Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachwuchswissenschaftler international aktiv

07.06.2011
Der Arbeitsalltag von jungen Wissenschaftler(inne)n ist insgesamt durch ein hohes Maß an Internationalität geprägt. Sich aktiv an internationalen wissenschaftlichen Diskursen zu beteiligen, sich mit ausländischen Wissenschaftler(inne)n auszutauschen oder selbst für eine gewisse Zeit im Ausland zu forschen, ist für viele fester Bestandteil ihrer Tätigkeit.

Jede/-r vierte Nachwuchswissenschaftler/-in hat bereits einen forschungsbezogenen Auslandsaufenthalt von mindestens einmonatiger Dauer absolviert; insgesamt war jede/-r Zweite in der Zeit als Nachwuchswissenschaftler/-in bereits einmal berufsbedingt im Ausland.

Über 80 Prozent der Nachwuchswissenschaftler/-innen weisen in ihrer gesamten Biographie (Schule/Studium/Erwerbstätigkeit) Auslandsaufenthalte auf. Besonders hohe Mobilitätsquoten als Forscher/-innen gibt es unter den Naturwissenschaftler(inne)n, den Sozial- und Politikwissenschaftler(inne)n sowie den Geisteswissenschaftler(inne)n. Von denjenigen, die bis dato nicht forschungsbezogen im Ausland waren, äußert die Mehrzahl generell Interesse an einem Aufenthalt im Ausland.

Dies sind Ergebnisse einer Befragung, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beim HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) in Auftrag gegeben hat. Die Studie wertet die Antworten von rund 5.500 Studienteilnehmer(inne)n aus Hochschulen mit Promotionsrecht und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus. Das Durchschnittsalter der befragten Wissenschaftler/-innen beträgt 32 Jahre.

Als Haupthürden für länderübergreifende Mobilität wurden die Finanzierung, Bürokratie, fehlende Beratungsangebote und die Trennung vom privaten Umfeld benannt. Fast 40 Prozent der Befragten gaben allerdings an, keinerlei Probleme bei der Planung und Durchführung eines Auslandaufenthalts zu haben.

Gut drei Viertel der Befragten haben Kontakte zu Wissenschaftler(inne)n außerhalb ihres Heimatlandes. Die wichtigsten Kontaktländer sind die USA, Frankreich, Großbritannien und die Schweiz. Auch in die Nachbarländer Niederlande, Österreich und Italien bestehen vergleichsweise häufig Kontakte. Die häufigste Kooperationsform stellt die Teilnahme an einem internationalen Forschungsprojekt dar. Auch internationale Co-Autorenschaften sind – wenngleich von Fach zu Fach in unterschiedlichem Ausmaß – relativ weit verbreitet (Universitäten: 43 Prozent). Auslandskontakte entstehen besonders häufig auf Tagungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat sich zum Ziel gesetzt, die internationale Mobilität deutscher Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen zu steigern – etwa durch das Programm IPID (International Promovieren in Deutschland), den Sofja-Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und das Reintegrationsprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Außerdem informiert die Initiative GAIN deutsche Wissenschaftler in Nordamerika über den Forschungsstandort Deutschland und unterstützt deren Rückkehr auf attraktive Positionen in Europa.

„Wir unterstützen die Mobilität unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, betonte Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung. „Netzwerke zwischen den Forschungsstandorten auf der ganzen Welt sind heute wichtiger denn je. Gleichzeitig müssen wir hierzulande für Bedingungen sorgen, die es den Wissenschaftlern leicht machen, zurückzukehren. Unser Signal muss sein: Wir brauchen kluge Köpfe.“

Die Motive für internationale Kooperationen sind häufig vor allem forschungsbezogen (Ideenaustausch; die eigene Forschung voranbringen), nicht selten spielen jedoch auch eher karrierebezogene und ressourcenbezogene Motive (Forschungsförderung) eine wichtige Rolle. Insbesondere der forschungsbezogene Nutzen eines Auslandsaufenthalts wird von der Mehrheit der befragten Forscher/-innen positiv beurteilt.

Nähere Auskünfte:
Kolja Briedis
Tel.: 0511 1220-232
E-Mail: briedis@his.de
Steffen Jaksztat
Tel.: 0511 1220-344
E-Mail: jaksztat@his.de
Pressekontakt:
Katharina Koufen, BMBF
Tel.: 030 1857-5051
E-Mail: katharina.koufen@bmbf.bund.de
Theo Hafner, HIS
Tel.: 0511 1220-290
E-Mail: hafner@his.de
Tanja Barthelmes, HIS
Tel.: 0511 1220-384
E-Mail: barthelmes@his.de

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.winbus.eu
http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201110.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

nachricht Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung ausgewählt
04.09.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik