Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekt AVATAR bringt virtuelle Welten ins Klassenzimmer

26.08.2010
Der Besuch virtueller Welten im Unterricht wandelt sich vom SchülerInnen-Traum zur Wirklichkeit: Der Studiengang „Informationsdesign“ und das Forschungsinstitut „ZML – Innovative Lernszenarien“ der FH JOANNEUM entwickelten in Zusammenarbeit mit sieben Partnern aus sechs Ländern im EU-Projekt „AVATAR“ einen Kurs für LehrerInnen, die ihren Schülerinnen und Schülern eine virtuelle Lernumgebung im Unterricht ermöglichen möchten.

Das vom Programm 'Comenius' der Europäischen Union geförderte Projekt AVATAR steht für 'Added Value of teAching in a virTuAl woRld' und zielt darauf ab, die Qualität der Lehre und des Unterrichts in Sekundarschulen aus sechs Ländern mit dem Einsatz innovativer und virtueller Lernumgebungen zu steigern. Dazu wurde der viermonatige Kurs 'Teaching in a Virtual World' entwickelt, in dem LehrerInnen dazu ausgebildet werden, den Unterricht mithilfe des Einsatzes von virtuellen Welten neu zu gestalten. An der FH JOANNEUM arbeiten der Studiengang 'Informationsdesign' und das Forschungsinstitut 'ZML – Innovative Lernszenarien' am Projekt mit.

„Virtuelle“ Unterrichtsstunde
Ab Mitte Jänner 2011 werden rund hundert LehrerInnen aus Österreich, Italien, Bulgarien, Spanien, Dänemark und England virtuelle Welten wie Second Life kennenlernen, Kompetenzen zur Personalisierung und zur Kommunikation eines Avatars erwerben, in der virtuellen Welt navigieren und Unterrichtsstunden in der virtuellen Welt entwerfen. JedeR LehrerIn entwickelt im Rahmen des Kurses auch eine „Projektarbeit“ zu einer „virtuellen“ Unterrichtsstunde im jeweiligen Fach und testet diese mit den SchülerInnen ab 16 Jahren. Während der gesamten Kursphase werden die LehrerInnen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beteiligten Hochschulen betreut. Die Kursinhalte werden durch eine E-Learning- und eine virtuelle 3D-Plattform vermittelt. So wird auch der internationale Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht.

Die Entwicklung des Kurses beruht auf den Forschungsergebnissen der beteiligten Partnerinstitutionen FH JOANNEUM, FOR.COM und SOPH.ia In Action Consulting (Italien), Burgas Free University (Bulgarien), University of Southern Denmark, Universidad Nacional de Educación a Distancia (Spanien) und University of Hertfordshire (England). Es wurden bestehende virtuelle Welten sowie deren Funktionen und Potenziale untersucht, Video-Interviews mit Expertinnen und Experten geführt und Umfragen bei Lehrerinnen und Lehrern in Sekundarschulen eingesetzt. Die ForscherInnen kamen zu dem Schluss, dass Second Life die beste Qualität an Grafiken und Funktionen für den Unterricht bietet.

„V-Learning“ steigert Motivation
Die Vorteile des Einsatzes von virtuellen 3D-Lernumgebungen: Diese Art des Unterrichts kommt dem mitunter hohen technischen Interesse der SchülerInnen entgegen und ermöglicht ihnen, ihre Kenntnisse im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien unter Beweis zu stellen. Sie erhalten dadurch erstmals in der Schule Anerkennung für jene Kompetenzen, die sie sich vielfach in ihrer Freizeit aneignen. Durch die so gesteigerte Motivation der SchülerInnen wird ein vertieftes Lernen ermöglicht und der Unterricht neu und spannend gestaltet. Das sogenannte „V-Learning“ (Lernen in virtuellen 3D-Umgebungen) fördert Learning bei Doing und regt verschiedene Lernstile an. Es bietet Raum für praxisnahe Erfahrungen, ermöglicht Gruppenarbeiten und Rollenspiele und geht damit über den „klassischen“ Frontalunterricht hinaus. Durch das Hineinschlüpfen in einen Avatar gestalten die SchülerInnen das Lernen mit und machen neue Lernerfahrungen.

„Der Unterricht mithilfe von virtuellen Lernumgebungen eignet sich für alle Fächer. Vom Besuch eines virtuellen Museums im Fach Geschichte bis hin zu Simulationen in den Bereichen Mathematik und Physik ist alles möglich.“, so Jutta Pauschenwein, Co-Leiterin des Forschungsinstitutes „ZML – Innovative Lernszenarien“ der FH JOANNEUM.

Maja Pivec, Leiterin des Projekts und Professorin am Studiengang „Informationsdesign“: „Wir haben festgestellt, dass Lehren und Lernen in einer virtuellen Welt großes Motivationspotenzial besitzt – auch für jene, die nicht im Bereich der Naturwissenschaften und Technik arbeiten. Diese Art zu lernen fördert und fordert Kreativität sowie Innovation und macht einfach Spaß. Ich möchte alle interessierten LehrerInnen aus unterschiedlichen Bereichen einladen, an unserem Kurs teilzunehmen und mit uns auf diese ‚(Er-)Forschungsreise’ zu gehen.“

Information & Anmeldung
Die Anmeldung für den kostenfreien Kurs „Unterrichten in einer virtuellen Welt“ läuft noch bis 31. Oktober 2010. Informationen erhalten Sie bei angelika.geldner@fh-joanneum.at und unter http://www.avatarproject.eu/

Informieren Sie sich auch beim AVATAR Info-Day im Rahmen des 9. E-Learning Tags der FH JOANNEUM am 20. September 2010 in der FH JOANNEUM, Audimax, Eggenberger Allee 11, 8020 Graz. Es werden ein Workshop und ein Vortrag angeboten.

Kathrin Podbrecnik | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-joanneum.at/ind
http://www.fh-joanneum.at/zml
http://www.avatarproject.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie