Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

OECD sieht verschärften internationalen Wettbewerb um Hochqualifizierte

14.10.2008
Mobilitätsfördermaßnahmen werden für Industrieländer durch den verschärften internationalen Wettbewerb um Hochqualifizierte immer wichtiger.

Die OECD empfiehlt den Ländern, Maßnahmen strategisch auszurichten und durch eine gezielte einheimische Nachwuchsförderung zu ergänzen.

Dies ist das Ergebnis eines neuen OECD-Berichts ("The Global Competition for Talent - Mobility of the Highly Skilled"), der Studien, statistische Daten und Informationen zu Mobilitätsfördermaßnahmen einzelner Länder auswertet. Der Untersuchungfokus erstreckt sich nicht nur auf die OECD-Mitgliedsländer, sondern bezieht auch die sogenannten BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) und Entwicklungsländer mit ein.

Zielländer, die ausländische Hochqualifizierte aufnehmen, haben laut OECD Vorteile in Bezug auf Wissensflüsse sowie Forschung und Entwicklung. Es gebe Hinweise darauf, dass sich die Aufnahme Hochqualifizierter positiv auf die Anzahl der eingereichten Patente und auf die Gründung von Technologiefirmen auswirke.

Ursprungsländer könnten aber nach Auffassung der OECD ebenfalls von Mobilität profitieren, vor allem wenn sie gute Voraussetzungen für die Rückkehr von Hochqualifizierten und/oder den Rückfluss von Wissen ("Brain Circulation") schafften. Für einige aufstrebende Wirtschaftsmächte spielten Diaspora-Netzwerke, die Hochqualifizierte mit ihrem Ursprungsland verbinden, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Kapazitäten in Wissenschaft und Technologie.

Die meisten OECD-Mitgliedsländer sind "Netto-Importeure" von Hochqualifizierten. Insbesondere die USA, Kanada, Australien und Frankreich haben einen starken Zustrom von ausländischen Hochschulabsolventen zu verzeichnen. Zwar trifft dies auch auf Deutschland zu. Jedoch ist die deutsche Bilanz insgesamt viel ausgeglichener, da gleichzeitig viele deutsche Hochschulabsolventen im Ausland leben (in absoluten Zahlen lag Deutschland dabei nach Großbritannien an zweiter Stelle der OECD-Mitgliedsländer).

Die OECD empfiehlt, Mobilitätsfördermaßnahmen stärker strategisch auszurichten und deren Wirkung häufiger zu evaluieren. In Deutschland ist die Mobilitätsförderung von Studenten und Wissenschaftlern seit Februar dieses Jahres Teil einer umfassenden Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung.

Nach Auffassung der OECD sollte in Zukunft Mobilität für kurze Zeiträume bzw. zirkuläre Mobilität erleichtert werden. Angesichts des verschärften Wettbewerbs warnt die OECD die Mitgliedsländer aber auch vor dem Versuch, den einheimischen Bedarf an Hochqualifizierten vorwiegend durch "Importe" zu decken. Mobilitätsstrategien sollten demnach immer durch Strategien für eine einheimische Nachwuchsförderung ergänzt werden.

Weitere Informationen und Bezugsquellen für den Volltext des Berichts finden
Sie auf der Webseite des OECD Berlin Centre unter: www.oecd.org/de/talent

| OECD
Weitere Informationen:
http://www.oecd.org/dataoecd/55/3/41362303.pdf
http://www.oecd.org/de/talent
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Call for Papers – ICNFT 2018, 5th International Conference on New Forming Technology

16.08.2017 | Event News

Sustainability is the business model of tomorrow

04.08.2017 | Event News

Clash of Realities 2017: Registration now open. International Conference at TH Köln

26.07.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP

17.08.2017 | Medizintechnik

Magenkrebs: Auch Bakterien können Auslöser sein

17.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

17.08.2017 | Biowissenschaften Chemie