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Optimales Lernen von Vorschulkindern - BISKO gibt Einblick in Lernsituationen

24.06.2013
Mädchen und Jungen lernen im letzten Kindergartenjahr deutlich dazu. Im Rahmen des Projektes „Beziehungs- und Interaktionsqualität im Kontext der sozio-emotionalen und kognitiven Entwicklung im Kindergartenalter“ (BISKO) zeigten sich deutliche Fortschritte der Kinder im Arbeitsgedächtnis, im Wissen über Mengen und Zahlen sowie in der phonologischen Informationsverarbeitung.
Kooperationspartner des Projekts waren Prof. Dr. Anke König (Frühpädagogik, München), Prof. Dr. Martin Schweer (Pädagogische Psychologie, Vechta) und Prof. Dr. Dietmar Grube (Pädagogische Psychologie, Oldenburg). An dem Projekt, das von 2011 bis 2013 durchgeführt wurde, beteiligen sich 75 Familien und 13 Kindertageseinrichtungen der Landkreise Vechta und Delmenhorst.

Die drei Kompetenzbereiche Arbeitsgedächtnis, Zahlen- und Mengenwissen und phonologische Informationsverarbeitung unterstützen das Lernen der Mathematik und der Schriftsprache in der Schule. Das Arbeitsgedächtnis trägt dazu bei, dass neue Informationen kurzfristig im Gedächtnis behalten und verarbeitetet werden können. Im Projekt wurde deutlich, dass sich zwar die Kompetenzen aller Kinder entwickeln – sich aber bereits vor dem Eintritt in die Schule erhebliche Unterschiede zwischen den Kindern zeigen.

Herzstück bei BISKO war die Frage, inwiefern die soziale Interaktion, d.h. die direkte Begleitung und Unterstützung durch Eltern und ErzieherInnen, zur Ausbildung der Kompetenzen der Kinder beiträgt. Die Untersuchung hat gezeigt: ErzieherInnen haben eine hohe Sensibilität auf Kinder zu reagieren. Dabei greifen sie die Impulse der Kinder auf, verarbeiten diese und spiegeln den Kindern ihre eigenen Gedanken zurück. Dies wiederum fordert auf Seiten der Kinder weiter gehende Gedanken heraus. Für dieses komplexe Wechselspiel zeigten sich Zusammenhänge mit den Kompetenzen der Kinder, insbesondere mit der Fähigkeit der Mädchen und Jungen, sprachliche Inhalte im Bewusstsein zu halten. Professorin Anke König kommentiert nach der Analyse von über 70 Stunden Videomaterial, das in Familien und Kindergärten aufgenommen wurde: „Wenn pädagogische Fachkräfte auf die Kinder reagieren und bei ihnen neue Gedanken anregen, so eröffnet dies optimale Lernbedingungen.“

Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass die Kinder häufig den Impuls geben, auf den die ErzieherInnen reagieren. Demnach würden Kinder, von denen seltener Impulse ausgehen, auch weniger anregende Reaktionen durch die ErzieherInnen erfahren. Vor diesem Hintergrund ist von Seiten der ErzieherInnen darauf zu achten, dass auch die Gedanken der Kinder mit Sensibilität angeregt werden, die von sich aus weniger aktive Impulse geben. So können Bildungswelten bewusst für alle Kinder geöffnet werden.

Die Projektleitung bedankt sich bei allen beteiligten Kindern, ErzieherInnen und Familien für ihr Engagement bei der Durchführung der Untersuchung und beim Medienzentrum in Cloppenburg für die Bereitstellung der Medientechnik.

Sabrina Daubenspeck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-vechta.de/

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