Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im neuen DocLab Wiederbelebungsmaßnahmen üben oder Arme eingipsen

26.05.2011
Interdisziplinäres Ausbildungszentrum für praktische ärztliche Fertigkeiten an der Universität Tübingen wird eröffnet

Ab sofort können Studierende der Medizin der Universität Tübingen in einem Ausbildungszentrum praktische ärztliche Fertigkeiten lernen: Am Freitag, dem 27. Mai, wird das neugegründete DocLab der Universität Tübingen eröffnet.

Der gemeinsam vom Universitätsklinikum Tübingen und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg finanzierte Neubau des DocLabs umfasst etwa 700 m² Lehr-, Praxis- und Seminarräume. Darin können Medizinstudenten gezielt manuelle und kommunikative Fertigkeiten trainieren. Die Ausstattung wurde aus Studiengebühren der Studierenden mitfinanziert. Mit der Eröffnung des DocLab-Ausbildungszentrums setzt die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen einen Meilenstein in einem über Jahre aufgebauten innovativen und zukunftsorientierten Ausbildungskonzept.

Die moderne Medizin stellt die Ärzte auch als Lehrer und Ausbilder vor eine große Herausforderung. In immer kürzer werdenden Zeitintervallen müssen Patienten mit zunehmender Krankheitsschwere behandelt werden. Dabei wird es zusehends schwieriger, Berufsanfängern notwendige manuelle sowie kommunikative Fertigkeiten sicher zu vermitteln. Das bisherige Ausbildungskonzept in Form von Famulaturen und Wochenpraktika ist für werdende Ärzte nachgewiesenermaßen nur bedingt effektiv. Oft haben die Stations- und Oberärzte nicht mehr die Zeit, die jungen Kollegen gezielt anzuleiten. Das "Lernen am Patienten" ist darüber hinaus nicht immer im Sinne eines zeitgemäßen Anspruchs an die Patientensicherheit. Die Tübinger Medizinstudenten trainieren im DocLab über 150 ärztliche Fertigkeiten, von der Kommunikation schwerwiegender Diagnosen über die korrekte Anlage eines zentralen Venenkatheters bis hin zum Eingipsen von Armen. Dabei kommen neben speziell geschulten Schauspielern, welche Patienten mimen, verschiedenste Simulatoren und Phantome zum Einsatz. In einer geschützten Lernumgebung können sich die Studierenden außerhalb des stressigen Stationsalltags mit diversen manuellen und kommunikativen Techniken auseinandersetzen.

Die große Mehrzahl der angebotenen Trainingskurse wird von den Studierenden der Medizinischen Fakultät verpflichtend im Rahmen ihrer regulären Ausbildung absolviert. Zusätzlich wurde ein Mentorensystem für Studierende fortgeschrittener Semester entwickelt, in dem sie sowohl fachlich als auch didaktisch gezielt für ihren Einsatz als Tutor für jüngere Kommilitonen ausgebildet werden. Dieses innovative und einmalige Tutorensystem wurde in den letzten fünf Jahren in kontinuierlicher Zusammenarbeit zwischen dem Kompetenzzentrum Medizindidaktik Baden-Württemberg an der Universität Tübingen sowie dem ärztlichen Leitungsteam des DocLab entwickelt. Das Tutorenmodell hat auch über Tübingen hinaus für große Beachtung gesorgt. Durch eine enge Kooperation mit dem Lehrbereich Allgemeinmedizin wird das Tübinger Medizinstudium zudem auch gezielt auf hausärztliche Aspekte sowie die Breitenversorgung im Gesundheitswesen ausgerichtet.

Durch die Bündelung der Kräfte von 19 verschiedenen Fachbereichen der Universitätsklinik Tübingen entstehen wichtige ökonomische und administrative Synergie-Effekte. Das Studiendekanat der Medizinischen Fakultät stellt zusätzlich eine zentrale Verwaltung für die studentischen Mentoren bereit, um die Dozenten der verschiedenen Fachbereiche zu entlasten. Neben den Medizinstudenten werden auch die Schüler der Krankenpflegeschule des Universitätsklinikums im DocLab ihre ersten praktischen Erfahrungen sammeln.

Bereits jetzt kooperiert das DocLab mit Partnern aus der freien Wirtschaft, um durch prospektive Studien die Patientensicherheit zu verbessern. Eine enge Vernetzung zwischen Industrie und Universität ist unabdingbare Voraussetzung für die Weiterentwicklung beider Bereiche. Das DocLab wird hierfür eine zuverlässige und nachhaltige Plattform bereitstellen. Seminare für ambulante Pflegedienste, Auffrischungskurse für ärztliche oder pflegerische Berufswiedereinsteiger oder Workshops für Spezialdisziplinen sind weitere vielversprechende Perspektiven des DocLab.

Bereits bei der Eröffnung am 27. Mai im Lehr- und Lerngebäude des Kompetenzzentrums Medizindidaktik Baden-Württemberg, Elfriede-Aulhorn-Str. 10, Gebäude 650, können Interessierte von 14 bis 16 Uhr in verschiedenen Workshops unter anderem eine Blutabnahme am Simulator üben, ein Patientengespräch mit einem Schauspieler durchführen, Ultraschall- und Endoskopiegeräte selber ausprobieren oder einen Arm eingipsen. Die offizielle Eröffnungsfeier beginnt um 16 Uhr.

Kontakt:
PD Dr Peter Weyrich
Universität Tübingen • Medizinische Fakultät
DocLab
Elfriede-Aulhorn-Str. 10 • 72076 Tübingen
Telefon: +49 7071 • 29-82711
Telefax: +49 7071 • 29-4019
http://peter.weyrich[at]med.uni-tuebingen.de
Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Leiterin Myriam Hönig
Abteilung Presse, Forschungsberichterstattung, Information
Michael Seifert
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
michael.seifert[at]uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.doc-lab.de
http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise