Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für mehr Frauen in der Forschung: plan m Mentoring ist „Good Practice“

10.08.2010
EU-Projekt „Gendera” wählt plan m Mentoring der Uni Bremen zum „Good Practice“-Beispiel

Die Europäische Union will dem aktuellen Mangel an Forscherinnen in Führungspositionen europäischer Forschungseinrichtungen entgegenwirken und zeichnet vorbildliche Projekte aus.

Ein Projekt wird an der Universität Bremen realisiert. „Gendera“ – „Gender Debate in the European Research Area“ – hat jetzt plan m Mentoring als „Good Practice“-Maßnahme ausgezeichnet. Die Leiterin des Steinbeis-Europa-Zentrums, dem Deutschen „Gendera“-Projektpartner, Dr.-Ing. Petra Püchner erklärt: „Wir haben Maßnahmen gesucht, die erfolgreich funktionieren und nachhaltige Ergebnisse zeigen. Es war uns wichtig, dass sie leicht übertragbar sind, damit sie Inspiration für andere Forschungseinrichtungen sein können. plan m erfüllt diese Kriterien.“

Das Projekt „Gendera“ wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms gefördert. Beteiligt sind acht europäische Länder und Israel. Ziel von „Gendera“ ist, entscheidend zur Geschlechtergerechtigkeit im Bereich Forschung und Entwicklung und damit zur Innovationsfähigkeit des europäischen Forschungs- und Wirtschaftsraums beizutragen. „Weil hoch qualifizierte Forscherinnen das Berufsfeld Wissenschaft häufig für eine berufliche Alternative verlassen, geht unseren Forschungseinrichtungen dieses Potenzial verloren. Im Wettbewerb um die besten und klügsten Köpfe können wir uns das nicht leisten“, sagt Dr.-Ing. Püchner.

Die Arbeitsstelle Chancengleichheit der Universität Bremen bietet plan m Mentoring seit 2004 an. Bereits das erste Programm für Natur- und Technikwissenschaftlerinnen, das bis 2006 lief, hat die Entscheidung der damaligen Mentees für eine Wissenschaftskarriere nachhaltig bestärkt. Das hat eine Evaluation drei Jahre nach Abschluss des Programms deutlich gezeigt. „Obwohl an unserer Universität mehr Frauen ein Studium abschließen als Männer, ist schon bei den Promotionen das Verhältnis umgekehrt. Mit jeder weiteren Karrierestufe nimmt dann die Unterrepräsentanz der Frauen zu“, erläutert Susanne Abeld, plan m Programm-Managerin, die Notwendigkeit geschlechtergerechter Personalentwicklung. „Wir tragen dazu bei, diesem „Leaky Pipeline“ genannten Phänomen entgegenzuwirken.“

Plan m Mentoring und 60 weitere Maßnahmen aus den acht europäischen „Gendera“-Partnerländern und Israel stellt die von den „Gendera“-Projektpartnern aufgebaute „Good Practice Database“ vor. Die durchsuchbare Datenbank steht online unter http://www.gendera.eu.zur Verfügung. Auf ihrem Weg zu mehr Chancengleichheit in europäischen Forschungseinrichtungen haben die „Gendera“-Projektpartner mit der Datenbank den ersten Schritt getan. In neun nationalen Task-Forces diskutieren Expertinnen und Experten zukünftige Aktivitäten, während die Projekte aus der Datenbank als Anregung gedacht sind für Einrichtungen, die ihr geschlechtergerechtes Engagement verstärken wollen. Das Projekt „Gendera“ startete in diesem Jahr und läuft noch bis 2012.

Über plan m Mentoring in Science

Plan m Mentoring-Programme richten sich an Promovendinnen, Postdoktorandinnen und Habilitandinnen der Universität Bremen und ihren angegliederten Forschungseinrichtungen. Ein plan m Programm läuft in der Regel über 18 Monate und besteht aus vier Modulen: One-to-One-Mentoring, Networking, Peergroup der Mentees und einem Seminarprogramm. Die Teilnehmerinnenzahl ist auf maximal zwölf Mentees begrenzt. Die laufenden Programme an der Universität sowie an Graduate Schools, Exzellenzclustern und Sonderforschungsbereichen sind im Dachverbund „plan m Mentoring in Science“ zusammengefasst. Dem Dachverbund steht ein wissenschaftlicher Beirat zur Seite. Institutionell verankert ist das Mentoring an der Arbeitsstelle Chancengleichheit der Universität Bremen. Die Arbeitsstelle ist Stabsstelle des Kanzlers und beschäftigt derzeit sechs Mitarbeiterinnen.

Über das Steinbeis-Europa-Zentrum

Seit 1990 unterstützt das Steinbeis-Europa-Zentrum kleine und mittlere Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen aus Baden-Württemberg bei der Durchführung grenzüberschreitender Projekte in Forschung, Entwicklung sowie bei bilateralen Technologiekooperationen in Europa mit dem Ausland. Das Steinbeis-Europa-Zentrum ist Teil des europäischen Netzwerks Enterprise Europe Network. Aufgabe des Netzwerks ist es, insbesondere den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) dabei zu helfen, ihre Technologien in anderen Ländern zu verbreiten und von ausländischen Technologien zu profitieren. Von 1995 bis 2008 agierte es als Innovation Relay Centre im Auftrag der Europäischen Kommission.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Arbeitsstelle Chancengleichheit
Ose Leendertz
Telefon: 0421 218-60184
E-Mail: chancen5@uni-bremen.de
Steinbeis-Europa-Zentrum
Dr.-Ing. Petra Püchner
Leiterin SEZ Stuttgart
Telefon: 0711 123 4012
E-Mail: puechner@steinbeis-europa.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften