Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Photonik trifft Lebenswissenschaften in Jena

30.09.2008
Neue Konzepte für die Krebsdiagnostik und die schnelle Erkennung von Keimen in Luft und Trinkwasser gehörten zu den Highlights der Tagung "Photonics meets Life Sciences". Rund 200 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik trafen sich vergangene Woche in Jena, um über erfolgreiche Projekte, Bedarfsfelder und Perspektiven sowie die Forschungsförderung in der Biophotonik zu diskutieren.

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan, Organisatoren waren der Forschungsschwerpunkt Biophotonik und das Institut für Photonische Technologien (IPHT). Eindrucksvoll illustrierte das Treffen, wie vielfältig Ärzte und Patienten, aber auch die Gesellschaft als Ganzes von den optischen Technologien profitieren können. Denn neue optische Lösungen ermöglichen heute ein tiefergehendes Verständnis von Krankheiten sowie die schnelle Diagnose und zielgerichtete Behandlung von Krankheiten.

Vom großen Potenzial der Biophotonik zeigten sich Politiker, Wirtschaftsvertreter und Wissenschaftler zur Kongresseröffnung gleichermaßen überzeugt. Der Staatssekretär des Bundesforschungsministeriums, Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer, sieht die Bundesregierung mit der Förderung des interdisziplinären Forschungsgebietes auf dem richtigen Weg. Die Gesundheitsforschung gehöre zu den Zukunftsfeldern, in denen langfristig neue Arbeitsplätze entstehen und gravierende Verbesserungen für das Leben der Menschen zu erwarten seien, so Meyer-Krahmer. Dabei ist die Verbundforschung, also die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in zielgerichteten Projekten, ein unverzichtbares Mittel, um neueste Technologien schnell in praxisorientierte und marktfähige Lösungen umzusetzen. Dies gelte auch für sein Unternehmen, betonte Frank Stietz, Leiter der Forschung und Entwicklung der Carl Zeiss AG, und präsentierte als gelungenes Beispiel aus seinem Hause ein neues Laserscanning-Mikroskop für die biomedizinische Forschung.

Greifbare Erfolge der Forschungsförderung waren auch in der Ausstellung des Forschungsschwerpunktes Biophotonik zu sehen. So sind aus BMBF-geförderten Verbundprojekten in diesem Jahr gleich zwei marktreife Geräte für die schnelle Erfassung von Keimen bzw. Pollen in der Luft hervorgegangen. Und die laufenden Förderprojekte lassen in den kommenden Jahren weitere Erfolge erhoffen. So werden in 2009 insgesamt acht Forschungsverbünde ihre Arbeiten abschließen. Deren Zielsetzungen reichen von der Erarbeitung neuer Plattformen für die Beobachtung lebender Zellen bis hin zur Vorhersage des Herzinfarkt-Risikos mit einem Schnelltest für die Arztpraxis. Eröffnet hatte die Ausstellung die Thüringer Landtagspräsidentin Prof. Dr. Dagmar Schipanski. An den Ständen der Forschungsverbünde informierte sie sich in ihrer Eigenschaft als Präsidentin der Deutschen Krebshilfe besonders über neue Ansätze der Krebsdiagnostik.

Das sehr gut besuchte Vortragsprogramm war ebenfalls durch eine große Themenvielfalt gekennzeichnet. Die Redner präsentierten nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse, sondern diskutierten auch fachübergreifende Fragen, beispielsweise welche Anforderungen Mediziner an optische Lösungen stellen und wie die moderne Bildverarbeitung zur Entwicklung optischer Systeme beitragen kann. Die wissenschaftliche Fachdiskussion wurde in zwei begleitenden Arbeitstreffen fortgeführt: beim internen Statustreffen des Forschungsschwerpunktes Biophotonik sowie beim Treffen des Arbeitskreises Biophotonik der Deutschen Gesellschaft für Angewandte Optik.

Jena sei ein perfekter Veranstaltungsort für den Kongress, so meinten am Ende viele Teilnehmer. Denn die lange Tradition der "Stadt der Wissenschaften 2008" in der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft wurde vielerorts sichtbar. Doch im kommenden Jahr wird sich der Forschungsschwerpunkt wie bereits im Jahr 2007 im internationalen Umfeld der Münchner Fachmesse "LASER.World of Photonics" präsentieren.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jürgen Popp
Institut für Photonische Technologien
Wissenschaftlicher Direktor
Tel 03641/ 206 300
Fax 03641/ 206 399
E-Mail juergen.popp@ipht-jena.de
Dr. Marion Jürgens
Forschungsschwerpunkt Biophotonik
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Jena, Institut für Physikalische Chemie
E-Mail marion.juergens@uni-jena.de

Dr. Marion Jürgens | idw
Weitere Informationen:
http://www.biophotonik.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie