Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neurowissenschaften: Startschuss für deutsch-japanische Projekte

04.10.2010
Gemeinsame Initiative von DFG, Bundesforschungsministerium und Japan Science and Technology Agency im Bereich „Computational Neuroscience“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Japan Science and Technology Agency (JST) weiten ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auf ein besonders zukunftsträchtiges Forschungsgebiet aus.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Japan können künftig mit Unterstützung der beiden Förderorganisationen und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsame

Forschungsprojekte im Bereich „Computational Neuroscience“ durchführen.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt am Rande des internationalen Forums „Science and Techology in Society“ im japanischen Kyoto von Staatssekretär Dr. Georg Schütte, DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner und JST-Präsident Professor Koichi Kitazawa unterzeichnet.

Innerhalb der Neurowissenschaften hat das Gebiet der Computational Neuroscience in kürzester Zeit rapide an Bedeutung gewonnen. Dabei geht es neben Modellierungen zum besseren Verständnis neuronaler Netzwerke zunehmend um die Verbindung neurowissenschaftlicher Ansätze mit künstlicher Intelligenz, Robotik und anderen technischen Systemen. Auch medizinisch-technische Ansätze wie die Steuerung von Prothesen oder Schreibhilfen über sogenannte Brain-Machine-Interfaces werden durch die Entwicklungen im Bereich der Computational Neuroscience stark vorangetrieben.

„Zwischen der DFG und unserer japanischen Partnerorganisation JST besteht seit Jahren eine intensive und sehr ertragreiche Kooperation“, sagte DFG-Präsident Kleiner anlässlich der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung. Vor allem die 2006 begründete Zusammenarbeit im Bereich der Nanoelektronik habe zur Etablierung zahlreicher gemeinsamer Projekte und Gruppen deutscher und japanischer Wissenschaftler geführt. „Dass wir diese Zusammenarbeit nun auf die Computational Neuroscience ausweiten, ist nur konsequent“, unterstrich Kleiner. „In beiden Ländern gibt es zu diesem Thema zahlreiche starke Forschergruppen, die zum Teil auch bereits kooperieren. Diese Expertise wollen wir nun noch stärker bündeln.“

Die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit soll in einem mehrstufigen Verfahren ablaufen: Zunächst sollen sich im Frühjahr 2011 deutsche und japanische Wissenschaftler zu einem Workshop in Japan treffen. Daraus soll eine Ausschreibung für konkrete Forschungsprojekte hervorgehen, für die Wissenschaftler aus beiden Ländern gemeinsame Förderanträge stellen können, die von DFG, JST und BMBF gemeinsam begutachtet werden. Die Förderung erfolgt auf japanischer Seite durch die JST und auf deutscher Seite aus Mitteln der DFG und des BMBF.

Staatssekretär Schütte machte deutlich: „Das BMBF fördert die dynamische Disziplin der Computational Neuroscience seit 2004. Mit dem Nationalen Bernstein Netzwerk für Computational Neuroscience hat das Bundesforschungsministerium eine starke Struktur für die hervorragende deutsche Forschung auf diesem Feld geschaffen, die nun interessante internationale Forschungskooperationen ermöglicht.“ Das Nationale Bernstein Netzwerk für Computational Neuroscience wird mit rund 160 Millionen Euro vom BMBF gefördert. Das Bernstein Netzwerk besteht aus sechs Bernstein Zentren für Computational Neuroscience als zentralen Elementen des Netzwerkes. Exzellente Nachwuchswissenschaftler werden mit dem jährlich vergebenen Bernstein Preis ausgezeichnet. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern erfolgt durch einen deutschen Knoten im Rahmen der „International Neuroinformatics Coordination Facility“ (INCF). Darüber hinaus wurde kürzlich ein gemeinsames Förderprogramm von BMBF und dem US-amerikanischen NSF beziehungsweise NIH begonnen, in dem deutsch-amerikanische Kooperationsprojekte gefördert werden.

Weiterführende Informationen

Informationen zu den bereits bestehenden Kooperationen zwischen DFG und JST finden sich unter:

www.dfg.de/dfg_profil/im_internationalen_kontext/internationale_partner/Japan/index.html

Auskünfte zur Zusammenarbeit zwischen japanischen und deutschen Wissenschaftlern und den Fördermöglichkeiten der DFG gibt auch das DFG-Büro Japan.

Ansprechpartnerin: Dr. Iris Wieczorek, Tel. +81 3 35892507, Iris.Wieczorek@dfg.de

Ansprechpartner zu fachlichen Fragen der Computational Neuroscience:
Dr. Jan Kunze, Gruppe Lebenswissenschaften, Tel. +49 228 885-2297, Jan.Kunze@dfg.de
Ansprechpartnerin im BMBF zu fachlichen Fragen:
Dr. Christiane Buchholz, Tel. +49 30 18575110, Christiane.Buchholz@bmbf.bund.de

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie