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Neue Bildungsbrücke zwischen Indien und Deutschland

19.07.2010
Vier deutsche Hochschulen unterzeichnen Konsortialvertrag für das "Indo German Center of Higher Education". Deutsch-indische Zusammenarbeit nach Vorbild der CDHAW in den Fachrichtungen Maschinenbau und Informatik

Am Anfang stand eine Idee: Der Schlüssel zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit der zukünftigen Wirtschaftsgroßmacht Indien ist gemeinsam genutztes Know-how. Und eine Brücke, die diese Beziehung verbessern und stärken kann, ist das "Indo German Center of Higher Education" (IGCHE), das am 16. Juli 2010 ein neues juristisches Fundament bekommen hat.

Denn an diesem Tag unterzeichneten die Hochschule Bochum, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Fachhochschule Gelsenkirchen und die Hochschule Zittau/Görlitz mit einem Festakt einen Konsortialvertrag. Er regelt die Bereitschaft der beteiligten deutschen Fachhochschulen, indische Studierende in deren vierten Studienjahr in eigens zugeschnittenen Bachelor-Studiengängen in den Fächern Maschinenbau und Informatik in Deutschland zu betreuen.

Zentrale Aufgabe des Indo German Center ist die Koordination der gemeinsamen Studiengänge mit zwei südindischen Partnerhochschulen, mit dem PSG College of Technology in Coimbatore und mit der renommierten SRM University in Kattankulathur. Noch in diesem Jahr starten die Studienangebote mit jeweils 30 Studierenden (15 pro Partnerhochschule).

Vater und Koordinator dieses vom Bundesbildungsministerium unterstützten internationalen Zukunftsprojekts ist Prof. Dr. Roland Böttcher vom Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bochum. Er erkannte die Chance, die sich bereits mit einem ähnlichen Projekt in China vorbildlich bewährt hat und setzte sich an entscheidenden Stellen für die Umsetzung auch mit indischen Partnern ein: In Shanghai arbeitet seit 2003 die Chinesisch-Deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) sehr erfolgreich. Sie bereitet chinesische Studentinnen und Studenten auf die Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft vor: Eine intensive Vermittlung der deutschen Sprache ist dabei ebenso Teil des Programms wie das Angebot des jeweiligen Fachwissens und der Aufenthalt in Deutschland mit deutschen Lehrveranstaltungen, Unternehmenspraktika und der deutschen Bachelor-Abschlussarbeit.

Ziel der deutsch-indischen Initiative ist die Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren, die für deutsche Unternehmen in Indien tätig werden könnten und für die indische Wirtschaft eine möglichst reibungsarme Zusammenarbeit mit deutschen Firmen ermöglichen.

Die Leitungen der im Konsortialvertrag zusammengeschlossenen deutschen Hochschulen sind sich über die Bedeutung der neuen Studienangebote, einig: Die für die deutsche Wirtschaft überlebenswichtige Zusammenarbeit mit den boomenden Ländern Asiens kann nur erfolgreich bleiben, wenn es in Deutschland und vor Ort genügend hochqualifizierte Fachkräfte gibt. Wenn durch den demografischen Wandel in Deutschland nicht mehr genügend Nachwuchs für diese Aktivitäten an die Hochschulen geworben werden können, dann bieten diese internationalen Bildungswege einen entscheidenden Ausweg. "Und in ca. 20 Jahren sind die jetzt ausgebildeten Studierenden in ihrem Land die Entscheider", weiß auch Prof. Böttcher. Sie können ihren Weg dann gemeinsam mit einer deutschen Kultur und Wirtschaft gehen, von denen sie als Menschen mitgeprägt sind.

Die am Konsortium des Indo German Center of Higher Education beteiligten Hochschulen wünschen sich übrigens noch weitere deutsche Partner, die das Zukunftsprojekt auf eine breitere Basis stellen können…

Detlef Bremkens | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-bochum.de/
http://www.hochschule-bochum.de/international/indo-german-center-of-higher-education.html

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