Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Personalisiertes E-Learning

09.05.2012
Der Einfluss der Persönlichkeit auf E-Learning

Es ist seit langem bekannt, dass Lehr-Lern-Prozesse im Regelfall dann effektiver sind, wenn sie bestimmte Eigenschaften des Lerners berücksichtigen. Diesen individuellen Unterschieden wird im klassischen Präsenzlernen in vielen Fällen Rechnung getragen.

E-Learning-Kurse sind hingegen bislang kaum personalisiert und so lässt sich vermuten, dass sie mehr bewirken könnten, wenn sie auf den Lerner abgestimmt wären. In der Theorie und in der E-Learning-Forschung wird der Frage, wie sich eine solche Individualisierung darstellen könnte, häufig mit dem Ansatz der statischen Lerner-Adaptivität und der Untersuchung von Lernstilen begegnet. Allerdings liefern die Forschungsergebnisse hier noch keine befriedigenden Resultate.

Um mehr über die Einflussfaktoren auf E-Learning und die Möglichkeiten zur Individualisierung zu erfahren, untersuchte daher Dr. Axel M. Blessing von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd in seinem grundlagenorientierten Promotionsprojekt, ob und wie das Lernverhalten in einer E-Learning-Umgebung direkt von der Persönlichkeit abhängig ist.

Blessing zeigt auf, dass Persönlichkeitseigenschaften einen Einfluss auf das Lernen im Allgemeinen, auf individuelle Unterschiede beim Lernen, auf das Lernen unter dem Aspekt des Lehrens, sowie auf den Umgang mit neuen Medien haben. Weiterhin kann er aufzeigen, dass diese vier Sachverhalte wiederum das Lernverhalten in einer E-Learning-Umgebung beeinflussen.

Im empirischen Teil ermittelte Blessing in einer Lehrveranstaltung mit hohem E-Learning-Anteil, welches Lernverhalten die Studierenden in der Lernplattform tatsächlich zeigten. Zudem erhob er Daten zur Computerbildung, zu Lernstrategien und zur Persönlichkeit und berechnete deren Einfluss auf das Lernverhalten mithilfe von Regressionsanalysen und T-Tests. Er kommt in seiner statistischen Auswertung zu dem Ergebnis, dass sich das Lernverhalten mit den erhobenen Persönlichkeitsmerkmalen besser voraussagen lässt, als mithilfe von Computerbildung oder Lernstrategien.

Laut Dr. Blessing ist die in der Untersuchung verwendete Persönlichkeitsskala nach J. P. Golden geeignet, Unterschiede beim Lernverhalten in einer E-Learning-Umgebung zu beschreiben. Es finden sich etliche Ergebnisse, die einen direkten Einfluss der Persönlichkeit zeigen oder zumindest andeuten. Der Forscher empfiehlt daher, die Zusammenhänge in Nachfolgestudien weiter empirisch zu untersuchen und über E-Learning-Einheiten zu erproben. Auch sollte ein direkter Vergleich zwischen der Effizienz bei Nutzung von Lernstilen und Persönlichkeitsmodellen vorgenommen werden.

Die Studie ist im Verlag Werner Hülsbusch unter folgendem Titel erschienen: Personalisiertes E-Learning: Eine explorative Untersuchung zum Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen nach J. P. Golden auf das Lernverhalten in einer E-Learning-Umgebung.

Dr. Bert von Staden | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph-gmuend.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Regensburger Forscher entwickeln weltweit einzigartiges Online-Mentoring-System
10.01.2018 | Universität Regensburg

nachricht Neues Virtual Reality-Labs für Medizinstudierende: Lernen mit Cyber-Herz und virtuellem Darm
10.01.2018 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

22.01.2018 | Physik Astronomie