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Kräftiger Schub für die Wissenschaft in Potsdam - Universität gründet bundesweit einmaliges Forschungsnetzwerk "pearls"

02.02.2009
Jede einzelne hat ihr unverwechselbares Profil, jetzt wollen sie als Netzwerk ihr gemeinsames Potenzial gezielt ausschöpfen: Unter dem Namen "pearls" haben sich führende Wissenschaftseinrichtungen auf Initiative der Universität Potsdam (UP) zu einem bundesweit einmaligen Verbund zusammengeschlossen.

Der Fokus liegt auf den Erd- und Biowissenschaften. Ziel der insgesamt 19 "Perlen der Wissenschaft" ist es, die Wissenschaftsregion Potsdam im nationalen und im globalen Wettbewerb um Forschungsgelder und um exzellente Nachwuchswissenschaftler erfolgreich zu positionieren.

Pearls soll Beispiel geben für ein modernes, effizientes Wissenschaftsmanagement. "Wir wollen in der ersten Liga spielen", erklärt Professor Dr.-Ing. Sabine Kunst, Präsidentin der UP. Das Business Modell für "pearls" wird bis zum Sommer mit Unterstützung von KPMG, einem der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen weltweit, ausgearbeitet.

Zu den Partnern der Universität Potsdam gehören das Who ist Who der deutschen Wissenschaftsorganisationen: die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit drei Instituten, die Leibniz-Gemeinschaft mit sieben Instituten, fünf Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, drei Institute der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) sowie das Hasso-Plattner-Institut (HPI) für Softwaresystemtechnik. Vor wenigen Tagen haben die "pearls"-Partner im Beisein der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Professor Dr. Johanna Wanka, die Kooperation besiegelt und die Arbeit offiziell aufgenommen.

"Das Netzwerk Potsdam ist bislang ein Novum in Deutschland, weil es nicht nur bilateral angelegt ist, sondern an einem Standort sehr viele renommierte Einrichtungen mit klarem Fokus auf die Bio- und Erdwissenschaften zusammenführt und multilaterale Kooperationen erleichtert oder überhaupt erst möglich macht. Wissenschaftliche Exzellenz kann nur erreicht werden, wenn wir sowohl über mehrere Institutionen wie auch über Fächergrenzen hinweg Zusammenarbeit organisieren und fördern", so Kunst. Heute schon gibt es eine enge Zusammenarbeit der UP mit den außeruniversitären Einrichtungen: Mehr als 40 gemeinsame Berufungen sprechen für sich.

Modernes Wissenschaftsmanagement - Forschung, Ausbildung, Beratung

Die Forschungsplattform "pearls" soll Modell stehen für ein modernes, effizientes Wissenschaftsmanagement. Auf der Agenda der Netzwerk-Akteure stehen v.a. Nachwuchsförderung, Qualitätssicherung, gemeinsame strategische Forschungsplanung, die Anschubförderung neuer Forschungsinitiativen wie auch der Technologietransfer. Ganz wichtig ist die Anwerbung herausragender junger Wissenschaftler und damit die Graduierten- und Postgraduiertenausbildung. Auch Beratungstätigkeit für Wirtschaft und Politik haben die "pearls" im Visier.

Professor Dr. Reinhard Hüttl, Wissenschaftlicher Vorstand und Sprecher des Vorstands des Helmholtz-Zentrums Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, sieht den Vorteil des Netzwerks vor allem in einer verstärkten interdisziplinären Forschung. "Das GFZ bringt sich hier gern ein, weil auch für die Geowissenschaften diese Interdisziplinarität notwendig ist. Beispiels-weise erfordert der Aufbau von Frühwarnsystemen bei Tsunamis die Zusammenarbeit mit gesellschaftswissenschaftlichen Fachdisziplinen, die Klimaforschung benötigt Wissen aus der Biologie, die Auswirkungen von großen Erdbeben in bestimmten Schlüsselregionen unserer Erde betreffen die globale Ökonomie. Das neue Netzwerk geht in diese Richtung, ein wichtiger Schritt nach vorn."

Gemeinsame Erfolgsstorys

Die strategische Komponente des neuen Verbunds ist heute schon sichtbar: Jüngste Beispiele sind die gemeinsamen Neuausrichtungen von Professuren an der Universität Potsdam zum Beispiel in den Geowissenschaften, aber auch im Institut für Physik und Astronomie der UP. Mit im Boot als Kooperationspartner der UP sind hierbei das MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung, das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) für Materialen und Energie sowie das Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ. "Durch die inhaltlichen Neuausrichtungen besetzen wir gezielt zukunftsweisende Forschungsthemen", betont Professor Kunst.

Sehr erfolgreich sind auch die Kooperationen an den Nahtstellen von Astrophysik, Photonik (optische Technologien mit spannenden Anwendungsmöglichkeiten) und Polymerforschung zur Entwicklung neuer Materialien. Das Gemeinschaftsvorhaben innoFSPEC Potsdam von Universität und Astrophysikalischem Institut Potsdam (AIP) wird als Forschungszentrum internationaler Spitzenklasse für das Gebiet "Faseroptische Spektroskopie und Sensorik" aufgebaut. Es ist das einzige landesweite Zentrum für Innovationskompetenz und erhält Fördermittel von Seiten des Bundes. NanoPolyPhotonik steht für spezifische Materialien, die in der Photonik zur Anwendung kommen. Das Projekt ist unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Gerd Löhmannsröben (UP/Physikalische Chemie) im Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP integriert.

Sylvia Prietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de

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