Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Monitoring-Bericht 2012 zum Pakt für Forschung und Innovation

17.07.2012
Deutsche Wissenschaft in der internationalen Spitzengruppe

Deutschlands Wissenschaft ist im globalen wissenschaftlichen Wettbewerb gut aufgestellt. Sie trägt durch ihre Aktivitäten wesentlich dazu bei, den High-Tech-Standort Deutschland und die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu stärken.

Dies ist die erfreuliche Grundaussage des diesjährigen Monitoring-Berichtes zum Pakt für Forschung und Innovation. Der im Juni 2012 von der GWK verabschiedete Bericht liegt nun auch als gedruckte Broschüre vor und kann als Heft 28 der "Materialien der GWK" beim Büro der GWK angefordert werden. Elektronisch ist der Bericht abrufbar unter http://www.pakt-fuer-forschung.de/index.php?id=330.

Der Pakt für Forschung und Innovation war im Jahr 2005 zunächst für den Zeitraum 2006 bis 2010 abgeschlossen worden. Inzwischen wurde der Pakt bis zum Jahr 2015 fortgeschrieben. Bund und Länder haben sich verpflichtet, ihre Zuwendungen an die großen Wissenschaftsor-ganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft) bis 2010 jährlich um mindestens drei Prozent, seit 2011 jährlich um mindestens fünf Prozent zu erhöhen.

Damit leistet der Pakt einen bedeutenden Beitrag zum Erreichen des 3%-Ziels der Lissabon-Vereinbarung. Nicht zuletzt diesen außerordentlichen finanziellen Anstrengungen, die Bund und Länder seit 2006 bei der Förderung der außeruniversitären Forschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unternommen haben, ist die Spitzenstellung der deutschen Wissenschaft zu verdanken.

Leistung und Gegenleistung: Die Wissenschaftsorganisationen haben sich mit dem Pakt verpflichtet, Effizienz und Qualität ihrer Forschungsaktivitäten auszubauen, ihre Vernetzung un-tereinander, mit den Hochschulen sowie der Wirtschaft voranzutreiben, neue Forschungsbe-reiche strategisch zu erschließen und um die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu werben. Über die Ergebnisse gibt ein jährlicher Monitoring-Bericht Auskunft.

Im Monitoring-Bericht 2012 kommen Bund und Länder zu der Feststellung: Investitionen in Wissenschaft und Forschung zahlen sich aus! Sie sind ein langfristig wirkender Treiber für Wachstum, Produktivität und Wohlstand. So ist Deutschland mit einem Welthandelsanteil von rund 12 % für FuE intensive Güter einer der führenden Exporteure von Technologiegütern und behauptet trotz großer Dynamik in den Schwellenländern mit deutlichem Abstand seinen dritten Platz bei den transnationalen Patentanmeldungen: Deutschland liegt, wie das Gutachten 2012 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) zeigt, weltweit hinter den USA und Japan auf Platz drei, wobei der Abstand zu den USA seit 2007 geringer wird.

Wissenschaftliche Publikationen aus Deutschland zeigen hohes Niveau im internationalen Wettbewerb: Deutschland liegt beim Anteil der wissenschaftlichen Publikationen im weltweiten Vergleich unverändert auf Platz vier hinter den USA, China und Großbritannien; die Zitationsraten von Publikationen aus Deutschland - Zitationsraten sind ein Maß für die Bedeutung und Qualität einer Publikation in der Einschätzung der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft - liegen in einer weltweiten Spitzengruppe weit vor dem Durchschnitt der EU-Länder.

Weiterer Handlungsbedarf

Bund und Länder sehen weiteren Handlungsbedarf, um die Stellung Deutschlands im internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb zu sichern und weiter auszubauen:

• Frauen für die Wissenschaft zu gewinnen bleibt eine vordringliche Aufgabe. Das Ziel einer deutlichen Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in der Wissenschaft wurde bisher, ungeachtet positiver Entwicklungstendenzen, nicht erreicht; die Dynamik der zu verzeichnenden Erfolge kann nicht zufriedenstellen. Eines der wesentlichen Hindernisse ist, dass Frauen nach wie vor überproportional häufig am Ende des Studiums oder nach erfolgter Promotion den wissenschaftlichen Karriereweg verlassen.

• Die Wissenschaft muss ihre Attraktivität als Arbeitgeberin sichern. Die Anziehungskraft für ein berufliches Engagement in der Wissenschaft ist zwar unverändert hoch und die Zahl der Beschäftigten steigt stetig. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels und des immer noch weitgehend ungenutzten Potenzials qualifizierter Frauen ist die Wissenschaft besonders gefordert, ihre Attraktivität als Arbeitgeberin weiter mit großem Nachdruck auszubauen. Hierzu zählt die Ausarbeitung von entsprechenden Perso-nalentwicklungskonzepten, die Ermöglichung von flexiblen und transparenten Karrierewegen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Befristungsregelungen.

Rebekka Kötting | idw
Weitere Informationen:
http://www.pakt-fuer-forschung.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise