Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meyer-Krahmer: "Wichtige Etappe für Grundlagenforschung"

23.09.2009
Staatssekretär würdigt Paraphierung des völkerrechtlichen Abkommens über Bau und Betrieb des Europäischen Freie Elektronen-Röntgenlasers

Ein zentrales Forschungsprojekt in Europa ist einen weiteren Schritt vorangekommen: Die Verhandlungen über das völkerrechtliche Übereinkommen über Bau und Betrieb des Europäischen Freie-Elektronen-Röntgenlasers "European XFEL" sind am Mittwoch in Berlin erfolgreich zu Ende gegangen.

Regierungsvertreter aus 13 XFEL-Partnerländern paraphierten den multilateralen Vertrag, der in sechs Sprachen geschlossen werden soll (Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Russisch und Spanisch). Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), betonte die nationale und internationale Bedeutung: "Der XFEL ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Grundlagenforschung in Europa. Wir freuen uns, gemeinsam mit so vielen und wichtigen internationalen Partnern den XFEL in Hamburg und Schleswig-Holstein zu bauen. Dieses Projekt ist ein Highlight für die Attraktivität von Deutschland als Standort der Spitzenforschung."

Der European XFEL entsteht zurzeit in Hamburg und Schleswig-Holstein und wird ab 2014 völlig neue Forschungsfelder eröffnen. Die Anlage wird Röntgen-Laserblitze von bislang unerreichter Brillanz, Intensität und Zeitauflösung erzeugen und damit neuartige Experimente ermöglichen, bei denen sich extrem kleine Strukturen, ultraschnelle Vorgänge und außergewöhnliche Materiezustände untersuchen lassen.

Die Konferenz, die in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt organisiert wurde, markiert den Abschluss von mehrjährigen Verhandlungen. Ausgangspunkt war ein Vorschlag des BMBF aus dem Jahr 2003, den XFEL als internationales Projekt zu verwirklichen. Der Röntgenlaser war zuvor vom Wissenschaftsrat empfohlen worden. "Vertragsverhandlungen sind nie leicht, und noch schwieriger sind Verhandlungen zwischen so zahlreichen Partnern. Ich danke allen Beteiligten im Inland wie im Ausland, in Wissenschaft wie in Verwaltung, dass wir gemeinsam dieses wichtige Etappenziel erreicht haben", sagte Staatssekretär Meyer-Krahmer. "Mit dem Abschluss der Konferenz ist jetzt auch der Weg frei für die Gründung der Bau- und Betriebsgesellschaft European XFEL GmbH, die künftig eigenständig arbeiten kann."

Der Bau des Europäischen Röntgenlasers wurde vom Wissenschaftsrat empfohlen und in Europas Forschungsfahrplan für Großgeräte ("ESFRI-roadmap") aufgenommen. Die Unterzeichnung der XFEL-Verträge durch die Minister ist für Anfang Dezember geplant. Die Tiefbauarbeiten für den XFEL sind bereits seit Januar in vollem Gange und verlaufen planmäßig. 13 Partnerstaaten (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, die Slowakische Republik, Spanien und Ungarn) bauen die Röntgenlaseranlage gemeinsam. Die Tür ist weiterhin offen für weitere interessierte Staaten, insbesondere plant China die Teilnahme. An den Kosten für Errichtung und Inbetriebnahme von rund 1 Milliarde Euro trägt Deutschland etwas mehr als die Hälfte. Wichtigster internationaler Partner mit einer Beteiligung von 250 Millionen Euro an den Errichtungskosten ist Russland.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE