Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenzen von Schülern effizienter erfassen

26.05.2009
Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) untersucht Testverfahren, mit dem die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit bedeutend geringerem Aufwand als bislang präzise gemessen werden können.

Bei groß angelegten Vergleichsstudien wie PISA, IGLU, TIMSS oder den Erhebungen zu den Bildungsstandards werden mehrere Hundert Aufgaben einer großen Anzahl von Schülerinnen und Schülern vorgelegt. Dabei entstehen ein erheblicher Testaufwand und hohe Kosten.

Vor dem Hintergrund begrenzter zeitlicher Kapazitäten an den Schulen und knapper öffentlicher Ressourcen ist der Einsatz möglichst effizienter, aber gleichzeitig psychometrisch hochwertiger Testverfahren wünschenswert.

Eine Möglichkeit zur Steigerung der Messeffizienz besteht darin, die Testungen adaptiv mit Computern durchzuführen. Durch den Einsatz von computerisiertem adaptivem Testen können die Tests an die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler angepasst werden. Bei den meisten konventionellen Tests wird allen Probanden eine bestimmte Zahl an Aufgaben in einer festen Reihenfolge vorgegeben. Abweichend davon orientiert sich die Auswahl der zur Bearbeitung vorgelegten Aufgaben beim adaptiven Testen am Antwortverhalten des Probanden. So bekommen solche mit hoher Leistungsfähigkeit schwierigere Aufgaben vorgelegt als solche mit niedriger Leistungsfähigkeit. Die Vorgabe von Aufgaben, die viel zu leicht oder viel zu schwer sind, wird dabei vermieden. Adaptive Tests weisen in der Regel eine substanziell höhere Messeffizienz auf als konventionelle nicht-adaptive Tests. Dies drückt sich darin aus, dass bei gleicher Messpräzision rund 50% weniger Aufgaben vorgegeben werden müssen. Der ursprünglich eindimensional angelegte Ansatz des adaptiven Testens, bei dem jeweils nur ein Merkmal getestet wird, wurde jüngst zu einem multidimensionalen Ansatz erweitert, bei dem während der Testung Zusammenhänge zwischen den untersuchten Merkmalen zur Optimierung der Aufgabenauswahl genutzt werden.

Im Rahmen eines von der DFG geförderten Projekts wurde am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) in Kiel nun gezeigt, dass bei groß angelegten Vergleichsstudien durch den Einsatz von multidimensionalem adaptivem Testen im Vergleich zum konventionellen Testen mit einer festen Aufgabenreihenfolge eine Steigerung der Messeffizienz um das 3,5-fache erzielt werden kann. Die Forschungsergebnisse haben große Bedeutung, um den Aufwand von groß angelegten Vergleichsstudien bedeutend zu verringern. Dies könnte zum Beispiel in Schulen bei der Überprüfung der von den Ländern eingeführten Bildungsstandards zum Tragen kommen. In weiteren Studien untersucht das IPN nun die praktische Anwendbarkeit dieser speziellen Art des Testens.

Kontakt:
Dr. Andreas Frey
Tel.: 0431 880 3245
E-Mail: frey@ipn.uni-kiel.de
Das IPN ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie pflegen intensive Kooperationen mit Hochschulen, Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Das externe Begutachtungsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft setzt Maßstäbe. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 14.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 6500 Wissenschaftler, davon wiederum 2500 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,1 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 230 Mio. Euro pro Jahr.

Dr. Ute Ringelband | idw
Weitere Informationen:
http://www.mat.ipn.uni-kiel.de
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics