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Plattner-Institut startet weltweite Internet-Bildungsplattform „Open HPI“

31.07.2012
Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) plant ab September kostenlose Online-Kurse für jedermann.
Als ein Vorreiter in Europa will das Institut über die neue Internetplattform http://www.openHPI.de weltweit interaktive Online-Kurse seiner Informatikprofessoren anbieten – in Englisch und Deutsch. Notwendig ist lediglich eine Anmeldung auf dem „openHPI“-Portal. Sie ist ab sofort möglich.

Zulassungsbeschränkungen für die in ein soziales Lernnetzwerk eingebetteten Online-Kurse gibt es nicht. Wer den gratis dargebotenen Stoff beherrscht, kann im Internet eine Abschlussprüfung ablegen und dafür ein Zertifikat des renommierten Instituts erhalten. Es zählt zu den Pionieren des Tele-Teachings in Deutschland.

Der erste Online-Kurs werde von Stifter Prof. Hasso Plattner, Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzender des Softwarekonzerns SAP, Anfang September angeboten, teilte HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel in Potsdam mit. Der Kurs dauert zwei Monate und führt in die Thematik der revolutionären neuen Hauptspeicher-Datenbanktechnologie ein. Sie wurde unter Plattners Leitung ab 2007 am HPI erforscht und zusammen mit SAP erfolgreich implementiert. 2012 erhielten beide Partner dafür den Deutschen Innovationspreis. Das so genannte In-Memory Data Management ermöglicht für riesige Datenmengen, sogenannte Big Data, blitzschnelle und flexible Auswertungen, die früher Stunden oder sogar Tage gedauert haben.

Plattner leitet am HPI das Fachgebiet Enterprise Platform and Integration Concepts. Das HPI rechnet mit einigen Tausend Teilnehmern an Plattners weltweit zugänglichem Onlinekurs. Wenig später will die HPI Web University eine Einführung in die Technik des World Wide Web anbieten. Nach und nach soll das Angebot an offenen Onlinekursen ausgebaut werden.

Neue Vermittlungsform dreht herkömmlichen Lernvorgang um

„Die neue Vermittlungsform unserer Online-Kurse erschließt die sozialen Komponenten beim Lernen auch für den Bereich des E-Learnings“, sagt HPI-Direktor Meinel. Jede Woche stellt das „Open HPI“ Lernvideos und andere Materialien sowie Übungsaufgaben im Internet bereit. „Die Lernenden erarbeiten sich mit Hilfe der Lernvideos im Netz zunächst selbständig die angebotenen Inhalte, diskutieren diese dann im Internet mit anderen Kursteilnehmern und mit den Lehrenden und überprüfen ihren Lernerfolg anhand der angebotenen Selbsttests und Übungsaufgaben“, erläutert der Internetprofessor. Bisher bietet das Potsdamer Institut - allerdings ohne Begleitung durch ein soziales Lernnetzwerk - schon gut 4.000 Videoaufzeichnungen kompletter Vorlesungen und noch viel mehr Video-Podcasts einzelner kurzer Vorlesungsabschnitte zur kostenlosen Online-Nutzung an – sowohl über die eigene Plattform http://www.tele-task.de als auch über Apples iTunes U (http://itunes.hpi.uni-potsdam.de).

Mit seiner Initiative baut das Hasso-Plattner-Institut auf ganz neuen Ansätzen in den USA auf. Dort hatten vor einigen Monaten die Universitäten Princeton und Stanford zusammen mit zwei weiteren die Plattform „Coursera“ gegründet und die Harvard University mit dem Massachusetts Institute of Technology die Plattform „edX“ angekündigt. „Was wir auf unserer internationalen Online-Lernplattform http://www.openhpi.de anbieten werden, geht in dieselbe Richtung, soziale Medien in die interaktive Ausbildung einzubinden. Doch thematisch konzentrieren wir uns ganz auf Informationstechnologie, bieten kürzere, prägnantere Lern-Erlebnisse und lösen uns völlig vom starren Schema der Semester“, zählt der HPI-Direktor die Unterschiede zu den Ansätzen in den USA auf.

