Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Losen kann gerecht(er) sein

07.08.2009
Bei Berlins Schulreform kommt es auf die Gestaltung an - das zeigen internationale Vorbilder

Ein reformiertes Verfahren der Schulzuweisung, bei dem auch gelost wird, kann mehr Gerechtigkeit für Berliner Schüler schaffen und benachteiligten Gruppen bessere Chancen bieten als die bisherige "Herkunftslotterie".

Im aktuellen "WZBrief Bildung" erläutert die Ökonomin Dorothea Kübler, warum die Vorschläge zur Umsetzung unzureichend sind. Sie zeigt, dass Berlin von internationalen Beispielen lernen kann, und macht konkrete Vorschläge für ein sinnvolleres Verfahren.

Die Verteilung der Berliner Schüler auf weiterführende Schulen wird in einem Gesetzentwurf neu geregelt, den der Berliner Senat am 14. Juli verabschiedete. Der Entwurf legt fest, dass 60 Prozent der Plätze an Schulen den Wünschen der Schulen entsprechend vergeben und 30 Prozent der Plätze verlost werden. Die politische und öffentliche Auseinandersetzung galt bisher vor allem der Frage, welcher Anteil der Plätze an den Gymnasien per Los vergeben werden soll. Der Losentscheid ist jedoch nicht der wichtigste Bestandteil der Berliner Reform - gemessen an der Anzahl der zu vergebenden Plätze ist jener Teil des neuen Verfahrens zentral, in dem die Schulen ihre Schüler auswählen.

Bislang ist ungeklärt, wie diese 60 Prozent der Plätze vergeben werden. Um die Wünsche der Eltern und ihrer Kinder sowie die Wünsche der Schulen möglichst gut miteinander in Einklang zu bringen, müssen Fehler bei der Umsetzung vermieden werden. Dorothea Kübler plädiert im aktuellen WZBrief Bildung dafür, das Verfahren zentral zu steuern. Um es so gerecht wie möglich zu gestalten, sollte die Liste, auf der Schüler ihre Wunschschulen angeben, überdies mehr als die bislang diskutierten drei möglichen Vorschläge umfassen.

Der neue "WZBrief Bildung" zur Schulreform steht hier zum Download bereit:

Dorothea Kübler: Der Teufel steckt im Detail, nicht im Losverfahren - Berlins Reform des Schulzugangs könnte mehr Gerechtigkeit schaffen

http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-bildung/WZBriefBildung092009_kuebler.pdf

Der "WZBrief Bildung" informiert mehrmals im Jahr über aktuelle Ergebnisse aus der Bildungsforschung am WZB. Er richtet sich an Experten und Praktiker in Politik, Schulen, Verbänden und Medien. Abruf (pdf) im Internet unter www.wzb.eu/wzbriefbildung. Ein Mailservice, der über jede neue Ausgabe des "WZBriefs Bildung" informiert, kann entweder dort oder per E-Mail abonniert werden: wzbriefbildung@wzb.eu . Die Publikation erscheint ausschließlich elektronisch.

Prof. Dr. Dorothea Kübler lehrt Mikroökonomie an der Technischen Universität Berlin. Sie wird zum 1. Oktober 2009 als Abteilungsdirektorin an das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) wechseln.

Pressekontakt: Wiebke Peters, Referat Information und Kommunikation, Tel.: 030-25491-517, E-Mail: wiebke.peters@wzb.eu

Dr. Paul Stoop | idw
Weitere Informationen:
http://www.wzb.eu
http://bibliothek.wzb.eu/wzbrief-bildung/WZBriefBildung092009_kuebler.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise