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Wie man das passende Studienfach findet: Erwartungschecks korrigieren falsche Vorstellungen vom Studium

21.09.2010
Welche Studienfächer grundsätzlich zu ihnen passen, können Schüler seit einem Jahr mit einem Interessenstest der Universität des Saarlandes feststellen. Nun geht die zweite Stufe des Self-Assessment-Projekts zur Wahl des richtigen Studienfachs online: Mit fachspezifischen Erwartungschecks können Studieninteressierte jetzt auch überprüfen, wie zutreffend ihre Erwartungen an einen bestimmten Studiengang sind.

Die im Internet frei zugänglichen Tests wurden von Psychologen um Professor Frank Spinath gemeinsam mit der Studienberatung und Dozenten aus den einzelnen Studienfächern entwickelt. Ziel der Wissenschaftler ist es, die Zufriedenheit der Studenten im gewählten Fach zu erhöhen und die Zahl von Studienfachwechslern und Studienabbrechern zu verringern.

Wer hätte gedacht, dass sich Informatik-Studenten auch mit sprachwissenschaftlichen Inhalten beschäftigen und dass Absolventen des Fachs Romanistik fast nie als Übersetzer und Dolmetscher arbeiten? Mit diesen und anderen falschen Vorstellungen zu einzelnen Studiengängen räumen die Erwartungschecks auf, die Psychologen der Universität des Saarlandes entwickelt haben und die nun im Schüler-Portal frei zugänglich sind. „Wir wollen falsche Erwartungen zu den einzelnen Studienfächern aufdecken und gleichzeitig möglichst viele richtige Informationen vermitteln“, erläutert Gundula Stoll. Sie ist im Team von Frank Spinath, Professor für differentielle Psychologie und psychologische Diagnostik der Saar-Uni, für die Entwicklung der Tests mitverantwortlich. „Unser großes Anliegen ist es, dass Studienanfänger mithilfe der Tests mit realistischeren Vorstellungen ins Studium starten“, so die Diplom-Psychologin.

Im Test werden für jeden Studiengang etwa 30 bis 35 Aussagen präsentiert – jeweils fünf auf einer Bildschirmseite –, zu denen der Benutzer angeben soll, ob er sie für richtig oder falsch hält. Die Aussagen betreffen Inhalte, Anforderungen und Berufsmöglichkeiten des Fachs. Nach dem Ankreuzen der Antworten wird direkt angezeigt, ob die Einschätzung richtig oder falsch war. Zusätzlich lässt sich zu jeder Aussage ein Textblock mit weiteren Infos aufrufen. So erfährt man beispielsweise, dass Lateinkenntnisse zwar keine Voraussetzung für das Bachelor-Studium Romanistik sind, aber für die Lehramtsstudiengänge Französisch, Spanisch und Italienisch verlangt werden. Nachdem alle Fragen beantwortet sind, erhält der Benutzer eine detaillierte Rückmeldung, in der sämtliche Informationen aus dem Test noch einmal aufgeführt werden. Die Informationen können abgespeichert und ausgedruckt werden. Pro Studiengang dauert der Test etwa 20 bis 30 Minuten.

„Der Erwartungscheck ist keine Eignungsprüfung für das Fach. Vielmehr ermöglicht er es dem Schüler, anhand der Informationen selbst zu entscheiden, ob der jeweilige Studiengang seinen Wünschen entspricht“, sagt Gundula Stoll.

Entwickelt werden die Erwartungschecks, ebenso wie zuvor der Interessenstest, im Rahmen des Projekts Study-Finder. Mithilfe des Interessenstests haben bisher mehr als 17.000 Schüler und Studieninteressierte ihr individuelles Interessensprofil erkundet. Die Erwartungschecks sind für zwölf grundständige Fächer bereits fertiggestellt, weitere sind in Bearbeitung. Die Tests sind frei zugänglich und können ohne Login und Passwort benutzt werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dipl.-Psych. Gundula Stoll
Tel. 0681 302-3038
E-Mail: g.stoll@mx.uni-saarland.de

Gerhild Sieber | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/erwartungschecks

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