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Wie man Kreativität lernen kann: Projekt "DaVinci" startet in Bochum und Dortmund

08.12.2008
Wer auch mal quer denkt und ungewöhnliche Ideen zulässt, kann Probleme oft besser lösen, als jemand, der nur auf ausgetretenen Pfaden wandelt. Oder er findet Lösungen, für die andere die Probleme noch gar nicht gesehen haben.

Diese Erfahrung wollen Forscher der Universitäten Bochum und Dortmund im Projekt "DaVinci" für die Lehre an Hochschulen nutzen und herausfinden: Wo sind die Orte und Gelegenheiten für solches Arbeiten an Unis? Wie können "Denkarbeiter" kreativ und fit für den internationalen Wettbewerb werden?

Das Projekt zur Entwicklung kreativitätsfördernder Lehr- und Lernkultur, das der Lehrstuhl für Informations- und Technikmanagement an der Ruhr-Universität koordiniert, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 500.000 Euro für drei Jahre gefördert.

Rüstzeug für den Beruf in der Uni lernen

Probleme kreativ zu lösen wird im Berufsleben von Vielen gefordert. In die Wiege gelegt ist die Kreativität aber nur Wenigen. "Das ist ein verbreiteter Irrglaube", sagt Dr. Angela Carell vom Institut für Arbeitswissenschaft der RUB. "Kreativität ist eine Kompetenz, die man entwickeln kann, Techniken zum kreativen Problemlösen kann man lernen." Die Forscher aus Bochum und Dortmund wollen daher Lehr- und Lernformen entwickeln, die den Studierenden schon während des Studiums das Rüstzeug für den Beruf mitgeben.

Wie Kreativität am besten gedeiht

In den Pilotfächern Informatik und Erziehungswissenschaft der Ruhrgebietsuniversitäten werden sie daher Lehrende und Experten befragen, Seminare besuchen und analysieren, unter welchen Voraussetzungen Kreativität am besten gedeihen kann. Was sind die Voraussetzungen? Welche kognitiven Konzepte haben Dozentinnen und Dozenten? Welche Barrieren gibt es? Welche Veranstaltungsformen sind von Vorteil? "Wir fragen zum Beispiel nach dem geeigneten Bezug und Rhythmus zwischen Informationsaufnahme, eigenem Nachdenken und intensiver Kommunikation", erklärt Angela Carell. "Vielleicht müssen sie neu in Beziehung gesetzt werden, vielleicht sind in manchen Situationen 15-Minuten-Takte viel besser geeignet als das übliche Veranstaltungsformat." Auch technische Hilfsmittel betrachten die Forscher. Wie kann es zum Beispiel gelingen, Inhalte, die während eines Seminars in Form von Karteikarten auf einer Flipchart notiert werden, für eine Nachbearbeitung oder eine Weiternutzung in der nächsten Stunde anschaulich aufzubereiten? Wie können Medienbrüche verhindert werden? Aus den Ergebnissen der Analyse sollen Empfehlungen für die Praxis entstehen und kreativitätsförderliche Lehrkonzepte angestoßen werden.

Projektpartner

Am Projekt beteiligt sind der Lehrstuhl für Informations- und Technikmanagement (IMTM) am Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr Universität Bochum (Projektkoordination) und das Hochschuldidaktische Zentrum der Technischen Universität Dortmund sowie das Institut für Angewandte Kreativität IAK in Köln.

Weitere Informationen

Dr. Angela Carell, Lehrstuhl für Informations- und Technikmanagement (IMTM) am Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27724, E-Mail: angela.carell@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

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