Die Online-Kurse über grundlegende und aktuelle Themen der Informationstechnologien werden nach Meinels Angaben neu strukturierte Sequenzen aus HPI-Vorlesungsvideos anbieten, aber auch Selbsttests, Übungsaufgaben, ergänzende Materialien und Diskussionsforen. Die Dauer eines Online-Kurses der HPI Web University ist auf zwei Monate begrenzt. Das Angebot richtet sich vor allem an Berufstätige, die ihre Informatikkenntnisse für den Job verbessern und vertiefen wollen oder solches Wissen für die Fortsetzung ihrer Karriere benötigen. „Aber auch Studenten und andere Personen, die persönlich an den IT-Themen interessiert sind, gehören zur Zielgruppe“, sagt Meinel.

Open HPI nutzt innovative Tele-TASK-Technologie des Instituts

Schon mit seinem bisherigen Tele-Teaching, das auf Vorlesungsvideos („E-Lectures“) zurückgreift, stillt das HPI das wachsende Bedürfnis nach professionellem, branchenspezifischem Wissenstransfer. Es bedient auch die wachsende Nachfrage nach flexiblem Lernen unterwegs. Wer sich aktuelle HPI-Podcasts auf sein kleines, mobiles Abspielgerät lädt, kann sie dann im Bus, im Wartezimmer oder draußen im Park anschauen – immer, wenn Zeit und Lust dazu da sind. Die frischen Inhalte können entweder einzeln heruntergeladen oder als laufender Kurs oder Vorlesungsreihe per Mausklick abonniert werden, zum Beispiel zur gezielten Vertiefung vor Prüfungen oder zum Auffüllen von Wissenslücken.

Wie die Nutzungszahlen zeigen, wird es immer beliebter, neues Wissen kostenlos per Uni-Lernvideo aus dem Internet abzurufen. Das HPI registrierte z. B. bereits etwa vier Millionen Downloads seiner Vorlesungs-Podcasts über die Plattform iTunes U von Apple. Die dort mittlerweile verfügbaren 6.700 Kurzvideos zu Themen der Informationstechnologie werden bislang durchschnittlich 22.000 Mal pro Woche herunter geladen. Das HPI gehört zu den ersten vier Elite-Einrichtungen in Deutschland, die seit Januar 2009 Lehrinhalte im Uni-Bereich der internationalen Plattform des Unternehmens Apple zugänglich machen. Auf seinem eigenen Tele-Teaching-Portal http://www.tele-task.de bietet das HPI gut 4.000 Video-Aufzeichnungen kompletter Vorlesungen und über 10.000 Video-Podcasts mit einzelnen Vorlesungsabschnitten an. Sie stammen von fast 1.500 Dozenten und wurden bislang mehr als 26 Millionen mal abgerufen.
Dieses wertvolle Material bildet einen Grundstock für die künftigen Online-Kurse auf http://www.openhpi.de, der neuen Tele-Task Web University des IT-Instituts. Das Kürzel Tele-Task steht dabei für „Tele Teaching Anywhere Solution Kit“. Die vor Jahren entwickelte innovative Systemlösung für die Aufzeichnung und Übertragung von Vorlesungen und Vorträgen über das Internet zeichnet sich durch sehr einfache Bedienung und die Eigenschaft aus, dass die Videos und Podcasts synchron zum Vortragenden auch dessen jeweilige Laptop- oder Tafel-Präsentation zeigen. Herkömmliche Lernvideos übertragen bislang lediglich den Redner selbst und bieten seine Präsentationsfolien parallel dazu an.

Prof. Hasso Plattner hat bei Springer Science ein wissenschaftliches Fachbuch mit dem Titel „In Memory Data Management“ veröffentlicht (ISBN 978-3-642-29574-4). Die Cover-Abbildung finden Sie hier: http://images.springer.com/covers/978-3-642-29574-4.tif.

Rosina Geiger | idw
Weitere Informationen:
http://www.openhpi.de
http://www.tele-task.de

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