Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was müssen Lehrerinnen und Lehrer können?

27.07.2010
Fachwissen allein macht noch keinen Lehrer. Gefragt sind darüber hinaus personale und soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Respekt und Humor.

Diese wesentlichen Qualifikationen bleiben in Lehramtsprüfungen aber weitgehend außen vor, wie Professor Johann Beichel bemängelt. Ein von dem Pädagogen geleitetes Forschungsteam am KIT untersucht Lehr- und Lernvorgänge an Schulen, um alle Aspekte der Berufseignung zu überprüfen. Ziel ist, die Aussagekraft von Lehramtsprüfungen zu erhöhen.

„Die für gelingendes Lernen, nachhaltige Erziehung und Berufszufriedenheit von Lehrpersonen wesentlichen überfachlichen Qualitäten und Potenziale wurden bisher stark unterschätzt“, sagt der Pädagoge Johann Beichel, Leiter des Landeslehrerprüfungsamts beim Regierungspräsidium Karlsruhe und außerplanmäßiger Professor am Institut für Allgemeine Pädagogik des KIT. In den staatlichen Lehramtsprüfungen wird fast ausschließlich Fachwissen abgerufen, wie Beichel berichtet. Er fordert, Aspekte wie Intuition, kommunikative Kompetenz, Empathiefähigkeit, Ästhetik und Moralität bei der Beurteilung von Lehrerinnen und Lehrern künftig stärker zu berücksichtigen.

An der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften des KIT beobachtet und untersucht nun ein von Beichel geleitetes Forscherteam das konkrete Handeln von Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht, um Kriterien der Berufseignung zu evaluieren – sowohl fachliche Exzellenz, Fortbildungsinteresse und Innovationsbereitschaft als auch personale und soziale Kompetenzen. Es geht darum, die Validität von staatlichen Lehramtsprüfungen zu verbessern. Das Team besteht aus Doktoranden, angehenden Bachelor- und Master-Pädagogen sowie Lehramtsstudierenden; es wird vom Dekan der Fakultät, Professor Klaus Bös, unterstützt und kooperiert mit dem Prodekan für Studium und Lehre, Professor Jürgen Rekus. Um zu gewährleisten, dass künftige Prüfungsordnungen nicht nur aussagekräftige Ergebnisse gewährleisten, sondern auch justiziabel sind, arbeitet das Team mit Forschern der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg zusammen.

Die Forschungsarbeiten laufen und liefen am Humboldt-Gymnasium und an der Leopold-Hauptschule in Karlsruhe, am Eichendorff-Gymnasium in Ettlingen und an der Freien Waldorfschule Mannheim. Dort beobachten Studierende und Doktoranden Lehr- und Lernvorgänge vor allem in der ästhetischen Erziehung, in Musiktheater- und Tanzproduktionen. Die Ergebnisse sollen die Zuverlässigkeit der Lehrerauswahl nach Prüfungen erhöhen: „Die Einstellungsmöglichkeiten werden aufgrund geburtenschwacher Schülerjahrgänge sinken“, erläutert Beichel. „Wenn also künftig weniger Nachwuchslehrer zum Zuge kommen, dann müssen wir die geeignetsten finden.“

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Weiterer Kontakt:

Monika Landgraf
Pressestelle
Tel.: +49 721 608-8126
Fax: +49 721 608-3658
E-Mail: monika.landgraf@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten