Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kritische Vigilanzzustände rechtzeitig erkennen

24.09.2008
Forschungsschwerpunkt der FH Schmalkalden widmet sich dem Alertness Management

Schmalkalder Wissenschaftler arbeiten in den nächsten drei Jahren an einem Forschungsprojekt zum Thema "Technologische Entwicklungen für das Alertness Management".

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Martin Golz kooperiert der Forschungsschwerpunkt "Adaptive Signalanalyse" mit der Universitätsklinik Charité Berlin, der Universität Köln und vier kleinen und mittleren Unternehmen. Gefördert wird das Verbundprojekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Unter Alertness Management versteht man nachhaltige Maßnahmen, um bei Arbeitnehmern die Wachheit und Vigilanz, das heißt die Fähigkeit zur Daueraufmerksamkeit, zu unterstützen. Sie spielt eine häufig unterschätzte Rolle für sehr viele Berufsgruppen in der modernen 24/7 - Industriegesellschaft, die 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche arbeiten lässt.

Besonders wichtig sind hierbei neben den pädagogischen und juristischen die technologischen Maßnahmen. So kann zum Beispiel mit einem Vigilanztest geprüft werden, ob Arbeitnehmer mit risikoreicher Berufstätigkeit hinreichend diensttauglich sind. Diese Vigilanztests haben bisher den Nachteil, dass sie relativ zeitaufwändig und störanfällig sind. Gemeinsam werden Doktorand Thomas Schnupp und Prof. Golz erforschen, ob eine Idee aus der Universität Köln praxistauglich gemacht werden kann, um einen einfachen, robusten Schnelltest zu ermöglichen. Hierzu sollen Methoden der Biosignalanalyse sowie der computergestützten Intelligenz eingesetzt werden.

Eine technische Vision, zu der es noch keine markttauglichen Produkte gibt, sind Vigilanz-Expertensysteme. Solche Softwaresysteme können sich auf individuelle biorhythmische Eigenschaften eines Menschen einstellen und optimale Einsatzplanungen berechnen. Damit unterstützen sie sowohl Dienst- und Schichtplanungen als auch den individuellen Arbeitnehmer bei seinen tagesorganisatorischen Entscheidungen. Doktorand Christian Heinze und Prof. Golz haben hierfür bereits eine Software zur Simulation des individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus entwickelt. Als Besonderheit kann sie berechnen, wie dieser Rhythmus durch gezielten Einsatz von Licht, besonders mit dem hoch wirksamen, blauen Licht, beeinflusst werden kann. Im Forschungsprojekt wird untersucht, wie das Softwaresystem zu einem Vigilanz-Expertensystem weiterentwickelt werden kann und ob es für Schichtarbeiter oder auch für Patienten mit Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus erfolgreich angewendet werden kann.

Zu den technologischen Maßnahmen des Alertness Managements, insbesondere der Vigilanzüberwachung bei Autofahrern, wird an der FH Schmalkalden bereits seit zwölf Jahren erfolgreich geforscht.

Ina Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.microsleep.de
http://www.fh-schmalkalden.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten