsen-Anhalt sowie die Jacobs Foundation unterstützt. Anhand der Einschätzungen von Schülern, Lehrern und der jeweiligen Schulleitung sollten dabei die Ergebnisse und Wirkungen des Programms aufbereitet und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen für die beteiligten Schulen, die Projektleitung und die Förderer formuliert werden.

Anhand der Befragungen ließ sich festhalten, dass "die Mehrheit der befragten Schulen ein großes Interesse hat, Projekte, die als Einstieg in "Service Learning" gedacht waren, weiterhin durchzuführen und in Abhängigkeit von ihrer Situation auch auszubauen. Viele Schüler möchten an weiteren Projektdurchgängen teilnehmen, sich weiterhin engagieren und/oder als Multiplikatoren für andere tätig werden. Lehrer berichten insgesamt über eine Erweiterung ihres Handlungsspielraumes, aber auch über eine Mehrbelastung, wenn "Service Learning" noch ungewohnt ist. Die Strukturen des üblichen Schulbetriebs begünstigen die Umsetzung von "Service Learning" nur in Ansätzen. Das Ansehen der Schulen erhöht sich nach Ansicht der Befragten vor allem dadurch, dass das Engagement im und für das Gemeinwesen ausgeübt wird." (Zitiert aus dem Ergebnisbericht: Zusammenfassung und Schlussfolgerungen, S. 100-101.)

Die Evaluation hat festgestellt, dass "Service Learning" von den Schulen als relativ neues Konzept betrachtet wird, das nicht auf einer schulischen Engagementkultur aufbauen kann. "Insofern ist es notwendig, zuerst ein System institutioneller Anreize zu schaffen, das es den Schulen und den verschiedenen Akteuren des Gemeinwesens überhaupt ermöglicht, in die Bedingungen gemeinnütziger Kooperationsbeziehungen zu investieren. Konzeptionell notwendig wäre, 'Service Learning' einen übergeordneten Stellenwert zuzuweisen und es nicht auf im Unterricht reflektiertes ehrenamtliches Engagement oder ein berufsbefähigendes Praktikum in sozialen Handlungsfeldern zu reduzieren", schlussfolgert Holger Backhaus Maul. " Dabei käme es darauf an, schulspezifische Kooperationsvereinbarungen aufzusetzen, um Zielvorgaben und Verantwortlichkeit zu definieren und den Leistungserfolg nicht nur für die Schule, sondern auch für die einzelnen Klassen bewerten zu können."

Schulen, die diese Entwicklung mitgestalten und die Kooperationsvereinbarungen erfüllen, sollten nach Meinung von Backhaus-Maul in einem letzten Schritt offiziell als Partnerschulen zertifiziert und mit einem entsprechenden Qualitätssiegel für "Service Learning" ausgezeichnet werden. "Damit könnte es gelingen, dass die Schulen eine Art gemeinsames Bewusstsein für das Erreichte entwickeln und sich im besten Fall als Teil eines 'Service-Learning-Netzwerks' verstehen", erklärt der Erziehungswissenschaftler.

Ansprechpartner:
Holger Backhaus-Maul
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Philosophische Fakultät III , Institut für Pädagogik
Telefon: 0345 55 23821 oder 0160 8040024
E-Mail: holger.backhaus-maul@paedagogik.uni-halle.de
Dr. Karsten Speck
Universität Potsdam, Humanwissenschaftliche Fakultät , Institut für Erziehungswissenschaft
Telefon: 0331 977 2697
E-Mail: speck@rz.uni-potsdam.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ganztaegig-lernen.org/www/web816.aspx
http://www.ganztaegig-lernen.org/media/Evaluationsbericht%20Service%20Learning.pdf
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil
24.05.2018 | Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V.

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics