Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PRIMEL untersucht unterschiedliche Ausbildungskonzepte im Elementarbereich

03.11.2014

Ergebnisse einer Studie am Institut für Sonderpädagogik zeigen Nachholbedarf von Kindergärten im Bereich frühkindlicher Bildung

In der Praxis besteht kein Unterschied zwischen akademisch ausgebildeten Fachkräften und Erzieherinnen mit fachschulischer Berufsausbildung, was die Interaktionsqualität mit den Kindern angeht.

In der Praxis besteht kein Unterschied zwischen akademisch ausgebildeten Fachkräften und Erzieherinnen mit fachschulischer Berufsausbildung, was die Interaktionsqualität mit den Kindern angeht. Zu diesem Schluss kommt das Forschungsprojekt „Professionalisierung von Fachkräften im Elementarbereich“ (PRIMEL), das sich mit dem Einfluss unterschiedlicher Ausbildungskonzepte auf die Qualität der täglichen Arbeit mit Kindergartenkindern befasst hat. Auffällig ist, dass bei beiden Gruppen Nachholbedarf besteht, was den Bereich frühkindlicher Bildung im Freispiel angeht.

An dem Vorhaben waren neben dem Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover auch die Goethe Universität Frankfurt, die Pädagogische Hochschule Weingarten und die Universität Koblenz-Landau sowie die beiden Pädagogischen Hochschulen Schaffhausen und St. Gallen in der Schweiz beteiligt.

Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage, ob sich die pädagogische Arbeit von Erzieherinnen und akademisch ausgebildeten Fachkräften in Deutschland und der Schweiz unterscheidet. Insgesamt wurden dafür 89 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertagesstätten bei ihrer Arbeit begleitet: 34 Erzieherinnen mit fachschulischer Ausbildung in Deutschland, 30 Kindheitspädagoginnen oder –pädagogen mit akademischer Ausbildung in Deutschland und 25 Kindergartenlehrpersonen mit akademischer Ausbildung in der Schweiz.

Ein Schwerpunkt lag in der Gestaltung des Freispiels und von Bildungsangeboten im naturwissenschaftlichen, mathematischen und künstlerisch-ästhetischen Bereich sowie im Bewegungsbereich. Von Bedeutung sind dabei nicht nur die unterschiedlichen Ausbildungskonzepte, sondern auch die Rahmenbedingungen in Kindertagesstätten. Um die pädagogische Arbeit besser untersuchen zu können, machten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Videoaufnahmen von Freispielsituationen und Bildungsangeboten. Außerdem sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Fragebogen ausfüllen.

Während des Freispiels greifen Erzieherinnen demnach generell nur wenig ein, um das kindliche Lernen direkt zu unterstützen. Im Vordergrund stehen eher Anregungen im Bereich der Gruppenführung oder Organisatorisches. „Interventionen, die die Kinder kognitiv aktivieren, sind sehr selten“, erklärt Prof. Katja Mackowiak vom Institut für Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover.

Die Studie kommt aber noch zu weiteren Ergebnissen. In den Bildungsangeboten lassen sich im Vergleich zum Freispiel mehr lernförderliche Interventionen beobachten. Im naturwissenschaftlichen Bereich sind mehr als ein Drittel dieser Anregungen kognitiv aktivierend und damit besonders lernanregend. In den Bildungsbereichen Sport, Kunst und Mathematik sieht es dagegen anders aus. Hier greifen die Fachkräfte zwar auch mehr ein als im Freispiel, aber kognitiv aktivierende Anregungen sind selten.

Generell zeigt sich, dass es zwischen Fachkräften aus der Schweiz und aus Deutschland nur sehr wenige Unterschiede gibt. So verläuft die Beziehungsgestaltung zwischen Erzieherinnen und Kindern in der Regel sehr gut. Insgesamt schneiden die Schweizer Kindergartenlehrpersonen etwas schlechter ab, was die Lernprozessgestaltung (vor allem kognitiv aktivierende Interventionen) angeht. Der Grund hierfür könnte darin liegen, dass in der Schweiz eine Person allein für eine ganze Gruppe mit bis zu 25 Kindern verantwortlich ist.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dipl.-Psych. Heike Wadepohl, Institut für Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 17480 oder per E-Mail unter heike.wadepohl@ifs.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise