Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Perspektiven des Dualen Studiums - Scharnier im Bildungssystem

22.03.2013
Wer dual studiert, fährt zweigleisig: das theoretische Wissen wird an der Hochschule vermittelt, die praktischen Kenntnisse werden im Unternehmen angeeignet.

Als ein Scharnier zwischen Berufs- und Hochschulbildung hat sich das Duale Studium inzwischen erfolgreich etabliert. Unternehmen finden so hochqualifizierten Nachwuchs, die Absolventen profitieren von gesicherten Karrierepfaden.

Im Auftrag des Bundesbildungsministeriums untersuchte das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) die Entstehungsbedingungen, Interessenlagen und Umsetzungserfahrungen dualer Studiengänge und stellte jetzt die zentralen Ergebnisse öffentlich vor.

Es zeigte sich, dass der vergleichsweise neue Bildungsweg kein Selbstläufer ist. Jeder einzelne der inzwischen rund 1.000 Studiengänge wurde in Kooperation von Wirtschaft und Hochschulen aktiv und kreativ gestaltet. Ausbildungs- und Lernprozesse mussten inhaltlich und organisatorisch verknüpft werden. In der Praxis wirft dies immer wieder Probleme auf und führt zu umfangreichen Abstimmungsprozessen.

„Duale Studiengänge haben Experimentiercharakter. Deshalb gibt es wenig allgemeinverbindliche Regelungen, aber zahlreiche einzelfallorientierte Verabredungen und Standards“, stellten die IAQ-Bildungsforscher fest.

„Die Regulierungen dualer Studiengänge müssen in Zukunft transparenter dargestellt werden. Wichtig sind verbindliche Qualitätskriterien und Mindeststandards bei den Lernstrukturen und den Vertragsbedingungen“, so Dr. Sirikit Krone vom IAQ.

„Wie und in welchem Umfang sich die Studienorganisation beeinflussen lässt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen z.B. die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Entstehungszusammenhänge oder die Hochschulstrukturen“, so die IAQ-Wissenschaftlerinnen Monique Ratermann und Anika Torlümke. Anders als im traditionellen dualen Ausbildungssystem sind die Wirkungsmöglichkeiten der Sozialpartner aber sehr ungleich verteilt. Die Unternehmer und ihre Verbände haben zum Teil relativ großen Einfluss, weil sie die dualen Studiengänge mitgestalten.

Über die Vergabe von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen bestimmen sie ebenso den Zugang.

Gewerkschaften und betriebliche Mitbestimmungsorgane spielen dagegen eine eher geringe Rolle. In den Interviews stellte sich auch heraus, dass die „Studzubis“ teilweise schlechter gestellt sind als die anderen Auszubildenden, etwa bei der Vergütung oder ihrem Urlaubsanspruch. „Es zeigen sich eine Reihe problematischer Aspekte bei der Umsetzung in die betriebliche Praxis. Die betriebliche Interessenvertretung sollte sich in Zukunft verstärkt darum kümmern“, raten die IAQ-Forscherinnen.

Weitere Informationen:

• Dr. Sirikit Krone, Tel.: 0203.379-1350, sirikit.krone@uni-due.de
• Dr. Ulrich Mill, Tel. 0203-379-1816, ulrich.mill@uni-due.de
• Monique Ratermann, Tel.: 0203-379-2397, monique.ratermann@uni-due.de
• Anika Torlümke, Tel.: 0203/379-1817, anika.torluemke@uni-due.de
Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0170/8761608, presse-iaq@uni-due.de
Beate H. Kostka M.A.
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Stabsstelle des Rektorats Universität Duisburg-Essen "Offen im Denken"
Tel: 0203 / 379-2430
mob: 0172 / 2365-379
Fax: 0203 / 379-2428
beate.kostka@uni-due.de

Beate H. Kostka | Universität Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie