Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) gegründet

28.01.2009
Neutronenquelle und Synchrotronquelle werden nun aus einer Hand betrieben

Vor anderthalb Jahren erstmals bekanntgegeben, nun ist sie vollzogen: die Fusion der beiden großen Berliner Forschungseinrichtungen Hahn-Meitner-Institut GmbH (HMI) und Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung m.b.H. BESSY zum neuen Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH (HZB).

Anlässlich der Gründungsveranstaltung am Mittwoch, den 28. Januar, sagt der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel: "Spitzenforschung braucht exzellente Rahmenbedingungen. Mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin haben wir ein international konkurrenzfähiges Forschungszentrum geschaffen. So erwarten wir etwa für die Weiterentwicklung von Solarzellen entscheidende Impulse."

Berlins Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Durch die Zusammenführung der beiden anerkannten Berliner Forschungseinrichtungen - BESSY und HMI - entsteht eine Synergie, mit der Berlin in den Kreis der bislang weltweit drei führenden Standorte der Struktur- und Materialforschung aufsteigt. Das neue Helmholtz-Zentrum Berlin wird ein strukturbildendes Element der Berliner Forschung werden und die Berliner Position im internationalen Wissenschafts- und Forschungswettbewerb weiter stärken."

Mit dem neuen Zentrum in Berlin wird es in Deutschland ein Helmholtz-Zentrum geben, welches zum Nutzen der Wissenschaft eine Neutronen- und Synchrotronstrahlungsquelle aus einer Hand entwickelt und betreibt. Damit können mehr als 2000 Nutzer jährlich aus Hochschulen, anderen Forschungseinrichtungen sowie der Industrie in Deutschland und weltweit auf einzigartige Experimentiermöglichkeiten zugreifen. Mit dieser Strategie sieht sich das HZB in einer Reihe mit anderen bedeutenden Forschungseinrichtungen in Europa: dem science campus mit dem Institut Laue-Langevin, der ESRF und dem EMBL in Grenoble, den Rutherford Laboratories in Großbritannien und dem Schweizer Paul-Scherrer-Institut.

Und zusätzlich verfügt das Berliner Zentrum über einen starken Forschungsbereich Photovoltaik. Die Wissenschaftler dieses Forschungsbereiches werden ebenfalls vom einfacheren Zugang zu den Großgeräten profitieren. Das Zentrum startet mit einem Jahresetat von etwa 100 Millionen Euro und ca. 1100 Mitarbeitern an den beiden Standorten Berlin-Wannsee und Adlershof. Der Bund wird 90 Prozent der Zuwendungen tragen, das Land Berlin 10 Prozent. Dazu kommen noch etwa 10 Millionen Euro, die das HZB jährlich an Drittmitteln einwirbt.

Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft: "Die Fusion war eine sachorientierte Entscheidung, die die Wissenschaft insgesamt voranbringt. Dabei hat sich die Leibniz-Gemeinschaft konstruktiv eingebracht und gezeigt, dass es hier nicht um Besitzstände geht, sondern darum, die Arbeitsmöglichkeiten für die Forschung in Deutschland weiter zu verbessern."

Das HZB wird von einer dreiköpfigen Geschäftsführung geleitet, den beiden wissenschaftlichen Geschäftsführern, Prof. Dr. Anke Rita Pyzalla (Sprecherin) und Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Eberhardt sowie dem kaufmännischen Geschäftsführer, Dr. Ulrich Breuer. "Indem wir Neutronen und Photonen zunehmend komplementär nutzen, wollen wir neue Wissenschaftsgebiete erschließen und noch mehr hervorragende Nutzer für Neutronen und Synchrotronstrahlung gewinnen", sagt Anke Pyzalla. Die 42-jährige Materialforscherin ist vom Düsseldorfer Max-Planck-Institut für Eisenforschung, wo sie seit 2005 Direktorin war, ans HZB gewechselt. Hier möchte sie unter anderem eine größere Vernetzung des HZB mit den Universitäten im Raum Berlin-Brandenburg erreichen und neue Wege gehen, um die Nachwuchsförderung im HZB zu stärken.

"Die Entwicklung einer sicheren und kostengünstigen Energieversorgung, die unsere Umwelt nicht belastet, ist eine herausragende Aufgabe für Forschung und Technologie in unserer Gesellschaft", ergänzt Wolfgang Eberhardt, der für den Energiebereich zuständige Geschäftsführer. "Mit den Entwicklungen von effizienten und kostengünstigen Dünnschicht-Solarzellen aus Silizium und anderen Materialien können wir wesentliche Beiträge zur Lösung dieser wichtigen Probleme leisten."

Die wichtigsten aktuellen Projekte des HZB sind: der Bau eines 25 Tesla-Hochfeldmagneten für die Untersuchung magnetischer Materialien mit Neutronenstreuung in Wannsee und der Aufbau des Kompetenzzentrums für Dünnschicht-Photovoltaik in Adlershof und die Vorbereitung einer Synchrotronstrahlungsquelle der nächsten Generation am Standort Adlershof.

Rückfragen unter:
Dr. Ina Helms
Pressestelle HZB
Glienicker Str. 100
14109 Berlin
Tel.: 030-2034-8062
ina.helms@helmholtz-berlin.de
Das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) betreibt und entwickelt Großgeräte für die Forschung mit Photonen (Synchrotronstrahlung) und Neutronen mit international konkurrenzfähigen oder sogar einmaligen Experimentiermöglichkeiten. Diese Experimentiermöglichkeiten werden jährlich von mehr als 2000 Gästen aus Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen weltweit genutzt. Das Helmholtz-Zentrum Berlin betreibt Materialforschung zu solchen Themen, die besondere Anforderungen an die Großgeräte stellen. Forschungsthemen sind Materialforschung für die Energietechnologien, Magnetische Materialien und Funktionale Materialien. Im Schwerpunkt Solarenergieforschung steht die Entwicklung neuer Materialien für Dünnschichtsolarzellen im Vordergrund. Am HZB arbeiten rund 1100 Mitarbeiter/innen, davon etwa 800 auf dem Campus Lise-Meitner in Wannsee und 300 auf dem Campus Wilhelm-Conrad-Röntgen in Adlershof. Das HZB ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V., der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Dr. Ina Helms | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ALMA beginnt Beobachtung der Sonne

18.01.2017 | Physik Astronomie

Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

18.01.2017 | Architektur Bauwesen

Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern

18.01.2017 | Geowissenschaften