Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Kreuz mit der Ganztagsschule! Neue Daten des Bildungsbarometers

20.02.2009
Das Bildungsbarometer zur Schulstruktur hat sich auch mit der Ganztagsschule (GTS) beschäftigt und die Erfahrungen und Wünsche der Bevölkerung ermittelt.

Wichtigstes Resultat ist: 53% der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die GTS die alleinige künftige Organisationsform der Schule sein soll. Das Bildungsbarometer ist eine gemeinsame Initiative des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau und der Schülerhilfe (Gelsenkirchen).

Die Teilnehmer am Bildungsbarometer wurden auch gefragt, welche Form der Ganztagsschule in den Vordergrund gerückt werden soll. 47% der Befragten sprachen sich dafür aus, die integrative Form zu realisieren, mit Vollzeitschule (8 - 16 Uhr) für alle Schülerinnen und Schüler mit einer Rhythmisierung des Schultags (der Schulunterricht wird über den gesamten Tag verteilt, unterbrochen von Pausen, Mittagessen oder Entspannungsphasen).

Diese Form der Ganztagsschule wird nicht in allen Bundesländern und allen Schule umgesetzt, manchmal - wie in Rheinland-Pfalz - umfasst die Ganztagsschule lediglich einen Zyklus von vier Tagen. Alle anderen Modelle der GTS erhielten Zustimmungsraten von maximal 18%. Den Befragten sind bei der GTS das Mittagsessen sowie Sport- und Freizeitangebote ebenso wichtig wie Hausaufgabenbetreuung, Förderangebote und Rhythmisierung der Unterrichtszeit.

Trotz einiger Vorteile werden aber auch negative Aspekte der Ganztagsschule betont. Dazu zählen: Zu wenig Zeit für außerschulische Aktivitäten (27%), Lernen zuhause auch nach der Schule (24%), zu wenig außerschulische Kontakte (22%), Ermüdung durch zu langen Schulalltag (19%) und zu niedriger Gewinn durch die Ganztagsschule insgesamt (7%).

Professor Dr. Reinhold S. Jäger, Leiter des zepf und des Projekts "Bildungsbarometer", stellt hierzu fest: "Offensichtlich erleben die Verbraucher von Schule - Eltern wie Schüler - eine Diskrepanz zwischen Erwartungen und Wirklichkeit. Deshalb kommt bei der Bevölkerung noch nicht an, dass durch die Ganztagsschule für alle Beteiligten eine win-win-Situation eintreten kann: Für die Schüler, dass sie gefördert werden und dass die Förderung nachhaltig ist; für die Eltern, dass eine Entlastung des häuslichen Friedens durch bereits geleistete Hausaufgaben eintritt und für die Lehrkräfte, dass die Verlängerung der Lernzeit Früchte bei ihren Schülern trägt. Dass dies alles nicht in dem erhofften Maße eingetroffen ist, belegt das Bildungsbarometer. Nunmehr ist es an der Zeit, dringende und zwingende Reformen der Ganztagsschule einzuleiten. Auch muss daran gedacht werden; dass Private Public Partnership-Modelle dabei helfen können, diese Aufgabe zu bewältigen, die für die Schule alleine kaum lösbar ist."

An der Befragung des aktuellen Bildungsbarometers zur Schulstruktur nahmen bundesweit 1816 Befragte teil. Die Stichprobe ist spezifisch repräsentativ. Das nächste Bildungsbarometer startet Anfang März. Dann steht das Thema "Nachhilfe" auf dem Prüfstand.

Kontakt:
Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
Geschäftsführender Leiter
zepf - Zentrum für empirische pädagogische Forschung
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Bürgerstraße 23, D-76829 Landau
Telefon: +49-(0)6341-906-175
Telefax: +49-(0)6341-906-166
E-Mail: jaeger@zepf.uni-landau.de

Bernd Hegen | idw
Weitere Informationen:
http://www.bildungsbarometer.de
http://www.zepf.uni-landau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie