Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue wissenschaftliche Nachwuchsgruppe am Helmholtz Zentrum München

09.08.2010
Mechanismen chronischer Entzündungsprozesse und deren Auswirkungen werden aufgeklärt

Am Helmholtz Zentrum München wird eine neue wissenschaftliche Nachwuchsgruppe zur Untersuchung entzündlicher Gewebestrukturen etabliert. Diese spielen vor allem bei Erkrankungen der Leber (Hepatitis), der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder des Darm (Colitis) eine entscheidende Rolle. Als Leiter der neu berufenen Forschergruppe wurde der 34-jährige Molekularbiologe Prof. Dr. Mathias Heikenwälder berufen.

Über ein strenges Auswahlverfahren der Helmholtz-Gemeinschaft ist Heikenwälder vom Helmholtz Zentrum München berufen, eine von insgesamt 20 neu bewilligten wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen einzurichten.

Mit einem Jahresbudget von über 250.000 Euro wird er sich mit seinem Team die nächsten fünf Jahre mit den zellulären und molekularen Mechanismen von Gewebeveränderungen bei chronischen Entzündungsprozessen beschäftigen.

Der Fokus seiner Arbeit liegt auf der Aufklärung der Vorgänge, die zu chronischen Entzündungen, Gewebezerstörung, Karziongenese und Veränderungen im Stoffwechsel führen. Heikenwälder hat erst kürzlich mit seiner Arbeitsgruppe einen neuen Signalweg aufklären können, der durch Virusinfektion (Hepatitis-B- und C-Virus) zu chronischer Entzündung und Leberkrebs führt (Haybaeck et al., 2009, Cancer CELL; Wolf et al., 2010, Oncogene).

„Von den Forschungsimpulsen in der neu gegründeten Nachwuchsgruppe erwarten wir uns ein besseres Verständnis der Entzündungsvorgänge chronischer Krankheiten in Hinblick auf Diagnostik und Therapie“, sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, Prof. Dr. Günther Wess. Damit leiste das Zentrum einen wichtigen Beitrag zur Erforschung chronischer Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen.

Chronische Entzündungen sind eines der Hauptprobleme der westlichen, vor allem aber auch der Dritten Welt. Dazu gehören die viral (z.B. Hepatitis-B- und C-Virus) ausgelöste wie auch die nicht-virale Form (z.B. massiver Alkoholkonsum) der Hepatitis, der Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) oder chronische Entzündungen des Darms (Colitis). Etwa 500 Millionen Menschen sind zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Hepatitis-B- oder C-Virus infiziert und leben mit dem Risiko schwere Leberschäden oder Leberkrebs zu bekommen.

Eine chronische Entzündung ist durch die andauernde Anwesenheit aktivierter Immunzellen in nicht-lymphoiden Organen wie Leber und Nieren charakterisiert. Veränderungen von intaktem Gewebe und dessen Stoffwechsel rufen letztlich anormale Reaktionen im Körper hervor. Die Folgen sind sowohl das Absterben von Zellen (Nekrose) als auch unkontrolliertes Zellwachstum bis hin zur Entstehung von Krebs. Bislang fehlen bei vielen dieser Leiden geeignete Therapien; oftmals kann lediglich symptomatisch behandelt werden.

Zur Person: Mathias Heikenwälder

Die Arbeitsgruppe von Mathias Heikenwälder (34), die sich bislang vollkommen über Drittmittel finanzierte, forschte zuletzt am UniversitätsSpital Zürich, Department Patholgie. Der Molekularbiologe promovierte über immunologische Aspekte peripherer Prionen-Pathogenese und der Rolle chronischer Entzündungen, habiliterte 2009 in Zürich zum Thema experimentelle Pathologie und ist Empiris-Preisträger 2006, seit 2007 Prof. Dr. Max-Cloëtta fellow und Götz-Preisträger 2009. 2010 erhielt er eine Forschungsförderung des Europäischen Forschungsrates ERC (European Research Council). Eine klinische Studie mit Hepatitis-C-Virus infizierten Patienten in Zusammenarbeit mit der Immunomonitoring Unit (Helmholtz), dem Clincial Trial Center Zürich und der Firma Biogen IDEC ist in Vorbereitung.

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 16 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit insgesamt 26.500 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.

Ansprechpartner für Medienvertreter

Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg; Tel.: 089-3187-3946, Fax 089-3187-3324, E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Michael van den Heuvel | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops