Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues DFG-Graduiertenkolleg bewilligt

09.11.2009
DFG fördert Berliner Programm unter Federführung der TU Berlin mit 2 Millionen Euro

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschloss auf ihrer Herbsttagung die Förderung des Graduiertenkollegs "Verarbeitung sensorischer Informationen in neuronalen Systemen". Wie sie am 9. November 2009 mitteilte, wird es für viereinhalb Jahre mit zwei Millionen Euro gefördert.

30 Promovenden sollen an dem neuen Graduiertenkolleg teilnehmen können. Koordinator ist Prof. Dr. Klaus Obermayer von der Technischen Universität Berlin. Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Charité - Universitätsmedizin Berlin, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Graduiertenkolleg ist als Herzstück des PhD-Programms des Bernstein-Zentrums für Computational Neuroscience Berlin konzipiert und stellt das wesentliche Finanzierungs- und Förderinstrument für die Jahre 2010 bis 2014 dar.

In dem neuen Graduiertenkolleg werden Konzepte und Methoden aus den Forschungsgebieten maschinelles Lernen, theoretische Neurobiologie und Systemneurobiologie kombiniert, um neuronale Informationsverarbeitung im Zusammenhang mit Wahrnehmungsprozessen zu untersuchen. Experimentatoren und Theoretiker werden gemeinsam junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anleiten. Sie sollen interdisziplinär an Projekten zur Informationsverarbeitung des Gehirns arbeiten, neue theoretische Methoden und Konzepte entwickeln und diese im neurobiologischen Experiment einsetzen, um Hypothesen zur Wahrnehmung und ihrer Kopplung an kognitive Prozesse zu validieren.

"Unsere wissenschaftliche Vision ist es, ein theoretisches Rahmenwerk zur Untersuchung neuronalen Informationsverarbeitung zu erstellen, das ebenso mächtig und akzeptiert ist, wie die biophysikalische Modellierung von einzelnen Nervenzellen durch sogenannte Kompartimentmodelle", betont der Koordinator des Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Klaus Obermayer von der TU Berlin.

Der Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms liegt auf der Untersuchung neuronaler Informationsverarbeitung im Zusammenhang mit Wahrnehmungsprozessen. Da Wahrnehmungsprozesse von der speziellen Aufgabe abhängen ("Wahrnehmung dient einem Zweck"), besteht eine Wechselwirkung zwischen der Verarbeitung sensorischer Reize und kognitiven Prozessen (Entscheidungsprozesse, Gedächtnis, Planung oder Bewegungskontrolle) und sollte im Verhaltenskontext analysiert und bewertet werden. Aus diesem Grunde werden alle Experimente auch im Verhaltenskontext durchgeführt. Basierend auf neuen Erkenntnissen aus dem Bereich des maschinellen Lernens werden neue Methoden entwickelt, mit deren Hilfe spezifisch Fragen zu zeitlich-variablen Eingaben, zu Kodierungsstrategien für Stimuli in Zeitreihen und zur Informationsverarbeitung mit Hilfe dynamischer Systeme untersucht werden sollen.

Das Ausbildungsprogramm besteht aus eigenständiger Forschungsarbeit in interdisziplinären Projekten, gemeinsam betreut durch mindestens zwei Antragsteller mit komplementärer Expertise und einem Lehrprogramm im Umfang von 30 ECTS, welches jeweils zur Hälfte aus fachbezogenen und überfachlichen ("transferable skills") Kursen besteht. Das Ausbildungsprogramm wird durch Fördermaßnahmen für besonders begabte Master-Studierende und durch eine Anschubfinanzierung für Erstantragsteller für Absolventen des Graduiertenkollegs bzw. des PhD-Programms ergänzt. Die Mitglieder des Graduiertenkollegs werden in das interdisziplinäre Berliner Lehr- und Forschungsumfeld und in das BMBF-geförderte Nationale Netzwerk "Computational Neuroscience" integriert und können an allen Aktivitäten der Einrichtungen, einschließlich der Konferenzen und Symposien, teilnehmen. Sie werden somit ein exzellentes Umfeld vorfinden, um sich schnell in die internationale Forschungsgemeinschaft zu integrieren.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Klaus Obermayer, TU Berlin, Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik, Tel.: 030/314-73120, E-Mail: oby@cs.tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie