Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei den Patentanmeldungen haben saarländische Forscher die Nase vorne

06.10.2009
Saarländische Hochschulwissenschaftler sind deutschlandweit am erfolgreichsten mit ihren Erfindungen: Im Jahr 2008 lagen sie mit 17 Patentanmeldungen im Vergleich aller Bundesländer auf Platz eins, wenn man die Zahl der Patente auf die Wissenschaftler umrechnet, die überhaupt Patente anmelden können.

Möglich wird dieser Erfolg durch die Arbeit der Patentverwertungsagentur der saarländischen Hochschulen (PVA). Sie unterstützt Wissenschaftler der Universität des Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) dabei, neue und vielversprechende Forschungsergebnisse patentrechtlich zu schützen und zu vermarkten.

16 Patentanmeldungen von der Saar-Uni und eine von der HTW im Jahr 2008 - mit dieser Erfolgsbilanz steht die Patentverwertungsagentur der saarländischen Hochschulen (PVA) laut einer Statistik des Forschungszentrums Jülich an erster Stelle. Auch bei den Erfindungen, die die PVA auf ihre Patentfähigkeit und ihre Marktchancen überprüft, liegen die Saarländer weit vorne: An der Universität des Saarlandes gab es 43 Erfindungen und an der HTW fünf, was (größenbereinigt) dem zweiten Platz im Vergleich aller Bundesländer entspricht. Ebenfalls Platz zwei belegt die Patentverwertungsagentur, die im letzten Jahr zwölf Verwertungsverträge aushandeln konnte, bei den Verwertungseinnahmen pro Wissenschaftler für das Jahr 2008.

Bei der Rangvergabe hat man nur die Forscher berücksichtigt, die in den Bereichen arbeiten, in denen üblicherweise Patente angemeldet werden. Dazu zählen Wissenschaftler der technischen und naturwissenschaftlichen Fachgebiete sowie der Medizin. Die Platzierung in den vorderen Rängen führen Uta Merkle und Wolfgang Lorenz, die Geschäftsführer der WuT GmbH, in der die Patentverwertungsagentur als eines von drei Geschäftsfeldern angesiedelt ist, auf die besonderen Verhältnisse im Saarland zurück: "Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat man sich im Saarland für das Modell einer kleinen, hochschulnahen Patentverwertungsagentur entschieden. Die kurzen Wege und unsere genauen Kenntnisse der Forschungsthemen haben sich als erfolgreich erwiesen."

Pro Bundesland gibt es in der Regel nur eine zentrale Patentverwertungsagentur, die Forschungsergebnisse aus den Hochschulen sichert und vermarktet. Sie überprüft die gemeldeten Erfindungen und unterstützt die Hochschule bei der Entscheidung, ob sie ein Patent anmelden will. Lehnt die Hochschule eine Anmeldung ab, kann der Wissenschaftler selbst entscheiden, ob er privat ein Patent anmeldet oder seine Erfindung lediglich publiziert.

"Schon vor der eigentlichen Erfindung ist die Kontaktaufnahme mit uns sinnvoll", erläutert Axel Koch von der PVA. "Wir klären durch eine Patentrecherche, ob Bereiche des Forschungsgebietes bereits durch Schutzrechte abgedeckt sind. So lassen sich Fehlinvestitionen von Know-how und Kapital vermeiden." Ein Schwerpunkt von Kochs Arbeit ist die Suche nach Unternehmen, die daran interessiert sind, die Erfindungen weiterzuentwickeln und wirtschaftlich umzusetzen. Außerdem übernimmt er die Verhandlungen und die finanzielle Abwicklung nach Abschluss der Verträge.

Jüngster Erfolg der PVA ist der Vertrag mit der Firma InterMed Discovery in Dortmund. Das Unternehmen produziert Medikamente, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel aus Naturstoffen und treibt gemeinsam mit Rolf Müller, Professor für Pharmazeutische Biotechnologie an der Saar-Uni, dessen Erfindung voran. Rolf Müller und seine Arbeitsgruppe hatten neue Arten von Bakterien entdeckt, die Omega-3-Fettsäuren produzieren. Die Einnahme dieser Fettsäuren soll vor allem den Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Mit einer von den Saarbrücker Wissenschaftlern entwickelten Methode für ihre Kultivierung könnte es gelingen, Omega-3-Fettsäuren gezielt und in größeren Mengen im Labor herzustellen. Ziel des nun ausgehandelten Verwertungsvertrages ist es, innerhalb von drei Jahren ein erstes Produkt auf Basis der von Bakterien produzierten Omega-3-Fettsäuren zu erhalten.

Auch für die Wissenschaftler sind die ausgehandelten Verträge lukrativ: Sie erhalten 30 Prozent der Gelder, die die Hochschulen aus den Patenten einnehmen, ohne dass vorher Kosten in Abzug gebracht werden. Für die in Anspruch genommenen Dienstleistungen werden die Hochschulen sowohl vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Programms "Signo Hochschule" als auch vom saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft unterstützt.

Die Patentverwertungsagentur der saarländischen Hochschulen (PVA) ist eines von drei Geschäftsfeldern der aus der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer (KWT) der Universität des Saarlandes entstandenen Wissens- und Technologietransfer GmbH (WuT GmbH). Um trotz ihrer geringen Größe viele Unternehmen zu erreichen, arbeitet die PVA intensiv in verschiedenen Netzwerken mit. So ist sie unter anderem federführend für den Bereich Pharmazie im Projekt "PIPE" zuständig. Dabei bündeln die Hochschulen Freiburg, Tübingen, Göttingen und die Universität des Saarlandes gemeinsam mit ihren eigenen und weiteren Patentverwertungsagenturen ihre Schutzrechte und bieten sie geeigneten Unternehmen in Pools an. Darüber hinaus betreut die PVA der saarländischen Hochschulen das Modul "Patente" im Großregion-Projekt "TIGRE", in dem der grenzüberschreitende Technologietransfer intensiviert werden soll.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dipl.-Kfm. Axel Koch MBA
Tel. 0681-9386376
Fax 0681-9386903
E-mail: a.koch@mx.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studierenden der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Technische Angaben: MPEG Layer 2, 48 KHz, 64 KBit/s, mono (CDQ-1000-Modus). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/pva

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise