Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekt DABEI nimmt Immissionsschutz unter die Lupe

22.11.2010
Wissenschaftler des Kompetenzzentrums für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) der Universität Kassel wollen mit dem Projekt DABEI ("dynamische Analyse und Bewertung von umweltpolitischen Instrumenten am Beispiel des Immissionsschutzes")eine Bewertung der derzeitigen Regelungspraxis des Immissionsschutzes und der vorgeschlagenen Alternativen vornehmen.

Das aus dem Gewerberecht bzw. aus dem Arbeitsschutzrecht entstandene und mittlerweile fast 40 Jahre alte Regelwerk des Immissionsschutzes soll Umweltbelastungen verhindern oder diese wenigstens nach dem "Stand der Technik" mindern. Unternehmen mit starken Luft- und Lärmbelastungen werden dabei einem aufwändigen Genehmigungs- und Überwachungsverfahren unterworfen und Kommunen unter anderem zur Aufstellung von Luftreinhalteplänen angehalten.

Die Wissenschaftler des Kompetenzzentrums für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA) an der Universität Kassel wollen mit dem Projekt DABEI ("dynamische Analyse und Bewertung von umweltpolitischen Instrumenten am Beispiel des Immissionsschutzes") nun eine Bewertung der derzeitigen Regelungspraxis des Immissionsschutzes und der vorgeschlagenen Alternativen vornehmen.

Von wissenschaftlicher Seite werden immer wieder Einwände gegen das stark ordnungsrechtlich dominierte Regelwerk vorgebracht. Die derzeitigen Regelungen seien z.B. durch hohe bürokratische Hürden bei den Genehmigungsverfahren für neue Anlagen eher hinderlich für Innovationen und Wachstum. Es wird argumentiert, dass Anreizsysteme wie der Handel mit Emissionszertifikaten doch ein ausreichender und effizienter Mechanismus zum Immissionsschutz seien. Beim Zertifikatemodell bekommen die betroffenen Unternehmen in der EU eine bestimmte Anzahl Emissionszertifikate pro Jahr zugewiesen. Nur in dieser Höhe dürfen sie Schadstoffe emittieren. Um mehr Schafstoffe zu emittieren, können die Unternehmen von anderen Unternehmen Zertifikate über einen Markt kaufen. Die Gesamtmenge der Zertifikate ist entsprechend der Klimaziele der EU begrenzt, so dass insgesamt nur die gewünschte Menge emittiert werden kann.

Im Rahmen des Projekts DABEI wird insbesondere zu prüfen sein, inwieweit anreizorientierte und innovationsfördernde Elemente in die gegebenen ordnungsrechtlichen Regelungen integriert werden können oder ob dessen grundlegende Ersetzung den Kriterien der Nachhaltigkeit eher genügt. Dabei sollen die betroffenen Akteure (Unternehmen, Ministerium, Regierungspräsidien) in den wissenschaftlichen Prozess einbezogen werden.

Neuartig ist die Verwendung einer Computersimulation. Die im Laufe des Projekts zu entwickelnde Simulationssoftware soll die positiven wie negativen Folgen der unterschiedlichen Regelungen und Regelungsalternativen des Immissionsschutzes besser überprüfbar machen und Hilfestellungen bei der Erarbeitung von politischen Handlungsempfehlungen geben. Dabei werden im Computermodell die betroffenen Akteure und deren Handlungen einschließlich der Reaktionen auf die verschiedenen Instrumente des Immissionsschutzes simuliert. Entsprechend lautet der Titel des Projekts: "Eine akteursbasierte dynamische Analyse und Bewertung von umweltpolitischen Instrumenten am Beispiel des Immissionsschutzes - Ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsgovernance."

Das Forschungsprojekt DABEI wird vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft im Rahmen des Förderschwerpunkts Wirtschaftswissenschaften (WIN) für Nachhaltigkeit mit über 300.000 € gefördert und läuft bis Mai 2013. Dabei wirken das Fachgebiet Umwelt- und Verhaltensökonomik (Prof. Dr. Frank Beckenbach) und das Fachgebiet Öffentliches Recht/Schwerpunkt Umwelt- und Technikrecht (Prof. Dr. Alexander Roßnagel) zusammen. Ziel des Förderschwerpunkts des BMBF ist die notwendige Bereicherung der Nachhaltigkeitsforschung durch realitätsnahe ökonomische Ansätze, und die Neuorientierung der Wirtschaftsforschung durch Fragen der Nachhaltigkeitspolitik.

Info
Prof. Dr. Frank Beckenbach
Institut für Volkswirtschaftslehre
Universität Kassel
Tel 0561/804-3883
E-Mail Beckenbach@wirtschaft.uni-kassel.de
Dr. Guido Rijkhoek
Leiter Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Kassel
Tel 0561/804-2217
E-Mail rijkhoek@uni-kassel.de

Dr. Guido Rijkhoek | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics