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Offene Hochschule: Projekt ermöglicht Studium ohne Abitur

14.11.2011
Bundesbildungsministerium fördert Vorhaben mit 1,1 Millionen Euro

Er hat eine Ausbildung als Mechatroniker und steht seit Jahren im Berufsleben. Sie ist gelernte Bankkauffrau und berät kompetent Firmenkunden aus der ganzen Region. Beide sind erfolgreich, aber sie haben kein Abitur, so dass ihnen ein Studium bislang verwehrt blieb. Es sind Menschen mit Biographien wie diesen, an die sich ein neues Projekt an der Zentralen Einrichtung Lehre, Studium und Weiterbildung und des Instituts für Mikroproduktionstechnik an der Leibniz Universität Hannover richtet.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert „Studium Initiale“ mit insgesamt 1,1 Millionen Euro. Das Vorhaben ist Teil eines Verbundprojektes, mit dem sich mehrere Hochschulen gemeinsam erfolgreich an dem Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ beteiligt haben. „Insgesamt wurden bei dem Wettbewerb fast 170 Anträge eingereicht. Vor diesem Hintergrund sind wir glücklich, mit Kompetenz und Qualität erfolgreich gewesen zu sein – das ist eine ,gute Ernte’ für die jahrzehntelange Entwicklung der wissenschaftlichen Weiterbildung an unserer Universität“, sagt Dr. Martin Beyersdorf, Leiter der Abteilung 3: Zentrale Einrichtung für Weiterbildung (ZEW).

Das Vorhaben ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt. In den ersten dreieinhalb Jahren geht es um die Entwicklung eines Konzepts, das Menschen ohne Abitur, aber mit einer entsprechenden Ausbildung und einer mindestens dreijährigen Berufserfahrung den Zugang zu einem Hochschulstudium ermöglicht. Voraussetzung ist eine Ausbildung, deren Inhalte einen Bezug zum angestrebten Studienfach haben. Wer über eine Ausbildung als Elektrotechniker verfügt, könnte beispielsweise später ein Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik aufnehmen.

Hierfür wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZEW unter anderem Teilnehmende von Volkshochschulkursen oder Seminaren an anderen Bildungseinrichtungen nach ihren Wünschen und Vorstellungen befragen. In den anschließenden eineinhalb Jahren soll das so entwickelte Konzept in der Praxis erprobt werden. Die Seminare werden als Blockveranstaltungen am Abend oder am Wochenende konzipiert, um so den Teilnehmenden ein berufsbegleitendes Studium zu ermöglichen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den sogenannten MINT-Fächern, d.h. den Studiengängen, die auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ausgerichtet sind.

Die Grundidee hinter dem Projekt ist die, dem drohenden Fachkräftemangel aufgrund des demografischen Wandels besser begegnen zu können, indem gut qualifizierte Berufstätige eine Chance als Quereinsteiger erhalten. Im Sinne eines lebenslangen Lernprozesses sollen Bildungsbiographien vermehrt individuell gestaltet werden können.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.uni-hannover.de

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