Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Studienmodell “startING“: Mit besseren Chancen zur Ingenieurkarriere

17.12.2010
Die Hochschule Offenburg führt zum Sommersemester 2011 das neue, vom Land Baden-Württemberg geförderte Studienmodell „startING“ ein, das die Erfolgschancen in Studium und Beruf steigern soll.

„startING“ ist ein Studiensemester, das allen ingenieurwissenschaftlichen grundständigen Studiengängen der Hochschule vorgeschaltet werden kann. Inhaltlich umfasst „startING“ die drei Studienbausteine Qualifizierung, Orientierung und Befähigung. Für das neue Angebot können sich Interessierte ab sofort bis zum 15. Januar 2011 bewerben.

Jungen Leuten fällt es schwer, sich früh richtig einzuschätzen. Daher hat die Hochschule Offenburg ein neues Studienmodell mit dem Namen „startING“ entwickelt, das ab Sommersemester 2011 angeboten wird und die Erfolgschancen in Studium und Beruf steigern soll. Gedacht ist es für Studieninteressierte, die überlegen, ein ingenieurwissenschaftliches Studium zu beginnen.

„Wir nehmen mit „startING“ den Studienanfängern die Angst vor Misserfolg im Studium und bieten Orientierung bei der Wahl eines Ingenieurstudiengangs. Zusätzlich vermitteln wir Soft-Skills, die ein effizienteres Studieren ermöglichen und für den Berufserfolg im Unternehmen entscheidend sein können“, zeigt sich Tobias Felhauer, Prodekan und Projektleiter von „startING“, vom Erfolg des Modells überzeugt.

Warum ein solches Angebot gerade für die Ortenau von großer Bedeutung ist, lässt sich leicht nachvollziehen: Die Wirtschaft klagt über fehlenden Ingenieurnachwuchs, aber viele Studienanfänger scheuen sich davor, ein Ingenieur-Studium zu beginnen. Laut Willi Fuchs, Direktor des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) ist die Zahl der offenen Stellen für Ingenieure in 2010 um sieben Prozent auf 61.000 gestiegen. Und: Das Durchschnittsalter der deutschen Ingenieure beträgt heute 50 Jahre. „Nachwuchs wird also dringend gebraucht“, so auch Felhauer.

Der könnte sich künftig aus drei Zielgruppen rekrutieren lassen. Zu diesen gehören zunächst Studieninteressierte, die eine Ingenieur-Karriere anstreben und einen „durchaus guten Schulabschluss haben“, wie Felhauer es formuliert. Ihnen will man in Offenburg mit „startING“ Orientierung geben, die angesichts der Fülle zahlreicher Studiengänge selbst innerhalb der Ingenieur-Wissenschaften notwendig ist. Aber auch Studieninteressierte, die vielleicht schon einen Beruf erlernt haben und sich das als anspruchsvoll geltende Ingenieursstudium nicht zutrauen, sollen motiviert werden. „Für diese Zielgruppe ist Orientierung nicht mehr so wichtig, weil sie schon eine gewisse Reife hat. Hier wollen wir Brücken bauen ins Studium hinein und die Aussicht auf den Studienerfolg erhöhen“, so Felhauer. Aber auch allen anderen Studieninteressierten, die der Meinung sind, sie könnten mit zusätzlicher Methodenkompetenzen wie Lernstrategien oder Präsentationstechniken und Teamarbeit weiterkommen, steht „startING“ offen.

Das Studienmodell „startING“ ist ein vollwertiges Studiensemester mit Bafög-Förderung, das einem Bachelor-Studiengang vorgeschaltet werden kann. In Kombination mit einem fachspezifischen Studienprogramm entsteht ein umfassendes achtsemestriges Ingenieur-Studium. In diesem ersten startING-Semester erhalten die Studierenden umfangreiche Informationen über die Berufsbilder in den verschiedenen Ingenieur-Disziplinen (z.B. Elektrotechnik und Informationstechnik, Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen), um sich am Ende dieses startING-Semester bewusster für das Weiterstudium in einem fachspezifischen Ingenieur-Studiengang entscheiden zu können. Während des Semesters können auch Studienleistungen in Kernfächern wie Mathematik und Physik erbracht werden, die auf das nachfolgende Studium anrechenbar sind und somit den Studienablauf entzerren. Die Lerntechniken und Soft-Skills werden in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg gelehrt. So leitet ab Sommersemester 2011 Julia Bräutigam, Doktorandin der PH Freiburg, an der Hochschule in Offenburg ihr Seminar „Methodenkompetenzen für Ingenieure“.

Finanziert wird das Angebot „startING“ durch das Land Baden-Württemberg mit 500.000 Euro. „Insgesamt“, so Hochschulrektor Winfried Lieber, „hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fünf Millionen Euro für dieses Pilotprojekt an zwölf Hochschulen freigegeben.“ Eine Maßnahme, die für Liebers Dafürhalten für die Ortenau gerade zur rechten Zeit kommt: „Wir verstehen uns als Ausbildungsstätte für die Wirtschaft der Region. Da auch in der Ortenau ein Wegzug junger Fachkräfte droht, sehen wir es als unsere Verpflichtung an, verstärkt Fachleute auszubilden und an die Region zu binden.“

Dr. Dagmar De Mey | idw
Weitere Informationen:
http://startING.fh-offenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie