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Neue Energie für eine wertvolle Zukunft

14.04.2010
Innovativ, nachhaltig, vernetzt – reagiert die Fraunhofer-Gesellschaft auf die aktuellen Herausforderungen. In der Wirtschaftskrise geht es darum, mit neuer Energie die Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Denn es entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit in vielen Branchen neue Märkte – dazu gehören erneuerbare Energien, Elektromobilität und Umwelttechnik.

Die weltweite Wirtschaftskrise und die anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten führten im Jahr 2009 in Deutschland zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5 Prozent. Der Export, der lange Jahre der entscheidende Wachstumsfaktor der deutschen Wirtschaft war, brach um 14,7 Prozent ein. Von der stärksten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik blieb auch die Fraunhofer-Gesellschaft nicht unberührt. Das Finanzvolumen stieg zwar um 15 Prozent, die Aufträge mit der Wirtschaft gingen jedoch um 10 Prozent zurück.

»Zum Glück haben sich trotz Wirtschaftskrise die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland insgesamt weiter erhöht. So konnten die Fraunhofer-Institute durch einen deutlichen Anstieg bei den öffentlichen Projekten den Rückgang bei den Wirtschaftserträgen mehr als kompensieren«, fasst Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger den anhaltenden Erfolgskurs zusammen.

»Entscheidende Voraussetzung für künftiges Wachstum ist, dass Staat und Industrie gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen nicht nachlassen, in innovative Technologien zu investieren«, betont Bullinger. Die Zukunft einer wissensbasierten Gesellschaft hängt entscheidend von ihrer Innovationskraft und der Erschließung neuer Leitmärkte ab. Der Forschungshaushalt des Bundes erhöhte sich im Jahr 2009 um 9 Prozent. Darüber hinaus wurden über die Konjunkturprogramme, die von der Bundesregierung initiierten Hightech-Strategie für Deutschland sowie die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern umfangreiche Finanzmittel für Forschung und Entwicklung zur Verfügung gestellt. Das gemeinsame Ziel der EU-Mitgliedsstaaten und der Bundesregierung, den Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt bis 2010 auf 3 Prozent zu steigern, ist jedoch nicht erreicht worden.

Fraunhofer beschleunigt den »Grünen Aufschwung«

Eines der herausragenden Merkmale der Fraunhofer-Gesellschaft ist die flexible und schnelle Vernetzung: sie kann ihre Forschungsleistungen rasch auf die Bedürfnisse des Markts abstimmen. Der direkte und intensive Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft führt dazu, dass sich die Institute kontinuierlich neu ausrichten und Forschungskapazitäten in marktrelevanten Feldern auf- und ausbauen. So wurden im vergangenen Jahr vor allem die Aktivitäten in den Bereichen, Energie, neue Werkstoffe und Lebenswissenschaften verstärkt. »Unsere Wissenschaftler und Ingenieure arbeiten eng vernetzt mit der Scientific Community an Technologien, Produkten und Dienstleistungen, die die Unternehmen rasch voranbringen«, erklärt Bullinger. »Im nächsten Jahrzehnt wird ein Umbruch in den Themenfeldern Energieverbrauch, -umwandlung, -speicherung und -verteilung stattfinden. Denn wenn wir auch in Zukunft Strom, Wärme und Kälte zu bezahlbaren Preisen erhalten wollen, müssen wir Energie wesentlich effizienter nutzen und erneuerbare Energien umfassend erschließen. Dann lässt sich auch der Kohlendioxidausstoß verringern, der das Weltklima bedroht.«

Auch beim Einsatz von Rohstoffen gibt es noch viele Einsparmöglichkeiten: zum Beispiel bei Gebäuden, in der industriellen Produktion und im Verkehr. Am Beispiel Auto haben Fraunhofer-Wissenschaftler analysiert, welche Potenziale erschlossen werden können, wenn nicht erst im Einsatz, sondern bereits in der Produktion auf Ressourceneffizienz geachtet wird. Ressourcen schonendes Wirtschaften gewinnt für Unternehmen weltweit immer stärker an Bedeutung. Wenn die Weltwirtschaft wieder in Gang kommt und Länder wie China oder Indien zweistellige Wachstumsraten realisieren, werden sich Rohstoffe und Energie noch viel dramatischer verknappen. Ressourceneffizienz betrifft alle produzierenden Firmen, denn die Rohstoffpreise sind in den vergangenen sieben Jahren durchschnittlich um 70 Prozent gestiegen. Bei den für das produzierende Gewerbe signifikanten Rohstoffen wie Kohle, Stahl und Öl sind die Steigerungsraten deutlich höher.

Zurzeit entwickelt sich ein weltweiter Markt für Systeme, Produkte und Dienstleistungen, die die Rohstoff- und Energieeffizienz verbessern. Deutsche Unternehmen können ihre Position als Ausrüster für die Weltwirtschaft nur halten, wenn sie auf innovative Produktionstechnik und neue »grüne« Produkte setzen. Die Chancen sind gut, denn in Energieeffizienz- und Umwelttechniken haben deutsche Unternehmen einen Vorsprung, den es zu nutzen gilt. Wirtschaftsanalysten sagen den erneuerbaren Energien und den Umwelttechnologien große Wachstumsraten voraus. Grüne Investments sind gefragt. Und es lohnt sich – für Wirtschaft und Gesellschaft. Das hat eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI gezeigt: Bis 2020 kann die Zahl der Beschäftigten im Greentech-Sektor nach den Klimaschutzbeschlüssen der Politik um etwa 380 000 steigen. Wird der Klimaschutz verstärkt, ist sogar das Entstehen von rund 630 000 neuen Arbeitsplätzen möglich. Zudem kann das Bruttoinlandsprodukt um rund 70 Mrd. beziehungsweise um etwa 81 Mrd. Euro steigen.

Bullinger betont: »Die Fraunhofer-Gesellschaft ist hervorragend aufgestellt, um Konzepte und Lösungen zu entwickeln, wie wir diesen Herausforderungen begegnen können. Allein in der Fraunhofer-Allianz Energie befassen sich 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 15 Einrichtungen schwerpunktmäßig mit regenerativen Energien, den notwendigen Systemtechnologien wie Energienetzen und -speichern sowie mit dem breiten Thema der Energieeffizienz. Dazu kommen weitere Forscher-Teams, etwa aus den Allianzen Bau und Verkehr, die einen wesentlichen Anteil ihrer Arbeit diesen Themen widmen.« Fraunhofer bietet somit Know-how in allen Technologien an, die für eine nachhaltige, sichere und kostengünstige Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien benötigt werden.

Am Beispiel Systemforschung Elektromobilität konnte Fraunhofer beweisen, wie schnell sie alle benötigten Kompetenzen zu diesem aktuellen Forschungsfeld zusammenbringen, strategisch bündeln und mit der Wirtschaft vernetzen kann. 33 Institute beteiligen sich an der Entwicklung alternativer Verkehrssysteme. Ziel sind Prototypen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, um den Einstieg der deutschen Automobilindustrie in die Elektromobilität zu unterstützen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF fördert dieses Vorhaben mit insgesamt 44 Mio. Euro aus den Konjunkturprogrammen I und II.

»Wir übernehmen Verantwortung für den Standort Deutschland, denn wir leiten unsere Forschungsziele von den Herausforderungen ab, vor denen wir in Deutschland und Europa derzeit stehen«, fasst der Fraunhofer-Präsident die anspruchvolle Aufgabe zusammen.

Franz Miller | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/04/energie-elektromobilitaet-umwelttechnik.jsp

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