Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinethik und Biopolitik

13.07.2009
DFG bewilligte neue Kolleg-Forschergruppe an der Universität Münster

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung einer neuen Kolleg-Forschergruppe an der Universität Münster beschlossen. Diese Entscheidung gab die DFG am Freitag, 10. Juli 2009, bekannt.

Die Förderungsdauer des Projekts 1209 „Theoretische Grundfragen der Normenbegründung in Medizinethik und Biopolitik" ist auf acht Jahre angelegt. Das Fördervolumen für die erste vierjährige Förderphase beträgt rund 4,6 Millionen Euro.

Die Kolleg-Forschergruppe wird die Prozesse der Herausbildung und Rechtfertigung medizinethischer, -rechtlicher und biopolitischer Normen untersuchen. In den modernen westlichen Gesellschaften existiere kein autoritatives, allgemeinverbindliches System von Normen und Werten mehr, so die DFG zum Hintergrund des Projekts. Ethische Probleme, die sich in Folge des wissenschaftlich-technischen Fortschritts neu oder anders stellen, würden in der heutigen Mediengesellschaft rasch zum Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzung. Sie führten nicht selten zu einem Zustand permanenter normativer Debatte, die durch einen Mangel an Ressourcen für die Begründung und Rechtfertigung konsensfähiger moralischer und rechtlicher Normen gekennzeichnet sei.

Als themenbezogenes „Institute for the Advanced Study in Bioethics" wird die Kolleg-Forschergruppe mehrere herausragend qualifizierte Gastprofessoren und Wissenschaftler, überwiegend aus dem Ausland, in Münster begrüßen können und über einen Stab von etwa sieben bis zehn Mitarbeitern verfügen. Im Jahr 2011 soll das Kolleg zudem durch eine Emmy Noether-Gruppe zur „Politischen Philosophie als Ressource der Normenbegründung in der biomedizinischen Ethik" ergänzt werden und sich auch hierdurch zu einem „Gravitationszentrum" für sein Thema innerhalb und außerhalb der WWU entwickeln.

Das Kolleg wird von sechs Hochschullehrern der WWU getragen. Sprecher ist Prof. Dr. Thomas Gutmann von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Beteiligt sind zudem Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert vom Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Prof. Dr. Ludwig Siep, Prof. Dr. Kurt Bayertz und Prof. Dr. Reinold Schmücker vom Philosophischen Seminar sowie Prof. Dr. Ulrich Willems vom Institut für Politikwissenschaft. Die wissenschaftliche Koordination des Kollegs wird Dr. Johann S. Ach (Centrum für Bioethik) übernehmen. Durch die Professoren Siep, Willems und Gutmann ist das Kolleg zugleich synergetisch mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik" und dessen Forschungssäule „Normativität" vernetzt.

Der Hauptausschuss der DFG hat insgesamt die Einrichtung von zwei weiteren Kolleg-Forschergruppen beschlossen. Neben dem münsterschen Kolleg wurde eine weitere Kolleg-Forschergruppe in Frankfurt am Main zum Thema Gerechtigkeit bewilligt, teilte die DFG mit.

Mit dem 2008 eingeführten Förderinstrument Kolleg-Forschergruppe will die DFG exzellente Forschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften stärken. Die zentrale Idee dabei ist es, herausragenden Wissenschaftlern mehr Freiräume zur eigenen Forschungstätigkeit zu ermöglichen, und zwar in einem Rahmen, der einen intensiven Austausch und die Kooperation kreativer Wissenschaftler in einem wichtigen und noch nicht ausreichend erschlossenen Forschungsfeld gewährleisten soll, so die DFG.

Christina Heimken | Universität Münster
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie