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„Open-Innovation“ für Universitäten nutzbar machen

26.07.2011
Von der Fastfood-Kette bis zum Automobilhersteller: Große Unternehmen lassen heute ihre Kunden zunehmend an der Entwicklung neuer Produkte mitarbeiten. In einem Forschungsprojekt will die Universität Kassel nun aufzeigen, wie auch Hochschulen Open Innovation-Strategien für sich nutzen können.

Um einem immer stärkeren Innovationsdruck begegnen zu können, setzen große Unternehmen seit einiger Zeit auf Open Innovation. Durch die Einbeziehung von Kunden oder Zulieferern in den Entwicklungsprozess werden neue Produkte exakt auf den Bedarf des Verbrauchers zugeschnitten.

Dieses Modell will die Universität Kassel gemeinsam mit anderen europäischen Hochschulen und Institutionen auch auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Universitäten übertragen. Als Teil des „Inspiring Open Innovation Team“ (IOIT) leiten die Wissenschaftler vom Fachgebiet Wirtschaftsinformatik unter der Führung von Prof. Dr. Jan Marco Leimeister das Teilprojekt „Open Innovation für Universitäten“.

Ziel des Teilprojektes ist es, Instrumente zu entwickeln, mit denen die Hochschulen einem immer intensiveren Wettbewerbsdruck begegnen können. Denn noch nie war von Universitäten mehr Flexibilität gefordert als heute. Spätestens seit der Bologna-Reform müssen sie sich mit Mitbewerbern auf der ganzen Welt messen. Auch für die Anwerbung von zukünftigen Studierenden sind Universitäten heute allein verantwortlich. „Im Wettbewerb kann nur bestehen, wer sich durch interessante und innovative Studienangebote sowie gute Studienbedingungen hervorheben kann“, so Prof. Leimeister.

Konkret könnte die Zukunft dann so aussehen: Studenten, Mitarbeiter und Betriebe bringen von Beginn an in den Entwicklungsprozess eines neuen Studiengangs ihre Ideen und Bedürfnisse ein. Auch bei bereits etablierten Studiengängen kann flexibel auf wirtschaftlichen Bedarf und gesellschaftliche Entwicklungen reagiert werden. Nicht mehr allein Ministerien und Universitätsleitungen bestimmen so die Fortentwicklung einer Hochschule, sondern alle Beteiligten arbeiten auf unterschiedlichsten Ebenen am Erfolg ihrer Bildungseinrichtung mit. „Universitäten sind heute auch Dienstleister“, sagt Prof. Leimeister: „Daher brauchen wir den Wechsel vom geschlossenen zum offenen und vernetzten Innovationsmodell, das in der Unternehmenspraxis großer Betriebe längst Standard ist, um dauerhaft zukunftsfähig bleiben zu können.“

Am „Inspiring Open Innovation Team“ (IOIT) sind neben der Uni Kassel unter anderem das University College London, die Universität Edinburgh und das University College Dublin beteiligt. Das gesamte Projekt hat ein Volumen von mehr als 8,4 Mio. Euro und wird durch die Europäische Union gefördert. Das Projekt läuft noch bis Dezember 2013.

Info
Prof. Dr. Jan Marco Leimeister
Dr. Ulrich Bretschneider
Universität Kassel
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Fachgebiet Wirtschaftsinformatik
Tel: 0561/804-2880
E-Mail: leimeister@uni-kassel.de

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.openinnovationproject.eu

Weitere Berichte zu: Entwicklungsprozess IOIT Open Innovation Teilprojekt

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