Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Forschungsplattform der Neurowissenschaften

09.07.2010
Bernstein Center bündelt Forschung in Computational Neuroscience und Neurotechnologie

Was sind die theoretischen Grundlagen der Hirnfunktion? Und wie lässt sich dieses Wissen zum Beispiel in die Entwicklung von Prothesen und Schnittstellen umsetzen, die direkt mit dem Nervensystem Kontakt aufnehmen? An der Universität Freiburg forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit Jahren, um eine Antwort zu finden. Jetzt wurde mit der Gründung des Bernstein Center Freiburg eine Plattform geschaffen, die als zentrale Einrichtung der Universität diesen Wissenschaftszweig fest in Freiburg verankert.

Zukünftig wird das Bernstein Center Freiburg mit Sitz in der Hansastraße 9A in Freiburg die zentrale Einrichtung für die Koordination der Forschung in den Bereichen Computational Neuroscience und Neurotechnologie darstellen. Experimentelle und theoretische Hirnforschung und ihre Anwendungen in Informatik, Mikrosystemtechnik und Klinik werden damit zu einer großen, multidisziplinären Forschungsplattform zusammengeführt. Für die Freiburger Forscher wird es dadurch leichter sich auszutauschen und zu vernetzen und nach außen gemeinsam zu operieren.

Darüber hinaus ermöglicht das Zentrum neue Initiativen in Lehre und Weiterbildung: die multidisziplinären internationalen Doktoranden- und Postdoc-Programme in Computational Neuroscience beispielsweise oder der trinationale Studiengang Joint Master Neuroscience, der über das tri-nationale Netzwerk Neurex auch in Strasbourg und Basel angesiedelt ist.

Computational Neuroscience und Neurotechnologie blicken in Freiburg auf eine beachtliche Reihe von Drittmitteleinwerbungen zurück, die sich bislang auf fast 20 Millionen Euro belaufen und mehrere Neuberufungen an der Universität ermöglichten. Die Übertragung der universitären Grundlagenforschung auf biomedizinische und technologische Anwendungen wird durch die starke Einbindung industrieller Partner in mehrere Teilprojekte gesichert.

„Die Universität Freiburg macht jetzt den nächsten Schritt und hat entschieden, diese Konzentration wissenschaftlichen Know-hows und gemeinsamer Zielsetzungen langfristig zu sichern“, sagt Prof. Dr.

Ad Aertsen, Koordinator des neu gegründeten Zentrums. „In Freiburg entsteht damit ein in dieser Form in Deutschland einzigartiger Forschungsverbund.“ Da die Forschungsinitiativen im Rahmen des BMBF-geförderten Bernstein Netzwerks national und international bereits zum Begriff für Computational Neuroscience und Neurotechnologie geworden sind, wird auch das neue Zentrum den Namen des berühmten deutschen Neurobiologen Julius Bernstein im Titel führen.

Das Forschungsfeld ist stark interdisziplinär, es spannt einen weiten Bogen von den mathematisch formulierten Grundlagen der Funktionsweise und Dynamik neuronaler Netzwerke über die Neuroanatomie und physiologie bis hin zur Entwicklung von Technologien für die medizinische Anwendung. Wegen dieser breiten Fächerung verteilen sich die Aktivitäten an der Universität Freiburg auf insgesamt neun Fakultäten, Institute und zentrale Einrichtungen.

Das Bernstein Center for Computational Neuroscience (BCCN Freiburg) und der Bernstein Focus Neurotechnologie Freiburg-Tübingen (BFNT F*T) führten bereits zu einer gemeinsamen Ausrichtung der Forschung. Beides sind mehrjährige, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des bundesweiten Bernstein-Netzwerks geförderte Verbundprojekte mit jeweils über einem Dutzend Teilprojekten.

Mit der Gründung des Bernstein Center Freiburg stellt die Universität Freiburg sicher, dass sie ihre Vorreiterrolle in diesem dynamischen Forschungsfeld erhält und sogar noch ausbauen kann.

Kontakt:
Prof. Dr. Ad Aertsen (Koordinator)
Institut für Biologie III
Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-2718
E-Mail: ad.aertsen@biologie.uni-freiburg.de
Dr. Gunnar Grah (Administrativer Koordinator)
Bernstein Center for Computational Neuroscience
Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-9314
E-Mail: grah@bcf.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.bcf.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics