Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lesen lehren lässt sich lernen

30.06.2014

Bamberger Projekt LuPe coacht Studierende rund ums Thema Leseförderung

Spätestens seit der Pisa-Studie 2000 gilt Leseförderung als bildungspolitisches Anliegen. Was fehlt, sind Lehrkräfte mit dem entsprechenden Know-how in der Lesekompetenz-Förderung. Abhilfe schafft das Projekt LuPe (Leseförderung und Praxiserfahrung), das Bamberger Lehramtsstudierende Praxiserfahrung sammeln lässt.

Im Rahmen des Projekts werden jedes Semester Lehramtsstudierende rund ums Thema Leseförderung gecoached. Vorrangig richtet sich das Projekt LuPe an Grundschullehramtsstudierende. „Aber auch Lehramtsstudierende anderer Schularten können von dem Projekt nur profitieren“, betont Dr. Barbara Drechsel, Professorin für Psychologische Grundlagen in Schule und Unterricht an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die das Projekt ins Leben gerufen hat.

Schließlich spielt Leseförderung auch in der Sekundarstufe eine Rolle – wenn es etwa um Themen wie effizientes Lesen geht. „Zudem ist Leseförderung ein fächerübergreifendes Anliegen – nicht nur der Deutschdidaktik“, erklärt Drechsel die Bedeutung von Lesekompetenz: „Lesekompetenz zielt nicht nur auf das Verständnis von literarischen, sondern auch von Fachtexten ab.“

Bei LuPe befassen sich jedes Semester rund 15 Studierende zunächst in Blocksitzungen mit den theoretischen Grundlagen von Lesekompetenz. Hier geht es um Fragen wie: Was ist Leseverständnis? Welche kognitionspsychologischen Prozesse stehen dahinter? Welche Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Lesekompetenz gibt es? Dem theoretischen Input folgt die Erprobung in der Praxis. „Ich konnte direkt ausprobieren, was ich zuvor theoretisch gelernt hatte“, resümiert Lisa Peschke, Teilnehmerin der ersten Projektrunde im Wintersemester 2012/13.

Geringer Praxisbezug? Beim Projekt LuPe Fehlanzeige. Das Projekt führte Lisa und ihre Kommilitonen an die Bamberger Erlösermittelschule. Dort wurde jedem Teilnehmer eine Schülerin oder ein Schüler der 5. bzw. 6. Jahrgangsstufe zugeteilt. Die Studierenden führten fünf Sitzungen à 90 Minuten mit ihren jeweiligen Leseschülern durch. Lisa erklärt: „Das methodisch-didaktische Programm der Förderstunden entwickelten wir selbst. Im Seminar hatten wir einen Überblick über diverse Fördermaßnahmen erhalten – nun mussten wir diese adaptiv auf unsere Leseschüler zurechtschneiden. Nicht zuletzt konnten wir dadurch unsere diagnostischen Kompetenzen schulen.“

Für die Studierenden hingegen war nach der fünften Leseeinheit noch lange nicht Schluss. Den dritten wichtigen Bestandteil des Projekts bildete die Auswertung der Einzelförderungsstunden. Mittels eines Videogeräts bzw. teilnehmender Beobachtung hatte jeder von ihnen eine Lesesitzung aufgezeichnet. Einzelne Sequenzen wurden im Rahmen eines 360°-Feedbackzirkels besprochen. „So konnte ich herausfinden, wo ich beispielsweise zu schnell gesprochen oder dem Schüler vielleicht nicht genug Zeit gegeben hatte“, erklärt Lisa.

Kontakt für Rückfragen:
Prof. Dr. Barbara Drechsel
Professur für Psychologische Grundlagen in Schule und Unterricht an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tel.: +49 (0)951/ 863- 1957
Tel.: +49(0)951/ 863- 1804 (Sekretariat)
E-Mail: barbara.drechsel@uni-bamberg.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-bamberg.de/kommunikation/news/artikel/LuPe

Tanja Eisenach | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung

26.04.2017 | Medizin Gesundheit

Nose2Brain – Effizientere Therapie von Multipler Sklerose

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bauübergabe der ALMA-Residencia

26.04.2017 | Architektur Bauwesen