Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Verfahren zum Aufspüren von Lernfortschritten

01.12.2009
In den vergangenen drei Jahren hat Prof. Dr. Jürgen Walter vom Institut für Heilpädagogik (HPI) an der Universität Flensburg mit Studierenden ein Verfahren entwickelt, mit dem in Deutschland der Lernfortschritt von Kindern im Lesen einfach und schnell dokumentiert werden kann. Es kann somit Grundlage von individuellen Förderplänen sein, das Verfahren eignet sich aber auch dazu, die Qualität von Unterricht zu untersuchen.

Lehrerinnen und Lehrer haben die Aufgabe, ihren Schülern Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln, die diese später im Leben brauchen. Um beurteilen zu können, ob ein Kind spezielle Förderung braucht, müssen Lehrkräfte wissen, ob ein Kind beim Lernen Fortschritte macht und wie groß diese Fortschritte sind. Prof. Dr. Jürgen Walter, der an der Universität Flensburg in der Lernbehinderten- und Förderpädagogik lehrt und forscht, hat mit Hilfe Studierender ein Verfahren entwickelt, mit dem der Lese-Lernverlauf von Kindern in kurzer Zeit getestet werden kann.

"Die traditionelle Schulleistungsdiagnostik hat den Nachteil, dass sie für Lehrkräfte und Schüler zeitaufwendig ist", erläutert Prof. Dr. Walter. Er hat eine Entwicklung in den USA verfolgt, die er im Bereich Lesekompetenz auf Deutschland übertragen hat. US-Wissenschaftler entwickelten in den vergangenen Jahren einen alternativen Evaluationsansatz, das curriculum-based-measurement, curriculumbasiertes Messen (CBM), ein Verfahren, das ein Lernziel mit einbezieht und Leistungsfortschritte von Schülerinnen und Schülern über einen Zeitraum erfasst. Prof. Dr. Jürgen Walter hat diesen alternativen Evaluationsansatz genutzt, um ein Verfahren zu entwickeln, das den Lernfortschritt im Lesen abbildet: Das LDL-Verfahren (LDL = Lernfortschrittsdiagnostik Lesen).

Bei diesem Verfahren dient die Anzahl von richtig gelesenen Wörtern pro Minute als Indikator für die Lesekompetenz und besteht aus 28 Lesetexten, die je eine Minute lang vom Schüler laut gelesen werden müssen. Mit Hilfe eines Auswertungsbogens können die Lehrkräfte jeweils die Anzahl der richtig gelesenen Wörter festgestellt. Indem LDL den Leseunterricht auswertet, kann es als Basis zur Erstellung individueller Förderpläne in allen Schularten genutzt werden. Als erstes standardisiertes Verfahren ist es nicht nur auf die Statusdiagnostik ausgerichtet, sondern auch auf das Aufspüren von Lernfortschritten. Es eignet sich aber nicht nur dafür, die Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler auszuwerten, sondern bietet auch die Möglichkeit, die Qualität von Unterricht zu evaluieren, somit ist mit LDL eine systematische formative Evaluation von Unterricht möglich.

Der LDL Schultest ist im Hogrefe-Verlag in der Reihe "Deutsche Schultests" erschienen.

Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Walter, Universität Flensburg;
Tel.: 0461 805 2678, E-Mail: walter@uni-flensburg.de,
Web: http://www.foerderpaedagogik.uni-flensburg.de

Dr. Helge Möller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-flensburg.de
http://www.foerderpaedagogik.uni-flensburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics